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Naschetitz

48° 58' N, 15° 33' O

Načeratice

Znaim

Geschichte
Urkundlich erstmals 1222 genannt, seit 1289 zum Zisterzienserstift Saar gehörig. Im Urbar von 1483 sind nur deutsche Namen verzeichnet. Im Krieg zwischen Georg von Podiebrad und Mathias Corvinus zerstört, ist der Ort nach 1483 öde. 1563 gehört er zur Herrschaft Joslowitz. Die Neustiftung erfolgt 1750. 1809 plündern die Franzosen Kirche und Schule aus. Zwischen Juni und August 1945 werden die 525 Deutschen (163 Familien) vertrieben, aus Österreich werden rund 80% im April 1946 abgeschoben; in Niederösterreich bleiben 23 Familien, in Wien vier, je zwei in Oberösterreich und Salzburg; 61 Familien kommen nach Hessen, 47 nach Baden-Württemberg, 27 nach Bayern.

Spitzname: Zeiselhaxen, Zeisellanker.

Matriken seit 1784 (davor ab 1700 bei Taßwitz).

Literatur: Potuczek, Julius: Naschetitz. o.J.

Bezirk und Gericht Znaim

Linsenangerdorf 399 ha, 233 m ü.d.M.

Flurnamen:
Oberes, Mittleres, Unteres Hausfeld, Mittlere Ried, Steinberg, Hintausing, Breite und Schmale Neuriß, Freiquanten, Baumackerl, Weingartenackerl.

Anbau: Getreide, Weinbau, Obst und Gemüse; stark sandiger Boden auf sandiger, z.T. felsiger Unterlage, wenig humusreiche Ackerkrume.

Jagd: Hasen, Rebhühner.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche zur Schmerzhaften Muttergottes, aus Kapelle von 1804, erweitert 1839, bis 1830 zur Pfarre Taßwitz gehörig, Kuratie für Dörflitz ab 1833; Pietà aus Stein, koloriert, am Westportal, 1756; Hauptaltarbild von Josef Winterhalter II., 1852. 3 Glocken.
Kriegerdenkmal, 1921.
Elektrifizierung, 1931.
Gemeindeamt
Postabgabestelle
Armenhaus, Sanitätshaus,
Milchhaus, 1905.
Kellertiefdrainage, 1939-41.

Schulen:
Volksschule, 1911/12, zweiklassig, davor Schulhaus von 1816, 1858 erneuert; seit 1750 Unterricht in Bauernhäusern.
Kindergarten, 1939.

Gewerbe:
Fleischer, 2 Schmiede, 2 Wagner, 2 Tischler, 3 Schuster, 4 Maurer,
2 Friseure.

Vereine:
Raiffeisenkassa, 1900.
Molkereigenossenschaft, 1903.
Freiwillige Feuerwehr, 1905.
Landwirtschaftlicher Konsumverein, 1905 (aufgelöst 1935).
Heimkehrerverein
Turnverein, 1921.