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Neusiedl

48° 50′ N, 16° 30′ O

Novosedly

Nikolsburg

Geschichte
Gründung wohl im 11. Jh., Pfarre 1181 gestiftet, 1230 an Mähren, früh mit Kir che, Tochter zu Falkenstein, Patronat bei Kloster Kanitz bis zu dessen Auflö sung 1538. Große Schäden 1426 durch Hussiten. Zur Herrschaft Dürnholz ge hö rig, mit dieser 1394 an die Liechten stein, danach wie Dürnholz bis 1848, von dort seit 1642 pastoriert. 1576 Markt, 1771 Expositur, 1785 Localie/Pfarr ge mein de, 1785 Friedhof von der Kirche nach außen verlegt. 1831 fordert die Cho lera 72 Opfer, auf dem Weg nach Prerau wird eine Feldkapelle mit dem ge geißelten hbeiland errichtet. 1871 Bau der Strecke Lundenburg-Grusbach, 1872 Neusiedl-Laa. 1883 Bau der Kellergasse, 1887 brennen zwei Drittel des Ortes ab. Im Herbst 1945 werden viele Deutsche, besonders Mütter mit Kindern, über die Grenze getrieben.

Brauchtum
Kirtag vom 4. Juli/Ulrich im 19. Jh. wegen Erntearbeit auf 16. August /Rochus verlegt.

Bezirk Nikolsburg 1755 ha; 175 m ü.d.M.

Früher durchweg „Neusiedl am Sand“ – wegen der Bodenbeschaffenheit – ge nannt. Die Dürnholzer Berge mit der Alten Haide (260 m) und der Steinhaide (273 m), die Prerauer Berge im Süden mit dem Bergried (224 m) durchziehen das Gemein degebiet mit rebenreichen Hängen.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche St. Ulrich 1780, ursprünglich gotisch, 1276 erwähnt
Pfarrhof
Rochuskapelle, ältester Bau
Mariensäule, Ende 17. Jh.
Kriegerdenkmal
Rathaus, Neubau 1912, mit Postamt, Schriftführerwohnung, Gemeindegasthaus, Saal, 2 Unterrichtsräumen
Schule, 1856 zweiklassig, für 1771 ist eine Lehrperson belegt, 1882 dreiklassig, 1918 vier klassig; wegen der Neuprerauer Kinder zwei weitere Klassen im Rat haus; 1939 erweitert, mit Kindergarten
Armenhaus und Notspital 1883
Bahnstation Neusiedl – Dürnholz, Linie Lundenburg – Znaim
Wochenmarkt 1874 jeden Dienstag, bald abgekommen, da Dürnholzer genügte.

Gewerbe
Mühle, 1899 Neubau, Dampfmühle mit Lagerhaus, ausgebaut mit Mitteln des Zentralverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften. Alte Mühle an der Thaya, im Urbar 1414 erwähnt, 6 Mahlgänge, 1786 verkauft, 1811 Neubau. Betrieb 1886/87 eingestellt wegen Thayaregulierung; 1929 darin Käserei betrieb.
Ziegelwerk 1930

Vereine, Genossenschaften
Militär-Veteranen-Verein 1881
Freiwillige Feuerwehr 1883
Deutschvölkischer Turnverein 1921
Spar- und Vorschußkassa 1874