o-238-01-Nikolsburg « »

Nikolsburg

48° 48′ N, 16° 38′ O

Mikulov

Nikolsburg

Geschichte
In der 2. Hälfte des 11. Jh. soll ein Niklas eine Burg erbaut haben; 1218 wird dem Burggrafen durch Przemysl Ottokar I. die Gerichtsbarkeit erblich übertra gen. Markgraf Ottokar II. von Mähren schenkt 1249 Heinrich von Liechtenstein die Burg samt Zubehör (Pardorf, Klentnitz, Muschau, Tannowitz, Bratelsbrunn, evtl. Weißstätten), 1262 von König Ottokar II. bestätigt. Die Kirche wird 1276 erst mals erwähnt. Nach dem Sieg am Marchfeld erhebt Kaiser Rudolf 1279 zum Dank für Heinrichs treue Dienste N. zum Markt und gewährt einen Jahr markt. Im Krieg zwischen Österreich und Böhmen steht Hartneid I. 1320 auf der Seite seines Landesherrn, König Johann von Böhmen, Ort und Umgebung wer den von den Österreichern verheert. Bald mit Mauern umgeben, 1362 erst mals als Stadt bezeichnet, 1366 Jahrmarkt zu St. Margaret von Mgf. Johann von Mähren bestätigt. Das Urbar nennt 1414 eine Reihe von Vorstädten, die Na men deuten auf rein deutsche Bewohner. Die Hussiten erobern die Stadt 1424, plündern sie aus und stecken sie in Brand. 1468 von Ungarn vergeblich belagert, Vorstädte gehen in Flammen auf.
1526 kommen Hussiten, Lutheraner, Zwinglianer, Calvinisten und mährische Brüder (von ihnen blieb der „Brüderhof“), insbe sondere Wiedertäufer mit ihrem Anführer Balthasar Hubmayer, in N. entsteht unter dem Schutze Leonhards I. von Liech ten stein ihr Hauptsitz, von dem aus sich die Lehre im Land verbreitet; da ne ben die erste Druckoffizin in Südmähren. Hubmayer überwirft sich mit Johann Hutt, der mit 200 ´Wiedertäufern die Stadt verläßt. Leomhard I. ver sucht – erfolglos – zu vermitteln und bringt Hubmayer in kaiselichem Auftrag nach Wien. Bei Erdberg wird er 1528 verbrannt, seine Frau in der Donau (Leopoldstadt) ertränkt. Johann Hutt sammelt die Gemeinde, führend in Süd mäh ren mit 45 Häu sern, die Wiedertäufer halten sich in zwei Gruppen, den „Knöpf lern“ und den „Heftlern“ (statt der Knöpfe verwenden sie Draht), wer den 1622 aus Südmähren vertrieben. 1536 brennt die Stadt, 1561 Stadt und Vor städte, drei Tage darauf vernichtet Hagel Weingärten und Felder. 1560 ver kauft Christoph III., hochverschuldet, N. an Frhr. Ladislaus von Kereczin, des sen Sohn ohne Nach kom men stirbt. Kaiser Maximilian II. verkauft N. 1575 an Adam von Diet richstein, dessen Linie 1858 ausstirbt. Er setzt sich für die Resti tu tion der katho lischen Lehre ein, mit Hilfe des Jesuiten Michael Kardaneus wird der Groß teil der Bevölkerung zurück gewonnen, 1582 legen die Bekehrten öffentlich das Glaubens bekenntnis ab. Kaiser Maximilian II. gewährt 1570einen 4. Jahr markt über 8 Tage, 1577 Kaiser Rudolf II. einen Roßmarkt. 1592 ist eine Poststation auf der Han delsstraße Wien-Brünn in Betrieb. 1611 folgt Adams Sohn Franz (1570-1636), 1599 Kardinal, 1600 Bischof von Olmütz, Haupt der katholoischen Partei in Mähren, als solches 1619 von den Abtrünnigen seiner Herr schaft beraubt – die sie dem Winterkönig Friedrich von der Pfalz geben – und ausgewiesen, so daß er sich verborgen halten muß. Nach der Schlacht am Wei ßen Berge kann er die früheren Zustände wieder herstellen. 