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Schulgebäude

Pumlitz

48° 50'N, 16° 5' O

Bohumilice

Znaim

Geschichte
Urkundlich erstmals 1195 erwähnt, als es zum Kloster Bruck kommt.
1439 bestätigt König Albrecht den Besitz. Der Ort wird lutherisch, kehrt um 1600 zum alten Glauben zurück. Das Kloster Bruck besitzt im Ort einen Klosterhof mit Obst- und Küchengarten. 1678 werden 20 Untertanen von Kloster Bruck gezählt. 1827 gelangt der Ort über den Religionsfond an die Wiener Bankiers Liebenberg. Oftmals überschwemmt die Thaya die Gegend, 1845 und 1852 auch Pumlitz.
Im I.Weltkrieg fallen 15 Mann.
1945 bestehen ein Landwirtschaftsbetrieb mit 10ha, 8 mit 5-10ha, die anderen mit 2-5ha.
Im II.Weltkrieg fallen 18 Mann. 1945 werden 76 Familien mit 274 Personen vertrieben, vier Familien bleiben in Österreich, 71 kommen nach Deutschland (überwiegend Bayern, Hessen, Württemberg), eine nach Schweden, 16 Personen bleiben im Ort.

Brauchtum
Wallfahrten nach Maria Dreieichen vor Christi Himmelfahrt, nach Maria Taferl und Mariazell.
Im Winter Federnschleißen der Frauen. Im Laufe des Jahres haben sich Federn angesammelt. Tratsch und Singen, während die Männer an einem anderen Tisch Mariage spielen, zum Abschluß „Federhahn“ mit Kaffee und Kuchen.
Erstes Tanzfest im Jahr am Faschingssonntag (Jugend), am Montag (ältere Generation), Dienstag (für alle). Am Nachmittag des Aschermittwoch gehen die „Faschingsnarren“ durchs Dorf und bekommen von ihren Tanzgesellinnen Geselchtes, das am Donnerstag im Gasthaus verzehrt wird, am Mittwochabend wird der Fasching mit dem Heringsschmaus beendet.
Am Palmsonntag bringt man Palmkätzchen in die Kirche zum Weihen und schmückt daheim ein Heiligenbild oder ein Kruzifix.
Zu Ostern ziehen die Ratscher vom Gründonnerstag bis zum Karsamstag zur Angeluszeit durch den Ort, vier Aufpasser sorgen für Ordnung. An verschiedenen Stellen wird aufgesagt:
„Wir ratschen, wir ratschen zum Englischen Gruß,
den ein jeder katholischer Christ beten muß.
Fallt nieder, fallt nieder auf eure Knie
Und betet ein Vaterunser, drei Ave Marie!“
Am Karsamstag sammeln die Aufpasser Eier, die sie dann an die Ratscher verteilen.
Am 1.Mai bekommen die Mädchen von den Burschen einen Maibaum (Felberbaum) vor das Haus gestellt – den Maibaum „stessen“ – , den sie im Schindergraben am Sexenberg geholt haben. Den größten Baum stellen die Burschen vor dem Gasthaus auf, in dem sie bewirtet werden.
Für den Kirtag bekommen die Burschen neue Anzüge, die Mädchen neue Kleider, die Hausfassaden werden gestrichen, Kirtagsstriezerln werden mit Marillenmarmelade oder Mohn gefüllt und beim Bäcker gebacken. Am Samstag stellen die Burschen einen Fahnenmast in die Mitte des Tanzplatzes und ziehen eine schwarz-rot-gelbe Fahne auf. Verkaufsstände (Zuckerlhütten) werden errichtet, Ringelspiele und Schiffsschaukeln. Am Sonntagvormittag geht man nach Klosterbruck, zu Mittag gibt es Schweinebraten oder Gänsebraten. Die Burschen versammeln sich mit der Fahne vor dem Gasthaus und holen dann die Mädchen ab. Auswärtige Burschenschaften ziehen ein. Während die eine Burschenschaft tanzt, kegelt die andere im Gasthaus.
Nach der Weinlese wird in manchen Jahren ein Weinlesefest im Gasthaus veranstaltet. Die Burschen winden Girlanden aus Weinreben, an die sie Äpfel, Birnen und Trauben binden, und spannen sie über der Tanzfläche aus. Die Tänzer holen sich davon, müssen aber, wenn sie von Aufpassern („Hirta“) ertappt werden, ein Strafgeld zahlen.
Die erste Weinprobe am 11.November nennt man „Martiniloben“.
In Klosterbruck findet eine Jahresschlußandacht statt, die Silvesterfeier im Gasthaus dauert bis nach Mitternacht.
Zur Hochzeit schmücken Burschen am Vorabend den Eingang des Brauthauses mit Girlanden, es wird geböllert, das Brautpaar bewirtet mit Wein. Zur Trauung in Klosterbruck fährt das Brautpaar im Landauer, die Braut trägt Myrten, der Bräutigam einen Rosmarinzweig, Sinnbild der Treue.
Kinderspiele: Beim „Aberlspiel“ werden die farbigen Aberln (Murmeln) in eine Vertiefung in der Erde gerollt; wer die meisten hineinbringt, hat gewonnen. Das Kreiseltreiben nennt man „Wolfstreiben“. Beim „Ditschkerlspiel“ wird ein ca.10cm langes, 2-3cm dickes Hölzchen, das an beiden Enden zugespitzt ist, mit dem Schlag eines Brettchens auf eine Spitze zum Hochspringen gebracht. Eine Art Schlagballspiel ist das „Scheiferlpracka“. Verstecken, Bockspringen, Schulterreiten und Schubkarre spielen zu zweit sind auch beliebt.

