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Sichelbach

49° 2' N, 15° 10' O

Žišpachy (seit 1950 Blato)

Neubistritz

Geschichte
Von den 16 Überlebenden eines Dorfes gegründet, das die Hussiten 1420 zerstört haben, wobei die Einwohner entweder erschlagen oder in die Holzkirche gesperrt und verbrannt wurden. Im 14. Jh. entstehen Glashütten, sie halten sich bisw um 1570. 1430 erstmals mit 101 Einwohnern erwähnt, 1533 von Wiedertäufern überfallen und eingeäschert, gehört 1540 zur Herrschaft Neubistritz, 1568 Landstein, bis 1620 ist der Ort evangelisch. 1654 bewohnen Sychelpach laut Steuerkataster 16 Bauern und 3 Häusler. 1679 wütet die Pest, 1685 kommen Neusiedler, 1771 werden Hausnummern eingeführt. Nach der Bauernbefreiung 1848 bleiben vom Gemeinbesitz 50 ha, 1865 brennt der Ort nieder. 1897 wird er an die Eisenbahnlinie Neuhaus – Neubistritz angeschlossen. Nach 1918 geht der Flachsanbau zurück, damit auch die Weberei. 1935 wird mit dem Bau der Bunkeranlage begonnen, Bauern können ihre Felder nur mit Ausweis betreten. 1936 wird für 13 Kinder (5 von auswärts) eine tschechische Schule eingerichtet. Am 8. Oktober 1938 marschiert die Wehrmacht ein. Gegen Ende des Krieges kommt aus Schlesien ein Treck mit 100 Wagen und 3000 Menschen, wird von Tschechen ausgeraubt und über die Grenze gejagt. Im I. Weltkrieg fallen 16 Mann, im Zweiten 29. Der deutsche Oberlehrer wird 1945 für zehn Jahre eingekerkert, seine Frau nimmt sich 1946 das Leben. Vier Mädchen – sie gehören zu schlesischen Flüchtlingen – sterben infolge Vergewaltigungen durch Sowjets. Von den Vertriebenen bleiben 15 Familien in Österreich, nach Deutschland gelangen 36 Familien, 11 in die “DDR”.

Bezirk Neuhaus, Gericht Neubistritz 759 ha 640 m ü.d.M.

Teiche: Oberer Teich (25 ha), Magdalenen/Kirchenteich (23 ha), beide angelegt durch Herrschaft Neuhaus 1540-1550; Aspenteich (67 ha, 1552); Gmoateich (2 ha), Gansteichtl, Burgerteich (2 ha), Steffaler Teichtl

Baudenkmäler, Einrichtungen
Filialkirche St. Magdalena 1866, ältere Holzkirche 1865 abgebrannt; 2 Glocken, zu Pfarre Kloster.
Marienkapelle, 1901, auf dem Weg nach Konrads, 1945 von den Tschechen angezündet und zerstört.
Hl. Johannes von Nepomuk-Kapelle 1865
Alexenkreuz 1861 am Weg nach Kloster, an der Stelle einer 1619 von den Schweden niedergebrannten Kapelle, 1945 werden hier 122 Tote, die meisten schlesische Flüchtlinge, begraben.
Schmiedskreuz 1844
Kreuz an der Kirche 1904
3 Eisenkreuze: Richtung Landstein, 1897; am Weg zur Straße nach Königseck 1905, Richtung Neubistritz 1914
Schule, einklassig, 1796 katholisch, 1900/01 Neubau, zweiklassig (80 Kinder)
Kriegerdenkmal 1932
Musikkapelle 1882
Bahnstation (mit Adamsfreiheit)
Post Adamsfreiheit

Gewerbe
Heimarbeit: Strümpfe, Handschuhe, Weberei
Walzenmühle 1487 bis 1933
3 Gasthäuser (Bahnhofswirtschaft 1900) Gemischtwarenhandlung
Schmied Tischler Wagner Schneider
Maurer, Zimmerleute, bis 1914 in Wien zur Arbeit, nach 1920 in Nordböhmen

Feuerwehr 1885