1624 erlangt er die Reichsfürsten würde für sich und den Erstgeborenen der Linie seines Bru ders. Er ruft 1631 die Piaristen nach N., legt eine der bedeutendsten Biblio the ken Mährens an – von den Schweden teilweise weggeraubt – und erwirbt meh re re Güter, u. a. Wostitz, Pausram und Poppitz. Kaiser Ferdi nand II. verleiht der Stadt 1625 ihr Wappen. Im 30jährigen Krieg 1619 von den Ständi schen unter Friedrich von Teuffenbach eingenom men, 1645 (nur 90 Mann Besatzung) von den Schweden, die rei che Beute aus dem Schloß wegbrin gen, ein Jahr später vertreiben sie die Kaiser lichen, die Pest tötet ein Drittel der Bewohner. Fürst Fer di nand Josef genehmigt 1660 einen 7. Jahrmarkt am Kirtag. 1674 und 1675 verursachen Brände großen Schaden, 421 Erwachsene und 189 Kinder tötet die Pest 1680. Der Fürst läßt ein Lazarett und einen Friedhof für Pesttote anlegen. Eine Stadtbeschrei bung von 1675 nennt fast ausschließlich deut sche Namen.
Ein Feuer vernichtet 1717 fast alle Häuser der Wiener und der Neu stiftgasse, Schloß und Judenstadt brennen 1719 ab. Der Bau der Kaiser stra ße/ Reichs straße von Wien nach Brünn macht N. 1754 zu einem bedeutenden Han dels platz. Die Bürgerschaft wird 1765 aus der persönlichen Abhängigkeit be freit, in den achtziger Jahren entwickelt sioch die Selbstverwaltung. 1784 brennt der größ te Teil der Stadt nieder, 1805 und 1809 hausen die Franzosen, 1816 wird das Eichenwäldchen auf dem Heiligen Berg abgeholzt, Grund war häufiger Holzfrevel und Platzbedarf für eine Schafweide. 1848 übernehmen staatliche Äm ter die herr schaftliche Amtsführung. Die Herrschaft gelangt 1858 an Ale xan drina, die zweit älteste Tochter Josefs, des letzten Fürsten, vermählt mit Graf Alexander Mensdorf-Pouilly, an den der Fürstenstand mit kaiserlicher Erlaubnis übergeht. 1860 wird die „Nikolsburger Wochen schrift“ begründet, 1865 der er ste Getreidemarkt abgehalten. Im Juli 1866 besetzten 45.000 Preußen die Stadt, jetzt Hauptquartier, wo König Wilhelm und Bismarck weilen und der Waffen stillstand und die Friedensbedingungen besprochen werden. Kriegsfolge ist die asiatische Ruhr, an der 240 Preußen und 231 Nikolsburger sterben. 1872 wird die Bahnlinie Lundenburg-Nikols burg-Grusbach dem Verkehr übergeben.
Im I. Weltkrieg fallen mehr als 250 Mann. Am 15. 12. 1918 wird N. von Tsche chen besetzt. Mitte April 1945 fordern erste Bombardements Men schenopfer, Sowjetischer Artilleriebeschuß am 22. Und 23. 4. setzt das Schloß in Brand. Nach dem Eindringen der Rot armisten am 23. werden ver sperrte Türen und Tore gesprengt, Mord und Vergewaltigung folgen. Am 29. kommt tsche chische Gendarmerie, Deut schen hilft sie nicht. Am 5. Mai brennt die Berg kirche. Am 10. Mai werden die Wiener aufgefordert, den Ort zu ver lassen. Am 11. müs sen deutsche Firmenschilder entfernt und alle Radios abge geben werden. Am 14. und 15. kommen die die ersten Flüchtlinge zurück, am 16. wandern die Wiener ab. Am 17. gibt es zum ersten Male Lebensmittel. Am 22. durchziehen tsche chische “Partisanen”, mit Maschinenpistolen, Gewehren und Handgranaten be waff net, grölend die Stadt, zahlreiche Männer werden abgeholt und blutig ge schla gen. Die Sowjets ziehen mit hochbepackten Beu tewagen ab. Am 29. Mai wird mit Trommelschlag verkündet, daß alle Deut schen, die nicht nachweisen kön nen, daß sie in der Tschechei Sozialdemokraten oder Kommunisten wa ren, bis früh um sieben Uhr die Stadt mit 15 Kilo Gepäck zu verlassen haben. 