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Pomitsch

48° 53′ N, 15° 47′ O

Podmyče

Znaim

Geschichte
Das Dorf umfaßte 19 Viertellähner-Höfe mit je 12ha (60Metzen) Ackerfläche, daneben viele Häusler mit zusammen ca.110ha; zwischen 1860 und 1904 werden von den 19 Höfen 12 zwangsweise verkauft. Wer Geld brauchte, etwa nach einer Mißernte, mußte sich an Wucherer wenden, die 20% Zins und mehr verlangten. Als nach 1875 die Höfe aufgeteilt und Teile verkauft werden durften, wurden 7 Hofstellen verkleinert, eine Hofstelle wurde ganz aufgelöst, und an ihrer Stelle 1900 die Schule errichtet. Um 1900 wurden mit der Gründung der Raiffeisenkassen günstige Kredite möglich, mit der Errichtung von Lagerhausgenossenschaften und Milchgenossenschaften der Absatz der Produkte gesichert. 1917 vernichtete Frost die Baumblüte, der Sommer war trocken, Kartoffeln und Rüben blieben klein, der Roggenertrag gering, der Roggen wurde für das Militär beschlagnahmt, die Müller durften nur Hafer und Mais mahlen. Es herrschte Hungersnot. Jede Familie erhielt monatlich 5kg Mais zum Brotbacken zugeteilt. Man mischte ihn mit gesiebtem Hafer und anderen Körnern. Manche Familie hatte kein Stück Brot im Haus.
Am 17.Juni 1945 wurden die meisten Deutschen vertrieben, nur 20kg Gepäck wurden ihnen erlaubt.

Brauchtum
Zum Fasching holen die Burschen am Freitagnachmittag aus dem Gemeindewald Reisig, am Abend schmücken sie mit ihren Tänzerinnen den Tanzsaal. Am Sonntag beginnt um 14 Uhr der Tanz, bis vier Uhr früh, die Mädchen gehen heim und die Burschen zechen bis zum hellen Morgen. Am Montagmorgen gehen die Burschen mit Ziehharmonikamusik zu ihren Tänzerinnen und bekommen Kaffee und Kuchen, Sulz oder Geselchtes. Keine Tänzerin darf vergessen werden, sonst gibt es Verdruß. Am Abend geht die Tanzerei weiter, diesmal nur bis Mitternacht. Am Dienstagmorgen maskieren sich die Burschen und sammeln Eier, Krapfen, Hafer, Schmalz, Fleisch und Geld. Um 14 Uhr wird wieder getanzt. Die Wirtin bereitet aus dem Gesammelten ein Abendessen, nur die verheirateten Frauen müssen dafür bezahlen. Spenden für die Burschen erbringen 900-1100Kronen. Am Aschermittwoch sammeln die Burschen wieder: Grieß, Krapfen, Eier, Schmalz, Mehl und Geld. Die Wirtin macht für die Burschen und Männer einen „Schmorr’n“, der Wirt stellt den Heringsschmaus und einige Faß Bier. Der Rest des Geldes wird am folgenden „Branntweinsonntag“ vertrunken, die Mädel spenden dazu Torten.
Für das Maibaumsetzen wird Ende April auf der Forstverwaltung im Schloß Frain gegen Entgelt eine Anweisung zum Fällen und Abholen von fünf Maibäumen geholt, meist Birken, manchmal, wenn diese noch keine Blätter haben, Fichten. Diese werden vor den Häusern vom Bürgermeister, Lehrer, Feuerwehrhauptmann und den beiden Gasthäusern aufgestellt. Auch beim Kriegerdenkmal wird ein Baum aufgestellt, die Dorfschönen bekommen kleinere, die oft am Schornstein befestigt werden. Ende Mai werden die Bäume von den Hauseigentümern umgelegt, ausgeführt wie das Holen und Aufstellen von den Burschen, denen sie dafür ein Faß Bier spendieren. Der höchste Maibaum wurde 1933 gesetzt, eine Fichte von 28m Länge.

Matriken seit 1642 (bei Frain).

Bezirk Znaim, Gericht Frain

Längsangerdorf 434 ha, 440 m ü.d.M.

Flurnamen:
Magenfeld, Schloßgraben, Langerholz, Steinriedl, Neurieß, Benginger Weg, Holäackerln, Dorfwiesen, Hofacker, Brennesselmaß.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle zur hl.Margareta, 1721, mit dreigeschossigem Turm, zwei Glocken, die große muß im Krieg abgeliefert werden und wird 1922 ersetzt, im II.Weltkrieg abermals abgeliefert; neuer Altar, Spende von Anton Hummel, 1935 geweiht.
Friedhof, 1871.
Marter mit Gnadenbild, 1783, am Weg nach Frain.
Josefkreuz an der Straße nach Schaffa.
Gnadenbild am Föhrenbaum am Weg nach Frain.
Postablage
3 Feuerlöschbrunnen, 1933, 1934/35, 1936.

Schulen: Volksschule 1900.

Gewerbe: Großgrundbesitz, Sägewerk 1922.

Vereine:
Turnverein
Freiwillige Feuerwehr, 1905.
Männergesangverein, 1921.