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Pratsch

48° 53′ N, 16° 12′ O

Práče

Znaim

Geschichte
Der Ort gelangt – nicht zur Gänze – aus landesfürstlichem Besitz 1190 an Kloster Bruck, 1344 wird der Besitz an einen Znaimer Bürger verkauft und geht 1374 an das Augustinerkloster in Brünn über. Kloster Bruck verkauft 1531 den Ort mit Teßwitz zur Herrschaft Grusbach, er wird 1560 mit dieser Herrschaft weiterverkauft.
Aus den Schwedenkriegen stammen Reste eines Erdstalles. 1699 kauft Margaretha von Liechtenstein den Ort. Nach der am 3.Juli 1866 verlorenen Schlacht bei Königgrätz zieht sich die österreichische Armee nach Wien zurück, die Pratscher flüchten mit beladenen Wagen in den Burgholzwald. Die Preußen kommen zunächst nicht, dann schon und wieder nicht, so geht es hin und her, und als die Preußen doch kommen, nehmen sie den Leuten nichts weg. Die Cholera fordert 100 Menschenleben. Im I.Weltkrieg fallen 13 Mann. 1938 müssen die fünf Radios, die es im Ort gibt, bei der Post in Lechwitz abgegeben werden. Im II.Weltkrieg fallen 34 Mann.
Am 7.Mai 1945 wird der Ort bombardiert, die Rotarmisten dringen ein, Raub und Vergewaltigungen folgen. Drei durch Genickschuß getötete Landser werden begraben. Tschechische Hausbesetzer rauben die Häuser aus. Einige Familien fliehen nach Österreich, andere werden bis 1946 zur Zwangsarbeit verschleppt.

1936 wurde ein Hockergrab, 4000 Jahre alt, in der Lehmstetten gefunden.

Wallfahrt nach Maria Dreieichen nach einem Gelübde seit 1831, als Ruhr und Cholera im Dorf wüteten.

Matriken seit 1916 (davor ab 1652 bei Proßmeritz).

Literatur:
Gregor, Gustav: Dorfbuch der Gemeinde Pratsch. 1958
Weiß, Klemens: Pratsch. 1992

Bezirk und Gericht Znaim

Breitangerdorf 721 ha, 205 m ü.d.M.

Flurnamen:
Frauengebiet, Weingartengraben, Ungarfeld, Feiststücken, Heide, Langfeld, Kreinfeld, Prälastischer Garten, Kirchfeld, Langenteile, Hauswiesen, Edelweide.

Jagd: 200 Hasen, 1000 Rebhühner, 100 Fasane, 20 Wildenten, 100 Wachteln, 10 Wildgänse, 10 Rehe, 100 Bisamratten.

Straßen, Plätze:
Lechwitzer Straße, Proßmeritzer Straße, Neue Straße; Panditzer Weg, Hödnitzweg, Erdbergweg, Triftweg.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche zur Unbefleckten Empfängnis Mariä 1905, vergrößert 1934. Pfarrei seit 1918, davor nach Proßmeritz eingepfarrt.
Pfarrhaus, 1918 aus der alten Schule (Nr.55) umgebaut.
Friedhof 1916 (davor Proßmeritz).
Wiener Marter: 6m hoher gotischer Bildstock aus dem 14.Jh.
Marterl auf der Straße nach Proßmeritz.
Steinfeldkreuz, 1826.
Bildstock der vierzehn Nothelfer am Erdbergweg.
Kriegerdenkmal auf dem Friedhof.
Gemeindebücherei
Poststelle des Postamts Lechwitz.
Feuerwehrgerätehaus, 1920.
Armenhaus
Telefon in Lechwitz
Elektrifizierung, 1928.
Omnibuslinie, 1930.

Schulen:
Neubau 1898, Umbau 1930, zweiklassig, mit Turnsaal. Älteste Schule (Nr.55) seit 1790, Neubau 1860, einklassig.
Kindergarten, 1938.

Gewerbe:
Schmied, Schlosser, Sattler, Wagner, Tischler, Schneider, Schuhmacher.

Vereine:
Freiwillige Feuerwehr, 1900.
Raiffeisenkassa, 1919.
Deutscher Burschenverein „Gemütlichkeit“, 1926.
Turnverein, 1937.
Kriegerverein, 1938.