o-163-01-Moskowitz « »

Moskowitz

48° 54′ N, 16° 19′ O

Mackovice

Znaim

Geschichte
Ein Herrenhof urkundlich erstmals 1182 erwähnt, die Pfarre, der Ort erhält 1412 ein eigenes Weinbergrecht, seit 1625 mit Kromau vereinigt. 1575 sind Wiedertäufer nachgewiesen, 1622 müssen sie ihr Haushaben verlassen. 1645 verheeren die Schweden den Ort, 1835 und 1849 wütet die Cholera und tötet 115 bzw. 32 Menschen. 1908 wird zum 60jährigen Regierungsjubiläum Franz Josefs eine Linde im Ortsteil Böhmdörfel gepflanzt, der „Kaiserbaam“, Gutsherr Graf Kinsky läßt eine Lindenallee pflanzen. Beim Ausheben einer Eisgrube für das Gemeindegasthaus findet man 1913 ein germanisches Hockergrab mit Urne u.a. aus dem 5.Jh. Im I.Weltkrieg fallen 31 Mann. Der Gutshof der Grafen Kinsky wird im Zuge der Bodenreform zugunsten der Zuckerindustrie-AG Göding enteignet, 1926 ein tschechischer Verwalter eingesetzt, der Zuzug von tschechischen Arbeitern und Aufsehern gefördert, die deutschen Arbeiter gezwungen, ihre Kinder in die tschech. Schule nach Frischau zu schicken. Im Winter 1929/30 erfrieren Nußbäume, Kirschbäume und Weinreben. Im Herbst 1938 werden Barrikaden errichtet, Schützengräben ausgehoben. Am 9.10.1938 marschiert die Wehrmacht ein, der Kirtag wird nachgeholt – es ist der letzte. Am 7.5.1945 beschädigen Sowjetflugzeuge mit Bomben und Bordwaffen mehrere Häuser, Schule und Kirche.
Im II.Weltkrieg fallen 38 Mann, 24 bleiben vermißt. Am 8.Mai 1945 dringen die Rotarmisten ein, Plünderungen und viele Vergewaltigungen folgen. Tschechische „Partisanen“ tauchen auf, verüben Mißhandlungen. Ein Lehrer wird ermordet. Sämtliche Parteimitglieder und sonstige Mißliebige werden in ein Arbeitshaus eingeliefert, Tschechen besetzen ausgesuchte Häuser. Am 2.August müssen sich alle männlichen Deutschen von 15 bis 55 Jahren melden, 22 von ihnen werden nach Frischau verschleppt, von dort in das berüchtigte Arbeitshaus in Znaim. Am 19.9.1945 werden weitere 95 arbeitsfähige Personen mit Pferdefuhrwerken nach Znaim ins Arbeitslager gebracht. Im Feber 1946 beginnt die Austreibung, am 23.Mai rund hundert Personen, am 15.Juni mehr als dreihundert, die letzten am 15.September, jeweils über das Sammellager in Znaim.

Im Ried Roßweide, etwa 1km außerhalb, bestand einst der Ort Rohotersch oder Rohositz, der schon 1657 als seit undenklicher Zeit verödet gilt. Die Kirche St.Mauritz wird erst 1768 abgetragen.

Brauchtum
Der schulentlassene Jahrgang feiert einen eigenen Fasching, den „Protscher Fasching“, bis zum Kriegsausbruch 1939.
Am 25.März Fest Mariä Verkündigung und „Herzelmarkt“, Burschen kaufen der Verehrten ein großes Lebkuchenherz.
Granitzschau (Grenzbegehung) am 23.April (Georgi).
Am 16.Mai wird die Statue des Hl.Johannes von Nepomuk geschmückt, am Abend wird davor ein Rosenkranz gebetet und „O großer Wundersmann …“ gesungen.
Am Freitag vor Pfingsten Viertageswallfahrt nach Maria Dreieichen.
Sankt Kathrein sperrt Fiedel und Geigen ein (25.Nov.): am Sonntag davor die letzte Tanzmusik: „Katrei-Muse“, dann beginnt der Advent.

Spitzname: Fuchsenfänger
Redensart: „Die Moskowitzer hom aan Wülln!“ (haben einen Willen / Zusammenhalt).
Matriken seit 1744 (bei Frischau).

Literatur:
Max, Lukas: Heimatbuch der Gemeinde Moskowitz in Südmähren. 1963

Bezirk Znaim, Gericht Joslowitz

Dreieckangerdorf 1108 ha, 228 m ü.d.M.

Flurnamen: [hinter dem Schrägstrich / steht der Ausdruck im Volksmund; Nutzung als Acker, wenn nichts in Klammer vermerkt ist.]
Ortsried, Breiteln/Bratl, Krautäcker/Krautlandl, Kreuzgebirg/Kreuzweiat (Obst, Wein), Lämmerweide/Wad, Lehen, Kugelzöpf/Guglzipf, Schakwitz-Breiten, Hintere Weide, Zwergfeld, Brünndläcker, Unterm Hosterlitzer Weg/kurze und lange Hosterlitzer, Zehentfeld/Hosterlitzer, Ober-Rohositzer Zinsfeld/Obere Rostitzer, Unter-Rohositzer Zinsfeld/Untere Rostitzer, Junge Neuriß/Kurze oder Lockahadn, Lange Heiden, Zipfäcker, Brünndelwiese, Quanten/Achtzehnquanten, Roßweide/Roßwadstückeln, Kirchenäcker, Breiten hinterm Friedhof/Friedhofbrattn, Kapellenäcker, Alte Neuriß/Masterhad, Branskowitzer, Teichäcker (auch Wein), Äußeres Teichtel, Göden, Kleinäcker/Biriackerl, Unter-Branskowitzer Gebirg/Branskowitzer Weingarten (Wein), Ober-Branskowitzer Gebirg (B.W., Wein), Beim Nußbaum/Nußbaumacker, Freyheideln, Compascual-Hutweide/Hadweingarten (auch Wein), Halblehen/Lehen hinterm Herrschaftsgarten (teilw. Wald, Wein), Bettlerlehen/Untere oder Frischauer Lehen (auch Wald, Wein), Langquanten (teilweise Wald), Steinbeißer (auch Obst, Wein), Mühlquanten/Mühlweingarten oder Junge Weiatn (Obst und etwas Wein), Adamsberge (Obst, Wald), Hausergarten (Obst), Obere Wiesen (Wiese, Wald), Untere Wiesen (Wiese, Wald), Kreuzerlandeln, Freie Trift/Freitriftstückl (teilweise Wald).