Matriken seit 1580 (bei Znaim-Klosterbruck).

Literatur:
Zeiner, Franz: Unsere Heimat im Spiegel der Zeit, mit Chronik des Ortes Znaim-Pumlitz. 1987
Zeiner, Franz/Storn, Erich: Aus der 800-jährigen Geschichte von Pumlitz 1195-1995. 1995

Bezirk und Gericht Znaim

Dreieckangerrundling 197 ha, 206 m ü.d.M.

Flurnamen: Alte Thaya, Brünndelfeld, Garten, Golzische Wiesen (Krotzen), Hacken, Haidfeld, Kleinfeld, Lehenfeld, Mittelfeld, Ober Neurissen, Untere Neurissen, Spitzacker, Trawinggarten, Weidenfleckeln. Galgenberg, Pelzberg, Sexenberg.

Anbau: alle Getreidearten, überwiegend für Eigenbedarf; Gemüse, vor allem Gurken und Tomaten, Hülsenfrüchte; Weinbau stark zurückgegangen (33 Weinkeller, 21 Preßhäuser blieben), Obst, besonders Kirschen, Johannisbeeren, Nußbäume.
Die meisten Betriebe mit 5ha, 1945 nur 8 Betriebe mit 5-10ha, einer mit über 10ha.

Straßen, Plätze:
Dörfl, Oberdörfl, Unterdörfl; Dorfstraße, Mühlweg, Sexenbergweg.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle zur Heiligen Dreifaltigkeit, 1934, mit Glockenturm; nach Kloster Bruck eingepfarrt.
Bildstock/Marterl 1934, Ort der Maiandachten.
Marterl am Feldweg, Anfang und Ende des Ratschenrundgangs.
Kriegerdenkmal, 1921.
Gemeindehaus
Volksbücherei, 1924 mit Hilfe des Bundes der Deutschen.
Pflasterung der Dorfstraße, 1929.
Zweites Armenhaus, 1930.
Zeughaus der Feuerwehr, 1931.
Elektrifizierung, 1915-1920.

Schulen:
Volksschule, 1875 aus Klosterbruck gelöst, behelfsmäßig in Haus Nr.1; Neubau 1878, einklassig, mit Esseklee, 1908 aufgestockt: zweiklassig. Ab 1941 einklassig, Mittel- und Oberstufe in Oblas-Neuschallersdorf.

Gewerbe:
Mühle, 1195 genannt, 1348 Znaimer Bürgern geschenkt.
Gasthaus, 2 Bäcker mit Gemischtwarenhandel, Schmied, Schuster, Maler, Trafik.

Vereine:
Raiffeisenkassa, 1900.
Bund der Deutschen, 1906. Bund der Landwirte, 1921.
Deutscher Kulturverband, 1922.
Freiwillige Feuerwehr, 1930.