500 Deut sche wer den zur Grenze getrieben, die öster reichischen Grenz beamten ver wei gern die Auf nahme, so daß sie im Freien kampieren müssen. Am 1. Juni werden an 30.000 ver triebene Brünner von ju gend lichen “Partisanen” mit Knütteln und Gewehren durch die Stadt getrie ben. Ab 6. Juni müssen Männer bis zum 60. und Frauen bis zum 55. Lebensjahr um 7 Uhr früh zum Arbeits dienst antreten. Brot scheine wer den ausgegeben, es gibt kein Fleisch mehr. Flücht linge müssen auf den Mu schelberg, wo bereits 4000 in terniert sein sollen. Wer einen von ihnen beherbergt, wird ausgewiesen. Am 18. werden 30 Frauen zur Zwangs arbeit ins Landesinnere verschleppt. Ab 3. Juli müssen alle Deut schen vom 14. Lebensjahr aufwärts die weiße Binde am Arm tragen. Von Sow jets durchgetriebene deutsche Kriegs gefangene werden von den deutschen Nikolsburgern mit Brot und Obst bedacht. Mitte Juli über tragen die abziehen den Sowjets die Stadt an die Tsche chen. Deut sche dürfen sich zwischen 22 und 5 Uhr nicht auf der Straße sehen lassen. Wer nicht zur Arbeit antritt, bekommt keine Lebensmittelkarte. Jede Per son erhält für 30 Reichsmark 300 Kc. Alte ster ben an Hunger, Ent kräftung, Selbst morde haben zugenommen. Zum Ernte fest dürfen die Deutschen von Sams tag 16 Uhr bis Mon tag 6 Uhr ihre Wohnun gen nicht verlassen, um das Fest nicht zu entweihen. Ab 22. August müssen Buben ab dem 10. Lebensjahr zur Arbeit gehen, auch Acht jährige müssen beim Straßenreinigen und Kohleschaufeln helfen. Die deut schen Piaristen wer den ver trieben. In den Oberfeldbaracken sind bereits 800 politische Häftlinge einge sperrt. Im September werden 150 Frauen und Mäd chen zur Zwangs arbeit ab trans portiert. Viele Deutsche gehen heimlich über die Grenze, mehrere werden dabei erschossen. Am 17. 10. wird die Grenze ge sperrt. Die Deutschen haben nur Kartoffeln und Brot zu essen, kein Fleisch, kein Fett, keine Milch, kein Ge müse, keinen Käse. Spareinlagen müssen angemeldet werden. Zwischen März und Oktober 1946 werden die letzten Deutschen vertrieben.
Die Judengemeinde ist 1369 nachweisbar, eiine Synagoge für 1450 anzu neh men. Das Urbar von 1560 zählt 32 Judenfamilien, wohnhaft in der Vorstadt “hinter dem Schloß”. 1574 bestehen 68 Judenhäuser. 1591 gewährt Maximilian von Diet rich stein freie Wahl des Judenrichters. N. ist Sitz des mährischen Lan des rab biners (u. a. Rabbi Löw, nach Prag berufen, wo er bei Kaiser Rudolf am Ho f verkehrt). 1593 werden die Juden gegen Entschädigung von Zug- und Hand robot befreit, Tuch- und Leinenhandel werden gestattet. Die Gemeinde ist 1657 auf 98 Häuser mit 146 Familien gewachsen, wächst weiterhin nach Ver treibung aus Wien und Niederösterreich. Seit 1647 gibt es eine jüdische Schnei derzunft. 1719 vernichtet ein Brand die Judenstadt, 1754 ist sie auf 107 Häuser ge wachsen. Mit Toleranz patent Josephs II. sind 1782 Leibzoll und Juden zei chen abgeschafft, 1787 wird das Tragen von bürgerlichen Namen per Edikt an ge ordnet. Die Befreiung aus dem Ghetto kommt 1848.

