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Qualkowitz

48° 58' N, 15° 30' O

Chvalkovice

Zlabings

Geschichte
Erstmals 1353 urkundlich erwähnt, gehört zu Althart; mit diesem geht es 1843 an Mgf. Pallavicini. Im Jahr 1679 wütet die Pest, fordert 28 Opfer, darunter sind der Gutsherr und seine drei Töchter. Das Gut wird 1922 enteignet.
Bis 1875 nach Neustift, danach nach Wispitz eingeschult. Seit 1923 besteht eine einklassige tschechische Volksschule mit Kindergarten. 1939 wird der Ort nach den reichen Kalkvorkommen in Kalkwiesen umbenannt.Am 9.Juni 1945 stellen tschechische „Partisanen“ drei Geiseln an die Wand; die deutschen Ortsansässigen ziehen ans Ende des Dorfes, wo ihre bereits durchgeplünderten Habseligkeiten auf drei Pferdegespanne verteilt werden. Über die menschenleeren Dörfer Zoppanz, Ranzern und Tiefenbach werden sie zur Grenze getrieben, im österreichischen Grenzort Schaditz dürfen sie in einer Scheune übernachten.

Brauchtum
Hochzeit wird meist zwischen Weihnachten und Fasching gehalten. Beim „G’wißmocha“ vereinbaren die Brauteltern, was die Braut mitbekommt, aber auch, was die Brautleute den Eltern im Ausgedinge zum Lebensunterhalt beizutragen haben. An den folgenden drei Sonntagen ergeht das Aufgebot von der Kanzel, das Paar „fällt von der Kanzel herunter“, darf dies aber nicht hören und nimmt an den Messen nicht teil. Stattdessen laden sie am ersten Sonntag die Hochzeitsgäste ein, am dritten kommen die ledigen Gäste, sie binden die Rosmarinsträuße für Bräutigam, Brautführer und Heiratsmänner und die übrigen Gäste.
Am Hochzeitstag, einem Dienstag, kommt der Bräutigam mit Verwandtschaft zum Haus der Braut, die den Bräutigam, hinterm Fenster versteckt, sehen muß. Zu ihrer Verwandtschaft gesellen sich viele Frauen und Mädchen, die die Aussteuer begutachten und ihr Glück wünschen. Sie werden mit Guglhupf und Tee bewirtet. Der Brautführer betritt das Gästezimmer und fragt, ob alle Gäste anwesend seien und bereit, den Bräutigam mit seinen Gästen zu empfangen. Der Heiratsmann der Braut bejaht dies, worauf der Brautführer den Bräutigam mit seinen Gästen hereinholt. Der Heiratsmann des Bräutigams verlangt vom Heiratsmann der Braut deren Vorführung. Nach einigen ausweichenden Widerreden erfolgt dies, er stellt sie dem Bräutigam vor und fragt ihn, ob er sie zur Frau begehre. Nach dem Ja reichen sich die Brautleute die Hand und besiegeln mit einem Kuß ihr Einverständnis. Beide Elternpaare erteilen ihren Segen. Vor dem Haus halten die Dorfburschen den Zug auf, sagen einen Spruch, bieten den Gästen einen Trunk an und bitten um eine Gabe. Der Brautführer führt die Braut zur Kirche, vor dem Altar stellt er sich rechts neben die Braut. Das Paar muß sich fest aneinanderdrücken, damit der böse Geist nicht durchkann. Die Brautdirn legt ein Kränzlein auf das Haupt des Bräutigams. Nach dem Hochzeitsmahl folgt der Tanz im Gasthaus. Die Gäste stellen sich im Kreis auf, der Brautführer tanzt zweimal mit der Braut im Kreis herum, beide verneigen sich am Ende der Runde vor dem Bräutigam. Nach der dritten Runde übergibt der Brautführer die Braut dem Bräutigam und bittet die Brautdirn zum Tanz. Beide Paare tanzen einen Walzer, beim nächsten tanzen auch die Gäste mit, zum dritten werden auch die Dorfburschen eingeladen. Um Mitternacht legt die Braut den Schleier ab. Für die Frauen, die noch eine Kleinigkeit zur Aussteuer mitgebracht haben, gibt es nach der Hochzeit noch ein kleines Gastmahl, „Sulz“ genannt.

Matriken seit 1645 (bei Neustift)

Literatur:
Harrer, Franz: Kalkwiesen. o.J.

Bezirk Mährisch-Budwitz, Gericht Jamnitz

1938-1945 Kreis Waidhofen a.d. Thaya
unter dem Namen Kalkwiesen

Straßenangerdorf 427 ha, 520m ü.d.M.

Lage am Fuße des Sonnwendberges (626m). – Eine Grabstätte am Qualkowitzer Berg soll Pesttote aufgenommen haben.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle hl.Michael 1808, renoviert 1905, gehört zu Pfarre Neustift.
Marter mit Johannesstatue am Ortsausgang
Gemeindebrunnen
Post in Piesling
Elektrifizierung 1936

Gewerbe: 2 Ziegeleien, Dorfschmiede

Vereine, Genossenschaften
Freiwillige Feuerwehr, 1927
Deutscher Kulturverband