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Pausram

48° 56′ N, 16° 38′ O

Pouzdřany

Nikolsburg

Geschichte
Urkundlich 1244 erstmals erwähnt, 1291 von Heinrich von Liechtenstein ver kauft und 1384 zurückgekauft, im Urbar 1414 mit Kirche, Pfarrhof, drei Müh len, Meierhof und 93 Bauernhäusern; 1556 an Ambros von Ottersdorf verkauft, fällt mangels Erben an den Kaiser, von Maximilian II. 1574 an Friedrich von Zierotin-Seelowitz als Lehen gegeben, 1581 drei, später vier Jahr märkte, Maut. 1593 gibt Friedrich von Zierotin eine Weinberg ordnung. Vor 1550 erscheinen Wie der täufer, die Pfarre wird lutherisch. Franz von Dietrichstein kauft 1630 das Gut, jetzt Herr schaft Nikolsburg (bis 1924) und weist alle Nicht katholiken aus. 1663 von Türken ausgeplündert und niedergebrannt, 64 Menschen umgebracht. 1832 durch Cholera 98 Tote, 1848 weitere 80, 1866 noch 40; 1855 sterben 53 Kinder an Scharlach. Am 8. 9. 1887 Protestversammlung der Deut schen Süd mährens und Brünns, nach dem Tschechen Grund angekauft und Häuser für 15 Siedler gebaut haben: Gründung des Südmährerbundes beschlos sen. Haltesta tion 1869 an der 1839 gelegten Bahnlinie. 1914-18 fallen 35 Mann. 1928/29 Bau einer Minder heitsschule. 1932-35 Notstandsarbeiten, z. B. Pflasterung, Baum pflanzung. 1939-45 fallen 42 Mann, 26 bleiben vermißt. Am 16. 4. 1945 von Rotarmisten besetzt, tschechische Schreckensherrschaft folgt, zwei Männer werden erschossen, zwei im Lager Brünn erschlagen . Männer und ganze Fami lien werden verschleppt, im Frühsom mer 1946 ausge trieben.

Bezirk Nikolsburg, Gericht Pohrlitz; 1357 ha 176m ü.d.M.

Südlich des Marsgebirges – der Hutberg (294 m) liegt im Gemeindegebiet – und nördlich der Pollauer Berge gelegen

Flurnamen
Satzweingärten, Vorderbergweingärten, Czederweingärten, Kolbenweingärten, Lehmgrubenweingärten, Altenbergweingärten, Auf der Hut, Grundweingärten, Totermannweingärten, Jungenweingärten, Im alten Straßberg, Im Saurüssel, Ge richtsfeld, Zippäcker, Altenbergfeld, Hofluß, Straßbergweingärten, Oberleu ten feld, Drei Stößeln, Schmiedäcker, Obere G’wanten, Unterleutenfeld, Schwal ben grube, Ganserlweide, Saulacke, Teichfelberln, Leutenweingärten, Kurz feld, Haus wiesen, Bleichgarten, Erlwiesen, Untere Kohlstattwiese, Roß see, Kohlstatt wiese, Krautgärten, Neuwiese, Obere und Untere Schwarzgarten wiese, Schied wiese, Gemeindeweide, Mühlried, Untere Krautgärten, Ziegel grube, Mühlfelbern, Wehrholz, Scheibenwald, Kolbenwald, Stierwinkelleuten, Erl leuten, Almwiesen, Was serleuten, Kleinwiese, Kleinwiesenleuten, Kletten leuten, Krippleuten, Über führ leuten

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kirche hl. Nikolaus und hl. Wenzel, 1291, Patronat beim Kloster Kanitz; 1498 renoviert oder fertiggestrellt, Hei li gen statuen von Ignaz Lengelacher (1749), Orgel von 1711. Davor Marien kapelle an anderem Platz; von einst 3 Friedhöfen (Bürgergruft, ummauerter um die Kirche) seit 1784 nur der außerhalb des Ortes bestehende
Rosalienkapelle, 1832 nach Cholera an der Straße nach Poppitz errichtet
Hl. Johannes von Nepomuk 1551 (Mühle)
Hl. Johannes von Nepomuk 1715 (Kirche)
2 Martersäulen, Straße nach Tracht
Kriegerdenkmal 1924
Schule 1865, seit 1568 nachweisbar, 1588 Schulmeister der hutterischen Brü der; 1886 dreiklassig, 1897 erweitert; 1925 dritte Klasse aufge lassen (seit 1920 tschech. Volksschule, 1930 modernes Schulhaus mit Kinder gar ten, bis 1938).
Rathaus, 1839 nach Brand 1834; Vorgängerbau aus dem 16. Jh., später erwei tert, mit Kanzlei, Sitzungssaal, Raiff ei sen kassa, 1868 Postamt, 1925 erweitert, Telegraph, 1926 Telephon.
Herrschaftliches Schlößchen mit Bräuhaus
Renaissancehaus mit Laubengang, Arkadenhof, zweigeschossig (No 115)
Turnhalle 1924
Armenhaus
Postamt
Buslinie Nikolsburg-Auspitz 1938-45
Bahnstation 1869 der Linie Lundenburg – Brünn
Elektrifizierung 1927

Gewerbe
Mühlen: herrschaftliche, gemeindliche (beide eingegangen)
an der Grube; diese 1917 niedergebrannt, 1923 wiedererrichtet, 1924 Erwei terung, danach Zuzug tsche chischer Arbeiter.

Vereine, Genossenschaften
Freiwillige Feuerwehr 1889
Turnverein 1913
Unterstützungsverein ehemaliger gedienter Soldaten
Deutscher Kulturverband
Südmährerbund
Katholischer Volksbund
Raiffeisenkassa 1895
Milchgenossenschaft