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Pollau

48° 52′ N, 16° 40′ O

Pavlov

Nikolsburg

Geschichte
Mit der Maidenburg gelangt P. in die Hand der Przemysliden, erstmals 1334 ur kund lich genannt, König Jo hann belehnt Hartneid II. von Liechtenstein, damit zur Herrschaft Nikolsburg ghelangt. Von Hussiten und im 30jähr. Krieg einge äschert. 1543 sind Wiedertäufer nachgewiesen. 1582 Einweihung des Friedhofs, 1617 Bau des Gemeindehauses. 1713 und 1833 wüten verheerende Feuers brün ste, 1805 und 1809 verursachen Franzosen hohe Kosten, 1866 sind Preußen kurze Zeit im Ort. 1945 wohnen 998 Personen in 274 Häusern; es bestehen 301 Hausnummern und 131 Weinkeller; viele Ortsansässige sind wegen besse ren Ver dien stes nach Lundenburg gegangen. Durch die Ver trei bung kommen nach BW 418, Bayern 348, Hessen 38, in Österreich bleiben 198, in Pollau 27.

Zur Entstehung der drei Felsengebilde, als die drei versteinerten Jungfrauen bezeichnet, erzählt eine Sage, eine mongolische Prinzessin habe auf ihrer Reise durch Europa mit zwei Zofen auf der Maidenburg Nachtquartier ge fun den und
wegen ihres reichen Goldschmuckes mit den Zofen vom Burg herren nachts umgebracht und aus dem Fenster geworfen worden. Am Morgen habe er die drei versteinert als stumme Mahnmale sehen müssen. Der Mongolen-Chan soll mit seinen Horden nach Europa eingefallen sein, um Rache zu nehmen.

Brauchtum: Nachbarn nennen die Pollauer “Zwickel” nach der Bezeichnung keilförmiger Flächen; für die Pollauer sind die Klentnitzer “Zwetschkenhasen”, die Millowitzer “Raubschützen”, die Unterwisternitzer “Sandhasen”.

Bezirk, Gericht Nikolsburg 1398 ha 167 m ü.d.M

Am weinbewachsenen Hügellande gelegen, das den Pollauer Bergen vorgelagert ist, am Ostabhange des Maidensteines (428 m), im Gemeindegebiet liegt auch der Maidenberg (550 m).

Flurnamen
Lea, Satz, Altenberg, Hofacker, Steinriegel, Stettenweingärten, Kleines, Mitt leres, Großes Feld, Schmalesen, Zweigwandten, Dreiviertel, Fünfviertel, Zwöl fer, Scheiben, Scheibacker, Hagengrube, Fleckgarten, Spotenberg, Ochsen hü bel, Augrund, Sauweide, Zeiselfeld, Oberhertolzberg, Gräbergarten, Stangel berg, Brünnerberg, Bauernwiese, Klingwiese, Neuwiese, Kohlgrubwiese, Sech zehner wiese, Kohlgrübeln, Jägerwiese, Judenwiese, Kratzerwiese, Kreuzwiese, Bach ofen wiese, Roßweide
Wald: Häselschacha, Kohlgrub, Dornleiten, Verdorbenleiten, Fürstenwald
See: Grumpsee, Saulacke, Danascharen, Entensee, Flachsee, Kaltes Loch, Run zengraben

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kirche St. Barbara, 1658, zunächst Kapelle und Filiale zu Unterwisternitz, 1740 restauriert, erweitert zur Kirche, 1829 verlängert und umgestaltet, Pfarr kirche seit 1859; Vorgängerin zerstört von Hussiten, 1619 von Ständi schen.
Pfarrhaus 1740, Friedhof außerhalb
Kapelle an der Millowitzer Straße, innen Muttergottesstatue, 1868; nach 1945 entfernt
Hl Johannes von Nepomuk
Hl. Florian 1713
9 Wegkreuze
5 Marterln
Kriegerdenkmal 1921
Volksschule, seit 1740 einklassig (davor Unterricht in Unter-Wisternitz); 1842 erweitert, 1862 Neubau; drei-, später erweitert, vierklassig;
Kindergarten 1940
Armenhaus
Bücherei 400 Bde
Schulmuseum
Archiv
Preßhäuser im Barockstil
Poststelle 1940
Omnibusverbindung nach Nikolsburg
Trinkwasser 1844 von Blansko, 1936 mit Hausanschluß
Elektrifizierung 1937

Gewerbe
Kalkofen bis 1885
Steinbruch
Gemeinde-Feldziegelofen bis 1925 (im Augrund)
Haarnetzerei als Heimarbeit

2 Gastwirte 2 Gemischtwarenhandlungen 3 Bäcker
Fleischhauer 2 Schmiede Schlosser
Wagner 2 Tischler 4 Schneider
2 Schumacher 2 Maler Faßbinder
Zimmermann 6 Maurer 2 Näherinnen

Vereine, Genossenschaften
Freiwillige Feuerwehr 1876
Bund der Deutschen 1905
Gesangverein “Die Maidenburger” 1905
Ortsviehversicherungsverein 1906
Verein gedienter Soldaten 1910
Deutscher Turnverein 1912
Verschönerungsverein 1912
Deutscher Kulturverband 1919
Landwirtschaftlicher Ortsverein 1920
Spar- und Wohltätigkeitsverein 1932
Spar- und Darlehenskassa 1896
Milchgenossenschaft 1910
Kellereigenossenschaft 1941