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Zaisa

48° 53' N, 15° 52' O

Čížov

Znaim

Geschichte
Urkundlich erstmals 1323 genannt, Von den Hussiten zerstört, 1515 aufgelassene Ödung der Herrschaft Frain. Von Neusiedlern in der 2.Hälfte des 16.Jh. wieder aufgebaut, seither wohnen hier Deutsche. Im 17.Jh. suchen Pest und Cholera das Dorf heim. 1805 und 1809 sind Franzosen einquartiert. 1884 wird die Straße Znaim-Hardegg ausgebaut, an ihr liegt die Luitgardenwarte, 430m, errichtet um 1870. 1892 vernichtet Hagel die ganze Ernte. Der gräfliche Wald wird von den Tschechen verstaatlicht. Im I.Weltkrieg fallen 11 Mann.
1924 wird eine tschechische Schule für ein Kind eröffnet. Für die deutsche Schule werden Waisenkinder aufgenommen, um eine Schließung zu verhindern. 1930 wird ein Zollhaus mit Wohnungen für die Zollbeamten errichtet (ab 1938 Unterkunft für den weiblichen Arbeitsdienst). Zollbeamte, Förster, Heger und Waldarbeiter sind Tschechen; wird ein Bauernhof verkauft, kommt er in tschechische Hand.
Vor dem Anschluß sitzen neben 8 Deutschen 4 Tschechen im Gemeinderat. Für das Militär wird eine Baracke errichtet, auf der Straße werden im September 1938 Spanische Reiter aufgestellt. Die Burschen und die jungen Männer gehen über die Grenze, Häuser werden durchsucht, um sie zu finden. Frauen und Kinder gehen über die Grenze, kommen in Lager bei Wien und werden bei Kartoffel- und Rübenernte eingesetzt, andere gehen zu Verwandten.
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen kommen die Tschechen, die keinen Grundbesitz haben, zurück und holen ihren Hausrat. Der tschechische Pfarrer muß gehen, der tschechische Briefträger wird pensioniert. Allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung, bessere Verkehrsanbindung an Znaim und Hardegg. Die landwirtschaftlichen Produkte werden im Ort abgenommen.
Im II.Weltkrieg fallen 10 Mann. 1945 flüchten die Leute vor den Rotarmisten, Frauen und Mädchen verstecken sich in der Silbergrube (1558 gegraben) oder im Heu. Die Deutschen, die 1938 Tschechen beschimpft hatten, werden schwer mißhandelt. Die meisten Männer werden nach Znaim ins Arbeitslager verschleppt.
Am 21.Juni 1945 werden die Deutschen ausgetrieben, mit 50kg Gepäck, das aber ausgeraubt wird. Zwischen März und Mai 1946 werden sie aus Österreich abgeschoben, 22 Personen können in Niederösterreich bleiben, 102 kommen nach Deutschland, die meisten nach Baden-Württemberg.

Kirtag am ersten Sonntag im Oktober.

Matriken seit 1786 bei Ober-Fröschau, davor ab 1642 bei Frain.

Literatur: Dungel, Franz: Meine Heimatgemeinde Zaisa. 1986

Bezirk Znaim, Gericht Frain

Mehrstraßendorf 1469 ha, 422 m ü.d.M.

Flurnamen:
Kohlwand, Quanten, Paulus, Ram, Scheffäcker, Grünfleck, Köppel, Fischwies, Rotwies, Wolfsgruben, Mühlberg, Hohenstich, Schneideräcker oder Frainer Äcker, Kreuzäcker, Neureit, Steckäcker, Föhrenwaldäcker, Mühlbergäcker und -wälder, Schmierofengrabenwald, Rotwieswälder, Feldwiesen, Schwemmwiesen, Fischwiesen, Stierwiesberg, Grund- und Bärwiesen, Breite Steigwiesen, Grünwiesen.

Anbau: Zwei Drittel der Gemarkung sind von Wald (Kiefern und Fichten) bedeckt. In den Wintermonaten arbeiten die Bauern im Wald. Größe der Höfe: 5 bis 30ha, durchschnittlich 18ha.
Roggen, Hafer, Gerste, weniger Weizen, Linsen, Erbsen, Kartoffeln, Mohn, Klee, Zwetschgen.

Jagd: Hirsche, Rehe, Hasen, Fasane, Rebhühner, Füchse, Marder.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes, früher der 14 Nothelfer (ihre
Bilder in der Apsis), 1756, 1785 erweitert; eingepfarrt nach Oberfröschau. Turm 1787, Sakristei 1862; 2 Glocken, 1724 und 1808, die größere wird im I.Weltkrieg eingeschmolzen, nach dem Krieg erneuert, im II.Weltkrieg wieder abgeholt.
4 Gottesdienste im Jahr: zum Kirtag, Mittwoch nach Allerheiligen, Freitag vor Palmsonntag zu Ehren der Schmerzhaften Muttergottes, zu den Bittagen in der Woche vor Christi Himmelfahrt.
Friedhof, 1770.
Steinmarterl hinter Nr.3, erinnert an die Pesttoten von 1647.
Bücherei, Gemeindehaus, Armenhaus.
„Spital“ (Isolierstation) mit 2 Räumen.
Feuerwehrgerätehaus
Gemeindeschmiede
Privates Busunternehmen, 1928.
Luitgardenwarte, 1885.

Schulen:
Volksschule, einklassig, Neubau 1821, Umbau 1894.

Gewerbe:
Meierhof, bis 1918, zur Frainer Herrschaft, dann verstaatlicht und verpachtet; 1929 teilweise niedergebrannt.

Gasthaus

Vereine:
Turnverein, 1925 bis 1931 (kein Nachwuchs).
Freiwillige Feuerwehr, 1927.