Bedeutend:
Mathias Hertodt von Todtenfeld, gest. 1710, Leibarzt Kaiser Leopolds I. und Kai ser Karls VI.
Franz Johann Schwoy (1742-1806) kommt 1781 als fürstlich Dietrich stei n scher Oberamtmann nach N., 1793/93 „Topographie von Mähren“.
Joseph Freiherr von Sonnenfels (1732-1817), aus jüdischem Elternhaus; der Va ter kommt nach N., um Hebräisch zu lernen, läßt sich und seine bei den Söh ne taufen, die bei den Piaristen ihren Unterricht erhalten. 1749-54 dient er bei den Deutschmeistern in Klagenfurt und Wien, studiert dort die Rechte und arbeitet als Gehilfe bei einem Advokaten, wird 1763 Professor für Staats recht, bedeutender Vertreter des Kameralismus, für Strafrechts re form im Sinne der Auf klä rung, bewegt Maria Theresia zur Abschaffung der Folter, nachdem seine Schrift „Über Abschaffung der Tortur“ 1777 erschienen ist. Sie ernennt ihn zum Rat, er wird Wirklicher Hofrat bei der Geheimen böhmischen und öster reichi schen Hofkanzlei (1780), Mitglied der Studien- und Zensurkom mis sion, Reichs frei herr (1797), Präsident der k. k. Akademie der bildenden Künste (1811), gibt 1765-67, 1769 und 1775 die Wochenscharift „Der Mann ohne Vor ur teil“ heraus, fördert die Theaterreform durch „Briefe über die wienerische Schau bühne“ (1768) und als Theaterzensor (seit 1770), erwirkt Verbes serungen im Polizei- und Finanzwesen mit dem „Handbuch der innern Staats verwaltung“ (1798) und „Grundsätzen der Polizei, Handlung und Finanz“ (1804).
Sein Bruder Franz (1735-1806) bringt es im Dienst der Dietrichstein zum fürst lichen und da nach zum kaiser lichen Hofrat. Er vermacht sein be trächt liches Ver mögen der Stadt und Herrschaft Nikolsburg, die ihm zu Ehren die Böhm gasse in Sonnenfelsgasse umbenennt und ihm 1860 ein Denkmal setzt.
Hieronymus Lorm (d.i. Heinrich Landesmann, 1821-1902), Schriftsteller, von Ju gend auf durch geschwächtes Sehvermögen behindert, in den letzten 20 Le bens jahren blind, veröffentlicht früh Gedichte, ist als „sinniger, humor voller Beob achter“ in Wien als Journalist tätig, Schriftleiter des Feuilletons der amt lichen „Wiener Zeitung“, Hauptmitarbeiter der „Presse“, danach in Dresden, lebt zuletzt in Brünn. Er veröffentlicht zahlreiche Romane und Novellen, auch einige seiner Dra men werden mehrfach aufgeführt.
Adolf Schärf (1890-1965), Jurist, ist 1933/34 Mitglied des österr. Bundesrates, 1945-57 Vorsitzender der SPÖ, 1945-57 Vizekanzler und 1957-65 Bundes prädident.

