o-242-01-Pardorf « »

Pardorf

48° 50′ N, 16° 37′ O

Bavory

Nikolsburg

Geschichte
Erstmals urkundlich 1332 als Liechtensteiner Besitz genannt, mit Herr schaft Nikolsburg 1249 an Heinrich von Liechtenstein, bis 1764 nach Nikolsburg ein ge pfarrt. Durch Krieg und Pest dezimiert, 1750 kommen Einwanderer aus Bay ern, besonders aus Franken, lange Zeit daher Ortsname “Bayersdorf”. Sie ro den, legen Wasserleitung und Dorf teich an, errichten einen Ziegelofen. Die Fran zosen verursachen 1805 hohe Kosten, plündern 1809 das Dorf aus, 1866 ko sten Preßen im Ort viel Geld, die Kriegsentschädigung gleicht die Hälfte da von wieder aus. 1914 bis 1918 fallen 24 Mann, 1939-1945 fal len 26, vier blei ben vermißt. Ab Ende April 1945 hausen drei Wochen lang die Rotar misten, meist besoffen vom geraubten Wein, Vergewaltigungen; danach mißhan deln die Tschechen alle Deutschen, die irgend ein Amt verwalteten, und bringen sie ins Lager Nikolsburg.

Brauchtum
Bittage: Am Markustag zu vier Stationen, über die Sunnaberge, das Föhrawaldl zu den Vierschlochweingärten, an den Rainäckern über die Haselbergwege zum Taferl beim Lausenpelz, die Holzäcker Kölblberi, die Ackerweingärten zum Taferl bei den Hausweingärten, beim Kirihübl zur Morta am Friedhof.
An den 3 Vortagen zu Christi Himmelfahrt: am Montag zur Kapelle, über die Kaiserstraße zum Kreuz bei Holea, zum Roßwiesenacker und zum Friedhof. Der zweite zum Taferl am Hauptgraben, zum Schwendkreuz, über die Tar ras stückeln zum Taferl auf dem Roßwiesenacker, zum Schulz-Taferl am Straßl. Der dritte führt zum Taferl in den Krautgärten, zum Steinhübl, zum hl. Florian im Dorf und zum hl. Johannes.

Bezirk, Gericht Nikolsburg 483 ha 229 m ü.d.M.

Am Fuße des Tafelberges (Klentnitzer Berges, 459 m) gelegen.

Flurnamen
Anger, Annaberg, Bergweide, Jungberg (Bratelsbrunner Berg), Landviertel acker, Landg’wanten, Halbeg’wante (Bratelsbrunner Feld), Hasel berg, Hausweingärten. Karlsberg, Kirchhügel, obere, untere, Klentnitz berg, Käl ber berg, Kleinfeld (Roßwiese, Holzacker), Ackerweingärten, Lausen pelz, Neben (Kraut)gärten, Neubruch, Parzberg, Reinfeld, Rosenberg, Sonnen berg (großer, klei ner, Fürschlag), Steinmhügel, Straß(Stadl)acker, Straßfeld (Vier tel acker, Hübel acker,Schindereiacker), Stützenhügel, Lange Weingärten, Ortsried

Weinbau intensiv auf allen Lagen: Grüner Veltliner, Welschriesling, Silvaner, Grüner Portugieser, Müller-Thurgau; Blaufränkischer, blauer Portugieser

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kirche St. Katharina 1740-42, ab 1764 als Kuratie geführt; 1852 restauriert; neuer Friedhof 1893
Hl. Johannes von Nepomuk 1763
Hl. Florian 1905
Schule, Neubau 1826-28, zweiklassig; wohl seit 1764, „Schulmann“ belegt, Un ter richt bis 1799 im Gemeindehaus, danach im umgebauten Gemeinde preß haus.
Kriegerdenkmal 1920
Omnibushaltestelle der Linien Wien – Brünn, Nikolsburg – Auspitz an der Reichs straße (1 km)
Öffentliche Fernsprechstelle 1924

Gewerbe
Mühle
Sektkellerei
Steinbruch
Greißler Bäcker Schuhmacher Schmied

Vereine, Genossenschaften
Freiwillige Feuerwehr 1885
Milchgenossenschaft 1930
Raiffeisenkassa