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Qualitzen

48° 59′ N, 15° 24′ O

Chvaletín

Zlabings

Geschichte
Erstmals 1351 urkundlich erwähnt. Wiedertäufer siedeln sich an. Seit 1602 im Besitz der Slawata: Wilhelm von Slawata heiratet die Erbin und verlangt Rückkehr zum kath. Glauben oder Auswandern. Im 30jähr Krieg werden 21 von 34 Anwesen zerstört. Ein Großfeuer vernichtet 1790 alle Häuser der Sommerzeile.
Im Zweiten Weltkrieg fallen sechs Mann, fünf bleiben vermißt.
Am 6.Juni 1945 werden alle Deutschen vertrieben.

Kirchweihfest 22.Sept., Kirtag am Sonntag danach.

Brauchtum:
Dreifaltigkeitsprozession nach Kloster (ca.20km) am Sonntag nach Pfingsten.
Wallfahrt nach Montserrat zu Mariä Himmelfahrt (15.August) und Mariä Geburt (8.September). Festgottesdienste auch zu Mariä Lichtmeß (2.Feber), Mariä Verkündigung (25.März), Mariä Heimsuchung (2.Juli), Mariä Opferung (21.November) und Mariä Empfängnis (8.Dezember).
Bitt-Tage „Troadabetn“ (Getreidebeten), an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt: um halb zwei ruft die Glocke in die Kapelle, nach Gebet unter Glockengeläut Prozession hinter Vortragkreuz und zwei Kirchenfahnen aus dem Ort, am 1.Tag entlang der Kornfelder: um das tägliche Brot, danach in die Weizen-, Hafer- und Gerstenfelder. Beim Einzug ins Dorf wird unter Glockengeläut „Großer Gott, wir loben Dich“ gesungen. Bei Regen ist eine Andacht in der Kapelle.
Bandlmachen: Beim Mähen ausgesuchtes Roggenstroh (Drischelstroh) wird gebündelt und auf dem Scheunenboden gelagert, trocken und sicher vor Mäusefraß. Im tiefen Winter werden dann im warmen Kuhstall daraus die Bänder gedreht.
Tanzveranstaltungen gibt es im Jänner beim Feuerwehrball, dann im Fasching, zu den Maifeiern und an den Kirtagen. Am beliebtesten ist der Walzer, verbreitet sind auch der Landler, Polka und Marsch (Schieber), für die Jugend Tango, Foxtrott und English Waltz. Als Einlage tanzt man Jägertanz, bei dem Männer und Frauen/Mädchen sich in Kreisen gegenläufig bewegen; beim Wechsel von Marsch- zu Walzermusik muß jeder mit seinem Gegenüber tanzen. Beim Polstertanz (für die Jüngeren) legt ein Bursch oder ein Mädel, sobald die Musik wechselt, den Polster vor ein gewünschtes Gegenüber, man küßt einander, und der Polsterträger scheidet aus. Beim Haltertanz (Halter = Küh- oder Gänsehüter) gibt es ein Zeichen, worauf die Tänzer die Partner wechseln, wobei immer ein Bursch übrig bleibt, der den Halter spielen muß.

Matriken seit 1647 (bei Zlabings)

Bezirk Datschitz, Gericht Zlabings

1938-1945 Kreis Waidhofen a.d. Thaya

Längsangerdorf 616 ha, 501m ü.d.M.

Lage: Sommerseite (Front nach Süden) und Winterseite; Kalvarienberg (601m) südlich,

Flurnamen
Richtung Zlabings: Ottlüße, Beriäcker, Scheilüße, Kiralüße, Schotter-und Hölläcker; Wiesen: Wintergarteln, Ottlußwiesen, Graben- und Beriwiesen, Scheiwiesen, Scheigrabeln, Kirawiesen, Höllwiesen.
Richtung Muttischen: Ottlüße, Rotlüße, Zugaben, Zilligan, Tobel;
Wiesen: Heide, Zugaben, Stierwiese, Rotwiesen, Tobelwiesen.
Richtung Slawathen: Hofäcker, Ottlüße; Wiesen: Hofgrabeln, Ottlußwiesen.
Richtung Mutten: Beriäckere, Hirtaberi, Hofäcker, Ottlüße, Vorlüße; Wiesen: Edelwiesen, Wiege, Ott- und Vorlußwiesen, Vorlußgrabeln.
Richtung Wenzelsdorf: Hirtaberi, Gernäcker, Holzlüße, Ottlüße, Torstattäcker, Weiterlüße, Schandäcker, Langtalertäcker, Breitenlüße, Siebenlüße; Wiesen: Holzlußwiese, Garfteln, Gernwiesen, Hofbauerwiesen, Bärenwiesen, Weiterlüßeln, Langtalert, Böhmwiesen, Siebenwiesen, Breitenlußgrabeln;
Wald: Beriwald, Schotter- und Ottlußwald, Rotholz, Hirterberi, Holzlußwald, Bergluß, Urreut, Ottluswald, Vorholz, Höllwald.

Anbau von Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Kartoffeln, Futterrüben, Klee, Raps (ab 1939),

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle zur Unbefleckten Empfängnis Mariä, 1869, 1884 geweiht, zwei Glocken, gehört zur Pfarre Zlabings
Steinkreuz vor der Kapelle, Steinkreuz gegen Zlabings
Neues Kreuz an der Flurgrenze zu Zlabings
Sprinzlkreuz, nahe der Staatsgrenze
Steinmarter hl.Florian
Fegfeuer-Marter
Marter Mariä Krönung am Weg nach Wenzelsdorf
Höllmarterl Richtung Piesling, am Anfang eines tief eingeschnittenen Tales (Hölle),
Volksschule 1816-18, einklassig, erstmals 1784, auch für Wenzelsdorf und Slawathen, solange dort keine Schule war.
Kalvarienberg
Post Zlabings
Elektrifizierung 1932

Gewerbe
2 Ziegeleien, Gasthaus, 2 Kaufläden, Schmied, Schuhmacher,

Vereine, Genossenschaften
Freiwillige Feuerwehr 1929