Stadtgemeinde, Bezirk, Gericht 4641 ha

Christengemeinde/Judengemeinde

Mitten im Gemeindegebiet liegt der Heilige Berg oder Sebastiansberg (363 m) mit nordöstlichem Ausläufer „Janitschberg“; inmitten der Stadt der Schloßberg, nördlich davon der Geißberg mit Wasserturm (Ruine), nördlich davon der Tu rold (385 m), Ausläufer der Pollauer Berge, westlich davon der Rosenberg (301 m); am südöstlichen Rand des Gemeindegebietes der Muschelberg (240 m), südlich der Stadt der Brennhügel (226 m) und der Galgenberg (238 m); an der westlichen Gemeindegrenze der Trappenhügel (220 m).
Weinbau seit dem 13. Jh.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kirchen
Propsteikirche St. Wenzel, Wehrkirche, 1276 erstmals nachweisbar. 1625 Kollegiat kirche mit Propst und 4 Kanonikern, bestiftet 1626 durch Kardinal Franz von Dietrichstein, der dem Propst Gut Irritz übergibt. Spätgoti scher Chor, dreischiffige Hallenkirche; Netzgerippe, got. Turm, Zwiebelhelm 16./17. Jh.; Ar beiten von Ignaz Lengelacher, 18.Jh. Südturm zugleich Stadtturm
Piaristenkirche St. Johannes, ehem. Spitalkirche 1360, 1530-80 nicht katho lisch; den 1631 berufenen Piaristen (Schulorden) übergeben, von ihnen 1635 ba rock umgebaut und 1679 geweiht, 1760-68 überwölbt. Inneres 1768 spät ba rock (Hochaltar: Joh. Nepomuk) von Franz Anton Maulpertsch. Ausstattung von Paul Tröger. Im Süden angebaut die Totenbrüderschaftskapelle. 1784 als Vor stadt pfarre zur Entlastung von St. Wenzel.
Gruftkirche, Fürst Dietrichsteinsche, „abgebrannte Kirche“, davor St.An na, 1701-06 erbaut als Filialkirche von St.Wenzel, in ihrer Mitte die Loret to ka pel le, daneben Familiengruft; 1784 niedergebrannt; Außenmauern und Renais sance portal erhalten, 1785 Neubau. 1844-56 spätklassizistisch von Heinrich Koch. Das an St.Anna anschließende Kapuzinerkloster von 1611 wird nach Brand 1784 nicht wieder aufgebaut, sondern stückweise als Baugrund verkauft.
St. Sebastian auf dem Hl. Berg (363 m): nach Ende der Pest 1630, Sakristei 1710 angebaut, 1763 Chor, 1786 entweiht, 1792 durch Blitzschlag beschädigt, 1865 wieder geweiht; auf dem Weg 16 Passionskapellen und ein hl. Grab, Kreuzweg 1776 geweiht. Glocken turm (Glocke 4.312 kg), 1636, freistehend, 1663 von Türken zerstört, 1767 durch Brand nach Blitz schlag.
Mariensäule 1722
Dreifaltigkeitssäule (Stadtplatz), Entwurf Anton Josef von Preuner, Ausführung 1722 Andreas Steinböck (Eggenberg) u. Philipp Nader (Nikolsburg)
St. Nepomukstatue von Ignaz Lengelacher vor der Piaristenkirche
Stadtbrunnen, Pomona, 1680, mit Wappen der Dietrichstein
Schloß: Ältester Bauteil 1249 von mittelalterlicher Burg: nördliche Vorburg, Torturm, unregelmäßige fünfseitige Hauptburg, Bergfried, 3 Türme; seit 1575 Be sitz der Dietrichstein, Weiterbau unter Franz Dietrichstein nach 1624: dreige schossiger Teil südlich der Hauptburg, nach Brand 1719 barock wiederher ge stellt 1724, Zubauten, Terrassenvorbau. Portal mit Schmuck von Lengelacher; von ihm auch Aufgang von der Stadt 1731. Kapelle 1380 zum hl Johannes dem Evangelisten; Bildergalerie mit 560 Objekten, u.a: Van Dyck, Brueghel d. Ä., Bassano, Daffinger u a. Winterreitschule 1712, Bibliothekstrakt u. Keller 1643, Wein faß mit 1786 Eimer, neun Maß (Heidelberg: 1588 Eimer) des Brünner Bindermeisters Christoph Specht 1643, Vorrat aus den Abgaben der unter tä nigen Bauern.
Rathaus 1830, davor Brauhaus, 1574 erworben, 1784 abgebrannt
Erbpost 1692 mit Renaissancekern
Kreimlhaus, Barockbau
Einkehrgasthaus “Zum Hasen”, Renaissancebasis mit Barockergänzung; da nach Salzamt, Bezirksgericht (seit Mitte 19. Jh)
Kanonikerhäuser, Renaissancezeit
Eckhaus des fünften Kanonikus, Renaissance, Gasthof “Zum Goldenen Hir schen”
Sgraffitohaus (“Müllerhaus”), Renaissancebau 16. Jh., 1860 aufgestockt
Renaissancehaus mit Sgraffitomalerei am Stadtplatz
Kriegerdenkmal 1932, Juni 1945 niedergerissen
Piaristenkolleg 1631, ihr erstes Kolleg in Mitteleuropa; im neuen Johannes-Spital, Sitz des Provinzials für die böhmisch-mährische Provinz; zwei Abtei lungen: deutsche Knabenschule (ab 1654 drei Klassen: legentes, scribentes, arithmetici) und Lateinschule; 1645 verjagen die Schweden die Piaristen, gegen Anfeindungen aus Rom schützt sie Maximilian von Dietrichstein; 1738 drittes Geschoß aufge baut; Umgestaltung 1746/47, seit 1849 Obergymnasium mit 8 Klassen, Haupt- und Unterrealschule (diese beiden 1871 und 1872 aufgelöst kraft Volksschul gesetz). 1874 vom Staat übernommen als “Staats-Real- und Obergymnasium”, 1878 reines Gymnasium, ab 1919 “Staats-Realgymnasium”, 1931 “Deutsches Staats-Realgymnasium”, 1938 “Oberschule für Jungen”.
Spital, Pfründnerhaus mit Kapelle zu den 14 Nothelfern, ursprünglich (1360) im Piaristenkollegsgebäude, Neubau (1631) in der Brünner Gasse unbefriedigend, daher erwirbt Fürst Ferdinand ein Haus samt Weingarten in der Feldsber ger / Wiener Straße, für 33 Arme.
Knabenschule, 1869 dreiklassig, 1871 vierklassig, 1878 fünfklassig, 1886 sieben klassig, ehem Vorstadt-Pfarrschule
Mädchenschule, 1886, siebenklassig; schon vor 1780, ehem. Stadtpfarrschule
Bürgerschule, 1896, dreiklassig
Straßenbeleuchtung mit Petroleumlampen 1868
Vollelektrifizierung 1923
Bezirkshauptmannschaft
Bezirksgericht
Steueramt
Gendarmeriekommando
Eichamt
Post 1692

