o-168-01-Nispitz « »

Nispitz

48° 58' N, 16° 16' O

Míšovice

Znaim

Geschichte
Erstmals 1308 urkundlich genannt, im 30jährigen Krieg verödet, 1672 siedeln sich 20 Bauern an. Bis 1914 blüht – neben der Landwirtschaft – die Knopfdrechslerei. Im I.Weltkrieg fallen 22 Mann, im Zweiten 38 Mann. Am 8.Mai 1945 dringen die Rotarmisten ein, Raub und Verfolgung beginnen. Im Juni tauchen Hausbesetzer auf, im September sind es jugoslawische Partisanen, eigentlich Nachkommen ausgewanderter Tschechen, die jetzt zurückgeholt werden. Die Vertreibung der Deutschen erfolgt in vier Etappen: am 22.Februar 1946 werden 40 Familien in den Raum Kulmbach/Bayern ausgetrieben, am 25.März 1946 eine zweite Gruppe nach Oberbayern, die dritte im April nach Neuburg/Donau und die vierte im Mai in den Raum Krumbach/Schwaben. Im Ort bleiben fünf Personen aus gemischten Ehen.

Kirtag am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt (15.August).

Brauchtum
Das Steinkreuz in der Ortsmitte wird am 3.Mai, Kreuzauffindung, dem Gemeindefeiertag, von den Irtenmädchen bekränzt und geschmückt. Am Nachmittag kommt die Ortsgemeinschaft zur Andacht mit Beten und Singen. Das Licht am Kreuz brennt in der Fastenzeit und zu Ostern.
Der 6.November, hl.Leonhard und hl.Wendelin, wird als Feiertag begangen mit Hochamt und Segensandacht am Nachmittag; geht zurück auf eine schwere Viehseuche, nach der ein Gelübde diesen Feiertag als einen Bittag um Verschonung einsetzt.
Bei jedem größeren Weingarten steht ein wetterfester Unterstand, die „Weihathitt’n“. Die Erde wird einen halben Meter tief ausgehoben, darüber ein stabiles Holzdach gesetzt, mit der ausgehobenen Erde zugedeckt und mit Rasen belegt. Im Inneren befinden sich Sitzbänke aus harter Erde. Während der Traubenreife diente dies als Wachhütte, „Wocht’n“, sonst als Unterstand und Jausenstation. In Wainitz gab es auch eine Hütte für den Hüter („Hiata“).
In den Wintermonaten werden Theaterstücke einstudiert.

Matriken seit 1653 (bei Hosterlitz).

Bezirk und Gericht Mährisch-Kromau

Linsenangerdorf 915 ha, 219 m ü.d.M.

Anbau: Weizen, Gerste, Hafer, Korn (Roggen), dafür vier Druschgenossenschaften; Mais, Klee, Kartoffeln, Linsen, Bohnen, Hirse, Futterrüben, Zuckerrüben, Raps, Gurken, Paradeiser, Melonen, Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen, Johannisbeeren (Ribiseln), Aprikosen (Marillen), Pfirsiche, Mohn; Weinbau. Später Umstellung auf Milchwirtschaft und Schweinemast.

Jagd: 882ha. 300-500 Hasen, 200 Fasane, 1000-1200 Rebhühner, bis 2000 Wildkaninchen, Füchse, Dachse.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle Mariä Himmelfahrt 1781, erweitert 1840;
Pfarrei in Hosterlitz.
Steinkreuz 1717, mit steinerner Einfriedung, Dorfmitte, nach 1945 nördlich der Kapelle.
Steinkreuz, 1902, Nordausgang.
Steinkreuz am Südausgang.
5 Feldkreuze, Marterln und Kapellen.
Kriegerdenkmal, nach 1945 abgerissen.
Gemeindehaus 1933 mit Raiffeisenkassa.
Milchsammelstelle für Molkerei in Hosterlitz.
Sammelstelle für Zuckerrüben mit Waage.
Elektrifizierung 1929.

Schulen: Schule in Hosterlitz, Bürgerschule in Mißlitz.

Gewerbe:
Gasthaus Papst, um 1850 von der Kromauer Herrschaft als Sammelstelle für Zuckerrüben gebaut, mit Brückenwaage.

Vereine:
Freiwillige Feuerwehr, 1896.