o-196-01-Waltrowitz « »

Waltrowitz

48° 48′ N, 16° 13′ O

Valtrovice

Znaim

Geschichte
Urkundlich erstmals 1243 erwähnt, zur Pfarre St.Michael in Znaim gehörig, 1307 beim Nonnenstift Kanitz, ab 1541 bei Joslowitz. Der Ort wird lutherisch, 1620 weist Franz von Dietrichstein die Wiedertäufer aus, die Kirche wird von Joslowitz betreut. 1866 brennt die Gemeinde fast ganz nieder, Kirche und Schule bleiben verschont, da mit Ziegeln gedeckt.
Um 1900 hat ein Mann bei der Quelle an der Flurgrenze zu Rausenbruck und Gurwitz, wo die im 30jährigen Krieg eingegangene Ortschaft Löwen lag, eine Marienerscheinung, viele Leute pilgern hin und heften Heiligenbilder an die Bäume. Als ein schwer augenkrankes Mädchen nach einer Waschung mit dem Quellwasser gesund wird, erweitert der Vater die Quelle und errichtet darüber eine kleine Kapelle, zu der Prozessionen führen. Im II.Weltkrieg fallen 22 Mann, 25 bleiben vermißt. Am 6.Mai 1945 nehmen auf Einladung des Pfarrers fast alle die hl.Sakramente. Zwei Frauen kommen bei einem Bombenangriff ums Leben, vier Deutsche sterben im Lager in Znaim, eine Frau mit drei Kindern wird von den Sowjets verschleppt, vermutlich sind sie umgekommen. Vertrieben werden 654 Personen.

Kirtag am Sonntag nach dem Fest des hl.Johannes des Täufers (24.Juni).

Matriken seit 1725.

Bedeutend:
Dr.Karl Bacher (*10.2.1884, † 8.7.1954 Steyr), Gymnasiallehrer, Heimatdichter.

Bezirk Znaim, Gericht Joslowitz

Platzdorf 704 ha, 192 m ü.d.M.

Flurnamen:
Grotzen, Kirweiden (Kühweiden), Roßweiden, Zwischnerwegen, Sand, Sandhügel, Mittelfeld, Oberfeld, Sutten, Neurissen, Tolledern.

Anbau: Getreide, Obst (Kirschen, Marillen, Äpfel, Birnen), Weinbau, Gurken, Paradeiser, Paprika, Bohnen, Linsen, Erbsen.

Straßen, Plätze: Langasse, Kellergasse, Schustergasse, Im Ort, Straße, Thayaweg.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche hl.Johannes der Täufer, urkundlich 1243 und 1317, Filiale von Joslowitz ab 1625, 1666 von Erdberg, Pfarre seit 1748, 1847 restauriert; gotisches Presbyterium; Altarbild von J.Winterhalter.
Friedhof, auswärts.
3 Marterln auf dem Weg zur Thaya.
Kapelle Löwingbrünndel
Feuerwehrgerätehaus, 1896.
Raiffeisenkasse, 1911.
Elektrifizierung, 1929.

Schulen:
Volksschule, Neubau 1896, zweiklassig; 1748 neu errichtet, 1788 bis 1832 auch für Klein Grillowitz, danach dort eigene Schule. 1812 umgebaut, 1848 mit Ziegeldach versehen, 1876 Umbau.
Schulbibliothek, 1873 mit 23 Bänden.

Gewerbe:
2 Lebensmittelgeschäfte, Bäcker, 2 Schmiede, Tischler.

Vereine:
Gesangverein, 1890.
Freiwillige Feuerwehr, 1894.
Kriegerverein
Turnverein, 1930.
Raiffeisenkasse, 1911.