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Oblas

48° 50' N, 16° 4' O

Oblekovice

Znaim

Geschichte
Funde deuten darauf hin, daß hier Siedlungen der Glockenbecherleute, der Kelten und Illyrer bestanden. Urkundlich erwähnt 1294, seither im Besitz des Klosters Bruck bis zu dessen Auflösung 1784. Die Gemeinde ist 1580 lutherisch, während der Gegenreformation verlassen einige Familien mit anderen vom Thayboden deswegen das Land. 1686 verkauft das Kloster Land an Untertanen, 1767 beginnt es mit der Neuverteilung. Der Religionsfond verkauft den Ort mit der Herrschaft Bruck an die Wiener Bankiers Liebenberg.
1805 verursachen russische Truppen einen Brand, 1866 brennen mindestens 21 Häuser nieder, als die Österreicher die Brücke anzünden. 1876 zerstört ein Eisstoß im Feber die Häuser Nr.3-10, Gärten und Felder in der Nähe der Thaya werden verwüstet.
Im I.Weltkrieg fallen 24 Mann. 1919 erschießt ein tschechischer Soldat einen 25jährigen Mann während einer Tanzveranstaltung. Die Beerdigung wird zu einer Kundgebung, in der Nacht trampeln Tschechen das Grab flach.
1937 wird die Straße im Unterort gepflastert. Zuletzt bestehen 53 landwirtschaftliche Betriebe, meist mit 5ha, 5 mit 10ha.
Im II.Weltkrieg fallen 24 Mann. Am 8.Mai wird die Oblaser Brücke gesprengt, die Explosion zerstört mehrere Häuser und Scheunen. Nach dem Eindringen der Rotarmisten folgen Vergewaltigungen, Plünderungen und Überfälle, in den Kellern wird großer Schaden angerichtet. Ein 77jähriger, der aus Angst die Tür nicht öffnet, wird von einem Sowjetsoldaten erschossen, seine Frau schwer verletzt. Die vertriebenen Deutschen gelangen nach Württemberg, Bayern und Hessen, einzelne Familien bleiben in Niederösterreich.

1891 werden mehrere Hockergräber aus der Bronzezeit gefunden, 1892 eine Urne, später Geräte aus der Hallstatt-Zeit. Die Funde gehören zu den ältesten Mährens.

Brauchtum
Granitzschau im Frühjahr.
1.Mai: Maibaumstössen, Maifeier.
Bittage Mai-Juni.
Sonnwendfeier auf dem Lettenberg.
Kirtag am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt (15.August).
Weinlesefest

Matriken seit 1580 (bei Znaim-Klosterbruck).

Bedeutend:
Dr.Pollitzer Matthias (1786-1850), Weihbischof in St.Pölten.
Dr.Porzer Josef (1837-1914), Erster Vizebürgermeister von Wien.
Zoubek Eduard (1856-1933), Schuldirektor und Heimatforscher.

Bezirk und Gericht Znaim

Breitstraßendorf 189 ha, 208 m ü.d.M.

Flurnamen:
In der Thaya, Grotzen(wiese), Herrngarten, Spitzäcker, Brünndlfeld, Mittlere und Obere Queräcker/Zwerifeld), Luzien, Zinsäcker, Pflanzsteig, Hausgärten, Ölprügel (am Steg), Steggärten, das Alte Dorf (beim Wehr), Lettenberg, Lettengrube, Hintausstückeln, Rain.

Anbau: hauptsächlich Gemüse (Gurken, Tomaten, Zwiebeln); Wein- und Obstbau noch einträglich. Zuletzt bestehen 53 landwirtschaftliche Betriebe, 5 mit 10ha, die übrigen mit rund 5ha.

Straßen, Plätze:
Kaiserstraße oder Wiener Straße, Retzer Straße, Naschetitzer Straße, Ortsstraße; Häuselweg, Luzienweg, Handschaweg (nach Anlieger), Hintausweg, Zinsackerweg, Kellerweg. Oblaser Brücke („Holzbrücke“) auf Alt-Schallersdorfer Gemarkung, Betonbrücke über den Mühlgraben; Steg über den Mühlgraben am Oblaser Wehr.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle (Pfarrei und Friedhof in Klosterbruck).
Glockenhaus (Glöckl)
Hl.Johannes von Nepomuk, barock.
Kriegerdenkmal 1924, von den Tschechen 1945 zerstört.
Gemeindehaus
Armenhaus mit Notspital
Post- und Telegraphenamt, 1899.
Elektrifizierung, 1916/17.
Autobuslinie Wien-Znaim (privat) seit 1928, ab 1938 Reichspost.
Zahnarzt

Schulen:
Volksschule, 1891, mit Neu-Schallersdorf im Alt-Schallersdorfer Ortsteil „Blunzendorf“, Haus Nr.106, dreiklassig, 1909 vierklassig, 1940 fünfklassig. Bis 1891 nach Klosterbruck eingeschult.

Gewerbe:
4 Gurkeneinlegereien
2 Gasthäuser, 4 Gemischtwarenhandlungen, Kaufhaus, 2 Bäcker, 2 Fleischer, Weinhändler, 3 Gemüsehändler, Milchhandlung, Schmied, Schlosser, Wagner, Tischler, Spengler, 2 Sattler, Maurer, Schneider, 2 Damenschneiderinnen, Elektriker, Drogerie, Mechaniker, 2 Schuhmacher, Friseur, Trafik, Eisenhandlung, 2 Holzhandlungen, Musiker.

Vereine:
Thayabodener Militär- und Veteranenverein, 1897.
Bund der Deutschen, 1899.
Burschenverein „Thayablüte“, 1923.
Deutscher Schulverein, 1912, von den Tschechen 1919 aufgelöst, umbenannt in Deutscher Kulturverband.
Lagerhausgenossenschaft