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Steurowitz

48° 57′ N, 16° 42′ O

Starovice

Nikolsburg

Geschichte:
Urkundlich 1321 erstmals erwähnt, gelangt danach an das Königinkloster in Alt brünn; 1392 eigene Pfarrei; 1570 befestigt (Erdaufschüttung mit Holz, Grä ben), drei Tore, 1588 von Kaiser Rudolf II. mit Auspitz und Klein-Steurowitz an Carl von Liechtenstein verpfändet. Streit um Besitzrechte des Klosters, 1617 Schlich tung, der Fürst soll 5153 Taler Jahreszins zahlen, überträgt stattdessen dem Klo ster Saar. 1605 verwüsten die Hajducken des Stephan Boczkay mit den Türken ganz Südmähren, im 30jährigen Krieg wird G., 1630 nach Auspitz ein gepfarrt, 1643 von den Schweden ausgeplündert, 1645 wütet die Pest, 1663 tö ten die Türken 34 Menschen, verschleppen 100 in die Sklaverei, der Ort geht in Flammen auf. 1679 sterben in Auspitz und G. mehrere hundert Menschen an der Pest, eine Brandkatastrophe vernichtet 1865 auch das Rathaus. 1866 bringen Preu ßen die Cholera, 100 Menschen sterben. Im I. Weltkrieg fallen 30 Männer, fünf bleiben vermißt. Dem Mobilmachungsbefehl im September 1938 folgt kein Deutscher, am 8. Oktober zieht die Wehrmacht ein. Der II. Weltkrieg fordert 51 Gefallene und 12 Vermißte, drei Tote bei Luftangriffen. G. liegt bis 4. Mai im Kampf gebiet. Drei Deutsche werden von den Tschechen ermordet, drei enden durch Selbstmord, zwei Frauen infolge Vergewal tigung durch Sowjetsoldaten, die am 16. April eindringen. Am 15. Juli 1945 müssen die ersten 23 Familien ihre Häuser verlas sen. Viele Vertriebene bleiben in Wien, Niederösterreich, Wels.

Bezirk, Gericht, Post, Eisenbahn Auspitz 783 ha 220 m ü.d.M.

Flurnamen: Gartlacker, Schoßacker, Neugebirg, (Mauser) Luxland (Luisland), Zeiselberg, Kurzer Bruch, Langer Bruch, Sommerleit, Glockenberg, Fohwin (Fouwind), Hofacker, Märzberg, Scheiben, Halbe Quanten, Märzbergacker, Runzen, Satzacker, Satzweingarten, (Satz) Mitterberg, Oberberg, Jungober berg, (Achteln) Lahr, Ochsenberg, Bratten, Steinbruchacker, Ziegelberg, Mau sergrund, Gottardsberg, Antoniusberg, Reine, Akazienwald, Stierwiesen; in Groß-Niem schitz: Österreicher, Kostgeber, Kuhberg, Wieger, Beratten (Anteil); Auspitz: Schilling, Haunold, Steurowitzberg, Queracker, Bettler, Wasserstuben (Anteil), Gerichtsacker, Moser, Feigelberg; Poppitz: Trachtberg, Neuberg (Teil), Wolfs büchel (Teil), Sonnenwald (Teil); Auerschitz: Feigelberg, Mitschker, Fuchsleiten (Teile)

Bodenbeschaffenheit: teils Schwemmland, meist Lößboden mit höherem Kalk ge halt, auch schwerer Boden und aus stark lehmigem Sandstein verwit terter.
Anbau: alle Getreidearten, Feldgemüse, Gewürzpflanzen, Mais, Wein, Edel obst: Kirschen, Weichseln, Aprikosen, Zwetschken, Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Wal nüsse, Mandeln, Ebereschen
Wild: Hasen (in guten Jahren bis 2000), Rebhühner (bis 1000), Fasane (200)

Straßen und Plätze (im Volksmund): Vordere Gasse (11-43, 114-149), Raben kropf (96-275, 78-199), Hintere Gasse (236-252), Schmiedgasse (unterer Weg nach Auspitz), Auerschitzer Gasse, Schulgaßl, Gemeindegaßl, Haltergaßl, Weber gaßl (231, 199), Engelgaßl zum Friedhof (111, 238), Fünfhausen, Axmanngaßl (51,52)
Brücken: bei der Quelle, Halterbrücke, Jakschlbrücke, Kirchenbrücke, Schul brücke, über die Wanne

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche, 1885 nach Brand neuromanisch aufgebaut, hl. Georg und Martin geweiht. In beiden Weltkriegen drei Glocken abgegeben, nur die Sterbeglocke bleibt. Davor St. Nikolaus, 1392 erwähnt, im 15. Jh. erweitert, im 30jähr. Krieg zerstört, danach erneuert, 1672 zwei Glocken, 1785 aus Abbruchmaterial der An to niuskirche erweitert, 1858 vier Glocken; ab 1891 wieder eigene Pfarre.
Kirche hl. Antonius, 1724, muß nach Verfügung Josefs II. abgetragen werden, aus dem Material wird eine Kapelle erbaut, von den Tschechen zerstört
Kapellen: Johann von Nepomuk 1890f. St.Anna, Markus 1880f.
Mariensäule 1747, Inschrift “O Maria, durch deine Gunst behüt uns vor Krieg, Pest und Feuersbrunst”.
Hl. Josef
Hl. Antonius
Hl. Florian
Hl. Gotthard am Weg nah Poppitz
Missionskreuz 1911
Eisenkreuz 1885 nach Kirchanneubau
2 Kreuze 1894 (Dollansky)
Motzlkreuz Richtung Auerschitz 1874
Steinkreuz Richtung Auerschitz
Sandsteinkreuz am nördl. Ortseingang
Wegkreuz Dollansky
Kreuz Kuhn
Wanekkreuz
2 Kreuze (Maschka, Schlor)
Steinkreuz am Weg nach Auspitz
Schule, 1801 Neubau, dreiklapsig; davor: 1643 lutherisch, 1790 im Rathaus
Kindergarten 1939
Gemeindebücherei (800 Bände)
Armenhaus (7 Wohnräume)
Musikkapelle (Josef Kletzander), im Umkreis wohlbekannt, auch im Brünner Rundfunk zu hören.
Telefon bei Gemeindeamt und Schule
Wasserleitung 1926
Elektrifizierung 1928

Gewerbe:
Ziegelei
2 Gastwirte 3 Lebensmittelläden 2 Obst- und Geflügelhändler
2 Bäcker Fleischhauer 2 Schneider Schreiner
2 Schmiede Schlosser Dachdecker Schuhmacher

Vereine, Genossenschaften
Freiwillige Feuerwehr 1880
Gesangsverein 1888
Südmährerbund 1910
Turnverein 1912
Deutscher Kulturverband 1924
Christlich-deutscher Jugendbund 1910 (1918 aufgelöst)
Landwirtschaftlicher Casinoverein 1894, ab 1919 landw. Ortsverein
Raiffeisenkassa 1892
Winzergenossenschaft 1936
Milchgenossenschaft 1939


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