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Proßmeritz

48° 54′ N, 16° 12′ O

Prosíměřice

Znaim

Geschichte
Ottokar I. schenkt 1226 das Patronat dem Kloster Bruck, diesem gehört der Zehent seit 1293. Zu Beginn des 14.Jh. gehört der größere Teil des Ortes zur Herrschaft Jaispitz. 1435 wird der dritte Jahrmarkt per Urkunde auf den 21.Dezember festgesetzt. 1625 gehört Proßmeritz zu Kromau und dem Hause Liechtenstein. Auf der „Galgenhöhe“ Richtung Töstitz sollen Hinrichtungen stattgefunden haben. 1821, 1829 und 1842 äschern Brände fast den ganzen Ort ein.
Turn- und Gesangverein spielen Volksstücke wie „Das vierte Gebot“ von Anzengruber oder Lustspiele.
Im I.Weltkrieg fallen 21 Mann, im Zweiten 22 Mann. Am 7.Mai fallen Bomben auf den Ort, am 8.Mai dringen die Sowjets ein.

Matriken seit 1652.

Bezirk und Gericht Znaim

Straßendorf 326 ha, 205 m ü.d.M.

Flurnamen:
Kirchenfeld, Hintauslüsse, Grindellüsse, Quanten, Unteres Feld, Sandäcker, Krautäcker, Straßenrauber, Wainitzfeld.

Anbau: Hackfrüchte, Zuckerrüben, Gurken; Weinbau.

Straßen, Plätze:
Marktplatz, Prater (mit den Weinkellern), Pratscher Straße, Wainitzer Straße, Panditzer Weg, Hohlweg, Teßwitzer Weg.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche zum hl.Aegidius, frühgotisch, Chor mit Kreuzrippengewölbe, 2.Hälfte 13.Jh., Langhaus, gotisch, zweischiffig, südliche Hälfte mit Kreuzrippengewölbe, 15.Jh., nördliche, breitere bei Restaurierung 1453 flach gedeckt, Westtor gotisch, Schauwand mit Renaissancegiebel; 2 Altarbilder von Fr.A.Maulbertsch; 1837 restauriert.
Kapelle mit Fresken von Josef Winterhalter; frühgotische Sakramentsnische mit Gitter; Taufkessel 1.Hälfte 17.Jh., Turm spätromanisch mit Steinkegeldach und Eckpyramiden, 16.Jh.
Hl.Johannes von Nepomuk
Hl.Florian am Ortsausgang an der Znaimer Straße.
Schloß, seit 1938 Gemeindebesitz.
Kriegerdenkmal
Pranger
Armenhaus
Post- und Telegraphenamt, Gendarmerie
Molkerei
Spar- und Darlehenskasse
Arzt, Tierarzt

Schulen:
Volksschule, dreiklassig seit 1884, damals wird Gaiwitz eingeschult; gegründet etwa 1780; bis 1829 (durch Brand zerstört) einklassig, bis 1883 zweiklassig.

Gewerbe:
3 Mühlen, Gemeindegasthaus mit Gemeindestube,
Gasthaus, 3 Gemischtwarenhandlungen, Kaufhaus, Lebensmittelgeschäft, Trafik, 2 Bäcker, Fleischer, 3 Schneider, 3 Schmiede, Schlosser, Tischler, Binder, Sattler, 3 Schuhmacher, Uhrmacher, Färber, Weber, Gärtner, Friseur, Fahrrad- und Radiogeschäft.

Jahrmärkte: An den Montagen 1) nach Palmsonntag, 2) nach Ägidius (1.September); 3) an Thomas (21.Dezember).

Vereine:
Freiwillige Feuerwehr, 1875.
Gesangverein 1885, (bis 1927).
Molkereigenossenschaft, um 1900.
Turnverein, 1912.