o-040-01-Neuhaus « »

Neuhaus

49° 8′ N, 15° 0′ O

Jindřichův Hradec

Heinrichsburg

Geschichte
Gegründet von einem Witigonen Heinrich, urkundlich erwähnt 1205-1237; der feste Neubau erscheint in Urkunden als novo domo, „Neuhaus“. In der 2. Hälfte des 13. Jh. Komturei des Deutschen Ordens (Sitz auf dem Veitschlössl, Witigenhäusl), der die Seelsorge in Neuhaus und Umgebung versieht. Die Burg wird in der 2. Hälfte des 16. Jh. im Renaissancestil zu einem Schloß umgebaut. Die letzte Rosenbergerin heiratet Wilhelm Slawata, den böhmischen Statthalter, eines der Opfer des Prager Fenstersturzes von 1618. Das von Utraquisten zerstörte Franziskanerkloster baut er 1619 wieder auf, Adam Paul (+ 1657) läßt es ausbauen. Im Steuerkataster von 1654 sind der Herrschaft 1545 Siedlerstellen zugeschrieben. Nach den Slawata kommt die Herrschaft 1694 an die Grafen Czernin. 1613 richtet ein Drucker aus Bayern eine Druckerei ein, geht aber bald nach Brünn. 1712 erfolgt eine Neugründung mit häufigem Besitzerwechsel, 1738 gelangt sie an Franz Peter Hilgartner aus Prag, neben Gebetbüchern druckt man Unterhaltungsliteratur. 1797 kauft Josef Johann Landfraß die Druckerei, in der er als Meister wirkte. 1801 vernichtet eine Feuersbrunst fast die ganze Stadt. Damals besteht noch ein deutsches Gymnasium. 1824-27 wird die Kaiserstraße von Prag nach Wien über N. gebaut, 1837 fährt der erste Eisenbahnzug. 1849 ist N. Bezirksstadt des neugegründeten Bezirks, überwiegend deutsch, wird aber später tschechisiert, daher 1938 nicht ans Reichsgebiet angeschlossen. 1850 hebt die Herrschaft die Leibeigenschaft auf, das Gymnasium ist noch deutsch, 1866 aber bereits tschechisch. 1885 wird N. an das Bahnnetz angeschlossen, zwei weitere Strecken machen es zu einem Knotenpunkt. 1918 werden alle deutschen Aufschriften entfernt. Kasernen werden errichtet, der Militärstand steigt auf 1000 Mann. 1939 beim Protektorat. Vier Männer werden von den Tschechen 1945 aufgrund von Volksgerichturteilen zur allgemeinen Unterhaltung der Tschechen öffentlich hingerichtet.

Markt im Frühjahr und im Herbst.

1930 10.467 Ew., davon 551 Deutsche.

Lage an der Naser und am Wagerteich.

Jagd: Herbst 1901 (Czernin): 18 Hirsche, 121 Damhirsche, 94 Rehböcke, 2077 Hasen, 10 Auerhähne, 20 Birkhähne, 753 Fasane, 4376 Rebhühner, 3 Schnepfen, 194 Wildenten, 35 Kaninchen.

Baudenkmäler, Einrichtungen
Propstei- und Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, 1382-1397, Umbau nach Brand 1801
Kirche hl. Johannes d. Täufer, (Johanneskirche, Deutsche Kirche) vom Deutschherrenorden Ende 13. Jh. gegründet, Mitte 14. Jh. als Klosterkirche von den Minoriten vollendet.
Kirche St. Katharina, 1479-91, mit Franziskanerkloster
Friedhofskirche St. Wenzel, got. 14. Jh.
Dreifaltigkeitskirche, Renaissancestil
Jakobskirche, neugot., mit Gruft der Czernin.
Jesuitenkolleg mit Magdalenenkirche
Dreifaltigkeitssäule 1764-68
Schloß; zuvor Burg, vor 1220 mit Stadt gegründet, im 16. Jh. in Renaissanceschloß umgebaut; im Roten Turm got. Kapelle und Verließ („Hungerturm“), 1591 – 1596 wird mit dem Schloßpark das Rondell errichtet; „Fasanengarten“ bei Gut Neuhof, mehrere ha groß. Bis 1629 im Besitz der Herren von Neuhaus, danach des Wilhelm Slawata, von diesem an die Grafen Czernin (bis 1945).
Krankenhaus
Museum
Garnison