Gewerbe
Mühle
Ziegelofen
2 Kalköfen
Steinbruch
Maschinenfabrik Lange (1901, Benzinmotoren, Dreschgarnituren))
Kofferfabrik Rochleder
Farbwerke Kronsteiner

2 Baumeister 6 Dachdecker 10 Schlosser 5 Spengler
12 Tischler 5 Glaser 4 Installateure 2 Hafner
Kaminkehrer 5 Schmiede Steinmetz 2 Vergolder
4 Anstreicher 7 Maler 28 Schuster 2 Binder
2 Seiler 3 Drechsler 5 Sattler 3 Sattler/Tapezierer
3 Kürschner Messerschmied 4 Gärtner 3 Autoreparaturen
2 Landmaschinenrep. 16 Schneider 6 Modistinnen
32 Damenschneiderinnen 2 Hutmacher 4 Uhrmacher
3 Wagner Goldschmied Buchbinder Instrumentenmacher
4 Fotografen Wäscherei Druckerei

Vereine
Bürgerlicher Schützenverein 1712
Bezirksverein für Landwirtschaft und Weinbau 1850
Deutscher Turnverein 1863
Mährisch-schlesischer Israeliten-Lehrerverein 1867
Gesangverein “Harmonie” 1868
Verein der Lehrer und Schulfreunde 1869
Deutscher Fortschrittsverein 1870
Verschönerungsverein 1872
Schulförderungsverein 1874
Militär-Veteranenverein 1874
Freiwillige Turner-Feuerwehr 1870
Freiwillige Feuerwehr, Bezirksverband 1881
Israelitischer Versorgungsverein 1876
Unterstützungsverein für deutsche Gymnasiasten 1878
Deutscher Schulverein/1919 Deutscher Kulturverband 1881
Bicycle-Club 1884
Israelitischer Geselligkeitsverein “Hilaritas” 1884
Eislaufverein 1888
Gesangverein 1893
Gesang- und Geselligkeitsverein “Frohsinn” 1895
Südmährerbund (1934 Bund der Deutschen Südmährens) 1899
Bienenzuchtverein 1900
Gewerbeverein 1904
Ferialverbindung deutscher Hochschüler “Thaya” 1904
Fremdenverkehrsverband 1912
Museumsverein 1913
Leichenbestattungsverein “Pietät” (als “Fackel” 1727) 1913
Schulhellerverein Oberort 1914
Wandervogel 1916

Genossenschaften
Gemeinnützige Beamten- und Schrebergarten-Genossenschaft 1921
Sparcassa 1862
Raiffeisenkassa 1929

7 Jahrmärkte: Dienstag nach Mariae Lichtmeß, Judica, Christi Himmelfahrt, Ignatii, Kreuzerhöhung, Allerheiligen, Judith
Viehmärkte am Tag vor dem 2., 5. und 7. Jahrmarkt
Wochenmärkte: Dienstag und Freitag (Körnermarkt)