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Wainitz

48° 55' N, 16° 12' O

Vítonice

Znaim

Geschichte
Eine Urkunde von 1341 belegt, daß der Ort als Lehen vergeben wird. Erwähnt wird 1367 Besitz in Wainitz, der Ort wird 1548 mit Selletitz vereinigt. Diese Herrschaft wechselt danach mehrfach den Besitzer, 1862 an die Ritter von Kammel-Hardegger. Wainitz ist nach Proßmeritz eingepfarrt. Die Cholera wütet 1832 und 1866, 1846 brennen 16 Häuser nieder. Im I.Weltkrieg fallen 18 Mann. 1920/21 wird eine tschechische Minderheitsschule errichtet, für die kaum 5 Schüler aufzubringen sind. Theaterspiel in der Weihnachtszeit, ab 1934 in der Turnhalle. Mit dem Eintrittsgeld werden größere Schulausflüge, z.B. nach Brünn, zur Macocha, in die Pollauer Berge, finanziert.
Im II.Weltkrieg fallen 14 Mann, 14 bleiben vermißt.

Brauchtum
Wallfahrt nach Maria Dreieichen zu Pfingsten.
Kleiner Kirtag Anfang August zu Maria Schnee, in den Nachbarorten „Knödelkirtag“ genannt; Großer Kirtag: Kaiserkirtag am dritten Sonntag im Oktober, 3 Tage mitfeiern konnten die Wainitzer in Groß-Olkowitz, Teßwitz an der Wiese, Proßmeritz, Pratsch und Lechwitz.

Matriken seit 1652 (bei Proßmeritz).

Literatur:
Kiesling, Hubert: Gemeinde Wainitz, Kreis Znaim, Südmähren. 1997

Bezirk und Gericht Znaim

Breitstraßendorf 577 ha, 202 m ü.d.M.

Flurnamen:
Bonitzfeld, Neuriß, Freiäcker, Malipole, Altes Weingebirg, Großfeld, Martenfeld, Aulehly, Schmallüsse, Proßmeritzer Feld.

Anbau: Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Rüben, Zuckerrüben, Mais, Kartoffeln, Gurken, Gemüse, Obst (Zwetschgen, Äpfel, Birnen, Kirschen, Weichseln, Pfirsiche, Marillen). Weinbau (1925: 10ha).
Jagd: 300-350 Hasen, 80-100 Fasane, viele Rebhühner.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Glockenhaus, „Glöckl“, mit Marienstatue, 1817, ersetzt ein älteres.
Neue Kapelle,1936, aus Vermächtnis der Barbara Buchta, 2 Glocken, im Krieg abgeliefert.
Friedhof in Proßmeritz, seit 1820 am Ortsrand.
Kapelle zum Hl.Kreuz, 1830.
St.Johannes-Kapelle, 1830.
2 Martersäulen gegen Selletitz und gegen Hosterlitz.
6 Kreuze
Milchhaus, um 1935.

Schulen:
Bis 1807 Schulbesuch in Proßmeritz (2km),
Volksschule: Erster Schulbau 1816, brennt 1828 nieder und wird wieder aufgebaut, 1857 erweitert; Neubau 1889, 1943 geschlossen, danach wieder Schulbesuch in Proßmeritz. Turnhalle von 1934.
Seit 1875 Unterricht nur in deutscher Sprache.

Gewerbe:
Mühle, Gasthaus und Gemischtwarenladen, Geflügelhändler, Tischler, Wagner, 2 Schmiede, Schneider, 2 Schuhmacher, Friseur, Korbmacher.

Vereine:
Deutschvölkischer Turnverein, 1926.
Milchgenossenschaft Proßmeritz und Umgebung, 1927.