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Schönau

48° 48' N, 16° 23' O

Šanov

Znaim

Geschichte
Erstmals erwähnt 1052, Eigentum der Kirche in Znaim seit 1131, seit 1536 verödet, noch 1672 erscheint es als öde. In Urkunden der Grafen Althan von 1697 ist es wieder als bestehend erwähnt, zehn Halblähner und sechs Viertellähner werden genannt. 1749 wird die Stiftungsurkunde unterzeichnet. Einen Aufschwung bringt der Bau von Zuckerfabriken in Grusbach 1851 und Lundenburg 1875. Große Brände zwischen 1842 und 1883 zerstören Teile des Ortes. Die Eröffnung neuer Bahnlinien läßt 1869 bis 1880 die Einwohnerzahl stark steigen. 1905 wird aus Anlaß einer Geldspende Kaiser Franz Josefs ein Armenfonds eingerichtet. 1910 entsteht der Ortsteil Neu-Schönau oder Kirchberg mit 22 Häusern. Im I.Weltkrieg fallen 24 Mann.
Als 1918 tschechische Militäreinheiten anrücken, muß sich die aufgestellte Heimwehr nach Laa absetzen. Im September 1919 wird eine Klasse der Volksschule mit Hilfe einer Militärpatrouille beschlagnahmt für tschechische Kinder. Im April zieht die tschechische Schule in ein anderes Haus im Ortsteil Neu-Schönau. Viele Deutsche gehen nach Österreich. 1922 werden 140 deutsche Eisenbahner von Schönau in tschechisches Gebiet versetzt und später pensioniert, der letzte 1927. Beim Bahnhof stehen vier Koloniehäuser, vom Volksmund „Krawallhäuser“ genannt. – Die Zuckerfabrik in Grusbach bietet von Oktober bis Dezember Arbeit und Verdienst.
Im II.Weltkrieg fallen 90 Mann. Nach dem Eindringen der Rotarmisten Anfang Mai 1945 fallen tschechische „Partisanen“ in den Ort ein. Fünfzehn Deutsche kommen durch Mord und Schikanen ums Leben. Viele flüchten im September und Oktober nach Österreich; im März 1946 werden die letzten mit 40 kg Gepäck ausgetrieben.

Der Meierhof im Ortsteil Neuhof, 1637 erbaut, gibt manchen Einwohnern Arbeit.

Aus dem Jahr 1918:
Nachdem die Heimwehr im Dezember 1918 den Bahnhof Grafendorf-Schönau angesichts stärkerer tschechischer Kräfte hatte aufgeben und sich nach Laa zurückziehen müssen, erschien einige Tage später eine Abteilung Heimwehr unter Führung eines Schönauers, besetzte den Bahnhof, ließ die tschechische Wache antreten, entwaffnete sie und ließ sie „Heil Österreich!“ rufen. Dann zog sich die Heimwehr wieder nach Österreich zurück.

Matriken seit 1676 (bei Grusbach).

Literatur:
Höger, Hans: Gedenkbuch der Gemeinde Schönau. 1932-1938.
Fortgesetzt von Heinrich Ritzal, bis 1977.

Bezirk Znaim, Gericht Joslowitz

Breitstraßendorf 1969 ha, 199 m ü.d.M.

Flurnamen:
Hausfeld I (Hausäcker), Hausfeld II (Hausäcker), Kirchberg, Junges Weingebirge (Junge Weingärten), Fliegentanz (Alte Weingärten), Neuhofbreite,), Bayerring (Schafflerwiesen), Biergrund (Woadfleck), Lerichfeld (Lerigläcker), Aspelfeld (Aspeln), Unteres Haidfeld (Grafendorfer untere Heide, Turnäcker, Schinderei, Häusl, Ogrosläcker), Mittleres Haidfeld (Sandquanten, Neurißquanten), Langes Haidfeld (Langquanten [Hojastoß, mitterer Stoß, Granitzstoß]), Höfleiner Feld, Tajaxer Überfeld/Überländ, Neuriß, Hoja (Hofbreiten, Wolfsutten), Johannisteich (Öde Kirche), Rumbel, Oberes Haidfeld (Grafendorfer obere Heide, Brunnenäcker), Drei Quanten (Laaerwegäcker).

Anbau: Roggen, Weizen, Gerste, Hirse, Kartoffeln, Mais, Rüben, Klee, Bohnen, Linsen; Gemüse: Gurken, Knoblauch, Zwiebeln, Karotten, Kohl, Kraut; Weinbau (1917: 5,08ha); Obst: Kirschen, Zwetschgen, Weichseln; weniger: Pfirsiche, Marillen, Birnen, Äpfel; Johannisbeeren (Ribiseln), Stachelbeeren (Ogroseln).

Jagd: 400 Hasen, 10-15 Rehe (1935).

Straßen, Plätze: Hauptgasse: „Dorf“, parallel dazu: Hintaus;
Verbindungen: Bahngasse, Brunnengasse, Grafengasse, Salzergasse; Tajaxer Weg, Gartenweg, Schiefweg, Tiefweg, Aspelweg, Mitterhaidweg, Biergrundweg, Langeichenweg, Dreschersteig zum Neuhof.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle zum hl.Rochus, 1850, davor ein Glockenturm; 1860 vergrößert, eine Glocke, im I.Weltkrieg abgeliefert.
Friedhof, gemeinsam mit Grafendorf.
Brünndlkapelle, 1831; als Dank für die Verschonung von der Cholera mit Kreuzwegstationen, 1936 erneuert und neu geweiht.
Weißes Kreuz, hl.Florian, um 1900, im Oberort.
Steinkreuz bei Nr.141
Rotes Kreuz am Tajaxer Weg
2 Eisenkreuze
Holzkreuz, 1922 am Neuriß.
Schloß Emmahof in der Hoja,1885, mit schönem Park.
Kriegerdenkmal, 1924.
Armenhaus, Neubau 1926.
Feuerwehrhaus, 1912.
Gemeindebücherei, 1921 (480 Bände 1936).
Bahnhof Grafendorf-Schönau
Elektrifizierung, 1938.

Schulen:
Erster Schulbau 1911: Kaiser-Franz-Josef-Jubiläums-Volksschule, fünfklassig, 1934 vierklassig; davor 1800 in Grusbach, später in Grafendorf; ein Schulmeister wird 1737 bezahlt,
ab 1784 gibt es in Grafendorf eine Schule. Neubau 1882.
Bürgerschule, 1938 mit Grafendorf.

Gewerbe:
Ziegelei, 2 Mühlen, Karlhof, ca.1810, 2 Schweinehändler.
5 Gasthäuser, 8 Gemischtwarenhändler, 3 Milchhändler 2 Bäcker, 2 Fleischer, Schmied, Maurermeister, 4 Tischler, 3 Wagner, 6 Schuster, 2 Schneider, 4 Schneiderinnen, 2 Friseure, 5 Trafiken, Hebamme.

Vereine:
Militärveteranenverein, 1899, 1918-20 verboten, ab 1920 Unterstützungsverein gedienter Soldaten.
Freiwillige Feuerwehr, 1905.
Deutscher Turnverein, 1913.
Jungfeuerwehr, 1923.
Orts-Viehversicherungsverein
Bund der Kleinbauern und Häusler, sozialdemokratisch.
Volksbund deutscher Katholiken
Landwirtschaftlicher Verein
Deutscher Kulturverband
Bund der Deutschen
Spar- und Darlehenskassa, 1891.
Milchgenossenschaft