Teßwitz « »

Teßwitz an der Wiese

48° 54′ N, 16° 13′ O

Stošíkovice na Louce

Znaim

Geschichte
1260 gelangt ein Hof an Kloster Bruck, 1287 bestätigt Wenzel II. dem
Katharinenkloster in Znaim Besitz. Den Beisatz „an der Wiese“ erhält der Ort in der 2.Hälfte des 16.Jh., um es von dem gleichnamigen Ort zu unterscheiden, der Kloster Bruck gehört. 1621 wird der Besitz wegen Teilnahme am Aufstand konfisziert, ab 1699 Besitz der Liechtenstein, mit Frischau vereinigt, 1900 ererbt von einem Lobkowitz.
Im I.Weltkrieg fallen 14 Mann. Zu Beginn der 30er Jahre spielt die Theaterriege mit 22 Mitgliedern neben Volksstücken auch Anspruchsvolleres. Von den ersten Einnahmen wird eine zerlegbare Bühne angeschafft. Ein kleines Orchester bringt Unterhaltungsmusik und umrahmt die Theateraufführungen.
Im II.Weltkrieg fallen 24 Mann, 15 bleiben vermißt. Ein Deutscher fällt Bordwaffen zum Opfer. Nach der Einnahme durch Rotarmisten folgen allnächtlich Einbrüche und Vergewaltigungen, am ärgsten treiben es die tschechischen „Partisanen“, meist Fremdarbeiter. Fast alle Männer, ältere damals, werden in Lager gebracht und dort schwer mißhandelt, immer öfter werden auch Frauen und Kinder in die Lager gebracht, wo sich tschechische Bauern Arbeitssklaven holen. Ende Juni kommen Tschechen in Rudeln in den Ort und besetzen die Häuser. Am 1.August wird ein Mann von den Tschechen erschossen.
Am 30.Oktober werden ca.30 Frauen und Kinder auf offenem Lastwagen nach Böhmen verbracht, wo sie bis 2.Februar 1946 bei Bauern arbeiten müssen. Dann kommen sie ins Aussiedlerlager Znaim und werden am 28.Februar als erste Gruppe nach Deutschland transportiert. Im Juli 1946 geht der letzte Transport ab. In Österreich bleiben 95 Personen, nach Westdeutschland gelangen 293.

Kirtag am Sonntag vor St.Bartholomäus (Kirchenpatron, 24.August)
Wallfahrt nach Tiefmaispitz am 13.Juni, hl.Antonius von Padua, mit 70 bis 80 Personen von der Dreifaltigkeitsstatue, über Proßmeritz, Bonitz, Gaiwitz, Aumühle, Durchlaß zur Wallfahrtskirche der hl.Mutter Anna; bis 1918, danach eingestellt, da der Zielort tschechisch ist.

Matriken seit 1694 (bei Groß-Olkowitz).

Literatur:
Hönlinger Gottfried: Erinnerungen an unseren Heimatort Teßwitz an der Wiese. 1982.

Bezirk und Gericht Znaim

Längsdreieckangerdorf 634 ha, 197 m ü.d.M.

Flurnamen:
Achtel, Äußere Haid, Äußeres Haidackerl, Auwiese, Bäumelteil, Bockwiese, Brückelteil, Brückelwiese, Brunnader, Ganselzipf, Gegenteil, Gigerlberg, Grabenwiese, Großes G’röhr, Großer Teilo, Große Wiese, Grundackerl, Honefackerln, Joch, Johannisfeld, Judenzipf, Kellerberg, Kirchfeld, Kirchfeldwiese, Kleiner Teil, Kürbis, Kürbiszipf, Kuhstelle, Langwiese (Neuriß), Oberer Aufacker, Ortwiese, Mittlere Breiten (Gutshof), Mitterhaid, Panditzfeld, Remisteil, Remiswiesen, Rondell (Gutshof), Sandfeld, Sandg’stetten, Sandweingarten, Schmals Wiese, Schweizerweide (Gutshof), Silberberg, Spiegel, Suttenweingärten, Triftweingärten, Unterer Aufacker, Wainitzfeld, Wankawiese (Neuriß), Wainitzfeldwiesen, Zwergwiesen (Neuriß).

Anbau: Getreide, Mais, Rüben, Zuckerrüben, Kartoffeln, Paradeiser, Gurken; Obst- und Weinbau. Besonders Frühobst und Zwetschgen, bis 1918 nach Wien, dann bis Prag und in die Kurorte Böhmens geliefert.

Jagd: 150-350 Hasen, 120-200 Rebhühner, 40-80 Fasane.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Glockenturm, „Glöckelhäusel“, erneuert 1925.
Dreifaltigkeitsstatue, 1731, beim Glockenturm.
Hl.Johannes von Nepomuk
Sandsteinkreuz mit Gekreuzigtem
2 Pestsäulen
Kriegerdenkmal
Elektrifizierung, 1928.

Schulen: Bis 1810 in Groß Olkowitz eingeschult, erster Schulbau 1816, erweitert 1898.
Volksschule, 1921 einklassig, ab 1938 zweiklassig, 1944 einklassig.

Gewerbe: Gutshof
Krämerladen, Krämerladen mit Trafik, Metzger, 2 Schmiede, Wagner, Binder, 2 Tischler, Sattler, 2 Schuster, Fahrradmechaniker, Spengler, Maurer.

Vereine:
Deutschvölkischer Turnverein, 1935.
Raiffeisenkassa, 1876.
Milchgenossenschaft Proßmeritz, 1926.