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Prahlitz

49° 3′ N, 16° 29′ O

Pravlov

Nikolsburg

Geschichte
Erstmals 1222 urkundlich erwähnt, seit 1486 Markt. Bei Ausgrabungen wird “Im Winkel” ein Backofen aus der Keltenzeit gefunden. Besitz der Markgrafen von Mähren, 1537 des Klosters Kanitz, es besteht eine ansehnliche Judengemeinde. Nach mehreren Besitzwechseln wird es nach dem Ständeaufstand 1623 von Franz Kardinal Dietrichstein erworben. 1609 Markt und Gerichtsort, leidet P. unter dem 30jährigen Krieg. 1652 Bau einer Holzbrücke über die Igel, zu ihrer Erhaltung wird eine Maut an der Kreuzung Znaim – Brünn/Nikolsburg – Eibenschütz eingerichtet (1903 aufgehoben). Dort fragt 1866 ein Leutnant Hindenburg nach dem Weg Richtung Nikolsburg. Die alte Brücke wird 1919 vom Hochwasser weggerissen, 1922 wird eine Stahlbrücke errichtet. Im August 1945 werden rund 50 Deutsche ausgeraubt über die Grenze gejagt, am 21. März 1946 die ersten 60 über Lager Nikolsburg nach Deutschland abgeschoben, die letzten folgen im Oktober.

Marktgemeinde; Bezirk Nikolsburg, Gericht Pohrlitz, Post Kaunitz 221 ha 192 m ü.d.M.

Flurnamen
Satzen, Goschern, Wasserberg, Hintausacker, Hausacker, Sandacker, Hübel, Pfefferberg, Trebitscher, Stösseln, Neufeld, Neusatzeln, Aschkuppenberg

Anbau
Getreide, Zuckerrüben, Mais, Spargel, Wein, Gurken, Gemüse, Wein, Edelobst, große Mengen Zwetschgen, auf dem Wiener Markt als “Prahlitzer” geschätzt.
Besonderheit der Fauna: Aschkuppe (im Wappen)
Straßen, Plätze
Dorfplatz (100 x 100 m), Im Winkel, Gansanger, Klein-Prahlitz, Flederwischgasse

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche St. Martin/Heimsuchung Mariae, um 1300 gotisch, 1748/58 umgestaltet; Wehrturm (38 m) 12. Jh. 3 Glocken, 1510, 1797; Filialkirchen in Klein-Niemtschitz und Kuprowitz
Pfarrhof 15. Jh. (Renaissance), renoviert 1761
Friedhofkreuz 1819
St. Johannes von Nepomuk 1733
Gerichtsmarter erinnert an Halsgerichtsbarkeit 1497
Urbankreuz
Marterl 1576
Feldkreuze
Marterl am Lettenberg
Kriegerdenkmal 1921
Jahn-Denkmal 1928

Schule, 1671, einklassig, 1820 Neubau, zweiklassig, 1870 dreiklassig, 1929 Anbau
Kindergarten 1938
Gemeindebücherei (Turnverein, Südmährerbund, Christlich-soziale Partei)
Elektrifizierung 1935
Wasserversorgung durch 5 Ortsbrunnen und Hausbrunnen
Postamt und Fernsprecher 1939

Gewerbe
Ziegelei
2 Hebammen
3 Kaufläden Bäcker Fleischhauer Schmied Friseur
Schneider Schuhmacher Getreidehandel Kohlenhandel

Vereine, Genossenschaften
Musikverein 1870
Südmährerbund 1902
Freiwillige Feuerwehr 1904
Turnverein 1905
Milchgenossenschaft 1924
Raiffeisenkassa 1926
Fischereigenossenschaft
Jagdgenossenschaft