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Prittlach

48° 51′ N, 16° 46′ O

Pritluky

Nikolsburg

Geschichte
Erstmals 1222 urkundlich genannt als Besitz des Zisterzienserklosters Welehrad, am Fuße dees Prittling (292 m). 1421 brennen die Hussiten den Ort nieder, 1599 kaufen ihn die Liechtenstein, gliedern ihn 1617 der Eisgruber Herrschaft ein; 1619 niederge brannt, bleibt drei Jahre lang verwüstet, von den Schweden 1645 abermals niedergebrannt, 1649 und 1663 durch Türken. Verarmung und Geldentwertung durch Türkenkrieg und Spanischen Erbfolgekrieg belasten die Bevölkerung schwer. Im September 1938 werden die Männer von den Tschechen zum Schanzen abkommandiert. Nach dem Anschluß 1938 Zollstation. Im I. Weltkrieg fallen 44 Mann, im Zweiten 58. Im Juni 1945 werden die Deutschen vertrieben, 1946 die meisten nach Deutschland abgeschoben, insbesondere nach Baden-Württemberg und Bayern.

Brauchtum
Der “Emmausgang” am Ostersonntag führt die männliche Einwohnerschaft an der Gemarkungsgrenze entlang, dabei bittet man um Segnung der Saaten. Am Ortseingang wird die Prozession durch Pfarrer und Ministranten nebst Feuerwehr und Musikkapelle eingeholt. Die weibliche Bevölkerung empfängt sie vor den Häusern stehend.
Am Heiligabend versammelt sich die männliche Jugend um Mitternacht vor dem Gemeindegasthaus und singt:

Es ist jetzt um Mitternacht, Mitternacht,
Stehet auf in euerm Gemach
Und höret eine Botschaft an, Botschaft an,
Welche erfreuet jedermann.
Es ist geboren zu Bethlehem
Der König aller Könige … (etc.)
Die Prittlacher werden scherzhaft “die Schuttna” oder “die Fisierla” genannt, weil sie am Freitag Fisolensuppe (grüne Bohnen, Schoten) mit Buchteln bzw. abgeschmalzenen Knödeln (abends) essen

Bezirk, Gericht Auspitz, 1938 Kreis Nikolsburg 1112 ha 175 m ü.d.M.

Flurnamen
Felder, Weingärten: Rackwitzgwandten, Neumühlgwandten, Satz, Goldberg, Neuberg, Pointen, Fochelberg, Heinl, Dresinger, Lahmgruben, Niederberg, Sieben satz, Eichberg, Langviertel, Essigfassel, Allinger, Baumwoll, Scheiben, Mitterberg, Hirnsee, Feigelberg, Kreften, Rosenberg, Feigelbeergackerl, Kleinweingärten, Rosenbergackerl, Biniesenackerl, Sandgwandten, Rosenberggwandten, Bergäcker, Queräcker, Koberäcker, Bannwasseräcker, Wolfäcker, Burgstall, Vorauäcker, Lindstall, Kitting, Breiten, Seeäcker
Wiesen, Weiden: Bauernwiesen, Bruckwiesen, Dreigwandten, Zweigwandten, Zins wiesen, Fasziererwiesen, Richterwiesen, Rohrseewiesen, Dorfsee, Zeinl, Linsenboden, Wolfwiesen, Lempawiesen, Stierwiesen, Taschelwiesen, Gemeinde hutweide, Pfaffengruben, Thayawinkel, Galgenhügel

Anbau: Weizen (hervorragend), jedes andere Getreide, Hülsenfrüchte, Mohn, Kartoffel, Zuckerrüben,
Tierwelt: alle Vogelarten, bis zu 60 Storchenpaare

Wege
Gegen Saitz ’nauf, Eichbergweg, Hohl- oder tiefer Weg, Neubergweg, Niederbergweg, Mitterbergweg, Siebensatzweg, Feiglbergweg, Rosenbergweg, Eisgruber Weg, Pulgramer Weg, Neudecker Weg, Neumühlner Weg, Granitzweg, Hapran, Bereackerweg, Zwereackerweg, bei den Saugwandten, beim Pudox, Biniesenackerweg, Feiglbergackerweg
Im Ort
Herrengasse, Dreifaltigkeitsgasse, Quergasse, Johannesgasse, Schmiedgasse, Zipf, Hinter den Stadeln, Ofnergassel, Schafgassel
Markante Plätze im Dorf, auf den Feldern
Beim Gemeindewirtshaus, Bei der Schlachtbank, Beim Floreane, Beim Wendeline, Bei der Schule, Bei der Pfarrei, Bei der Dreifaltigkeit, Beim heiligen Johannes, Im alten Friedhof, Beim Freidhof, Beim Transformator, Gegen Saitz, Bei der Lieben Frau, In den Herrschaftslangvierteln, In den Viervierteln, Beim Leuchtturm, Bei der Antonimarter, Beim Roten Kreuz, Beim alten Steinbruch, der Hapran, Beim Steinbruch auf der Saitzer Gemarkung
In den Auen und Wiesen
Der Viehaustrieb, der Knoberwald, die Knoberwaldbäume, Beim Steinernen/ Hölzernen Brückel, Bei der Wiesenbruck, Bei der Wiesen, Beim kleinen Loch, Bei der tiefen Wiesen, Beim Zyrillibild, Bei der Sandeiche, Hinter den Linsen, Im Thayawinkl, Bei der Pfaffengruben, Beim Burgstall, Beim Galgenhügel, Bei der Schinderei, Roßstellung, Beim Zipfelgarten,, Bei der Saulache, Im Dorfsee, Bei den Biniesen, Am Zeindel, Beim Hansenteich, Bei der Frauenlocka, Beim Bannwasser, Bei der Pletschengrube, Beim Rohr-/Kohlsee, Beim Stein

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche St. Margareta 1218, 1779 niedergebrannt, 1784 wieder aufgebaut; Turm, freistehend, 1765 von der Gemeinde erbaut und genutzt, 4 Glocken 1780 (in beiden Weltkriegen eingeschmolzen)
Pfarrhaus 1766/67, 1779 niedergebrannt, wiedererrichtet
Dreifaltigkeitssäule
Hl. Johannes von Nepomuk
Hl. Wendelin
Hl. Florian
Schule 16. Jh., 1844 Neubau zweigeschossig, drei Klassen
Kindergarten 1938
Gemeindebücherei (nur im Winter geöffnet, sommers ist keine Zeit zum Lesen)
Kriegerdenkmal 1930
Armenhaus
Postamt
Elektrifizierung 1928 (1865 Petroleumlampen)
Wasserversorgung durch 5 öffentliche Brunnen und Hausbrunnen
Fernsprecher 1938
Tierarzt
Vereine, Genossenschaften
Freiwillige Feuerwehr 1896
Turnverein
Gesangverein
Veteranenverein
Raiffeisenkassa 1898
Milchgenossenschaft 1920


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