Anbau: Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Hirse, Erbsen, Linsen, Mais, Futterrüben, Kartoffeln, Zuckerrüben, Raps; Obstbau; Weinbau nur zum Eigenbedarf, nur 2 mit Verkauf.
Landwirtschaft betreiben 75-80% der Einwohner, ursprünglich 30 Höfe, 6 mit ca.36ha, 24 mit ca.18ha, 18 Häusler mit 50a, 70 weitere Wirtschaften; 20% arbeiten auf dem Gut oder auf Höfen.

Jagd: 500-600 Hasen, 300-500 Rebhühner, 10 Rehe, 50 Fasane, 50 Wildkaninchen.

Straßen, Plätze:
Oberes Dorf, Unteres Dorf, G‘stettenhäuseln, Frischauer Straße, zur Mühle, Hinter den Gärten, Gassel, Untere Kleinhäuseln, Obere Kleinhäuseln, Possitzer Straße, Hinterm Wirtshaus, Schakwitzer Weg, Olkowitzer Weg, Hosterlitzer Straße, Tanzplatz, Kleinhäusler-Teichtl, Mastalacke, Mühlteich, Böhmdörfl, Böhmdörfler Teichtl.
Feldwege: Krautlandweg, Kreuzgebirgweg, Kreuzgebirgsteig, Schakwitz-Breiten-Allee, Weg Ober der Schakwitzbreiten, Mitterfeldweg, Zu den Freitriftstückeln, Kaiserstraße, Alte Straße, Oberrostitzer Weg, Brünndelwiesenweg, Kirchenweg, Branskowitzer Triftweg, Branskowitzer Weg, Friedhofweg, Friedhofbreitenallee, Roßweideweg, Achtzehnquanten- und Heidenweg, Hinterm Herrschaftsgarten, Gönweg, Querweg, Unterer und Oberer Branskowitzer Weg, Nußbaumweg, Zu den Meisterheiden, Kaschnitzer Weg, Freyheidelweg, Triftweg, Zu den Kleinen Heideweingärten, Leipertitzer Weg, Weingärtenweg, Hauergarten- und Wiesenweg, Riedweg (zu den Adamsbergen, Steinbeißern und Kreuzerlandeln).

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Filialkirche (bis 1781 zu Leipertitz, danach zu Frischau) Mariae Vermählung, Anbau durch Fürst Liechtenstein; erbaut 1722 als Kapelle der hl.Fabian und Sebastian, dann Rochus und Rosalia nach der überstandenen Pest von 1714; Hauptaltar 1835, 2 Seitenaltäre; Orgel 1870; Turm mit 3 Glocken 1884, 1914/18 geopfert, 1922 und 1926 (Sterbeglocke) erneuert; vergrößert 1936, Turm 4m erhöht.
Friedhof ½ Stunde nördlich gelegen, ursprünglich zu dem verödeten Dorf Rochtitz gehörig.
Dreifaltigkeits-Kapelle am Ortsausgang nach Hosterlitz.
Eisernes Kreuz 1925, bei der Kirche.
Hl.Johannes von Nepomuk um 1800 bei Haus Nr.60.
Eisernes Kreuz, 1848, mit Steinsockel bei Nr.130.
Eisernes Kreuz, 1912, mit Steinsockel, nördlich vom Feldweg nach Groß-Grillowitz.
Eisernes Kreuz, 1905, mit Steinsockel, an der Gemeindegrenze Richtung Schakwitz.
Eisernes Kreuz, 1887, an der Straße nach Possitz.
Bildstock Mariahilf, 1909, an der Straße nach Possitz.
Marterl der Gottesmutter, 1905, bei der Brücke.
Marterl, erneuert 1939, an der Frischauer Straße bei Nr.139.
Marmorkreuz, 1941, an der Frischauer Straße, für Gefallenen.
Steinkreuz 1918, Frischauer Straße, für einen Gefallenen.
Bildstock 1933, Frischauer Straße.
Rotes Holzkreuz, 1892, an der Frischauer Straße.
Eisernes Kreuz, 1905, auf Steinsockel, Ortsausgang gegen Leipertitz.
Eisernes Kreuz, 1910 (Sengerkreuz), auf Steinsockel, Feldweg nach Tullnitz.
Marmorkreuz 1941, für Gefallene, am Gönweg.
Steinkreuz beim Querweg.
Eisernes Kreuz am Friedhof, 1887, auf Steinsockel.
Steinkreuz 1941 für Gefallenen an der Straße nach Hosterlitz.
Eisernes Kreuz 1891, auf Steinsockel, an der Straße nach Hosterlitz.
Steinkreuz, 1898, an der Reichsstraßenkreuzung.
Kriegerdenkmal, 1925, von den Tschechen 1945 zerstört.
Gemeindebücherei 1923.
Armenhaus
Milchsammelhaus, 1925.
Elektrifizierung 1930 am Kirtag.

Schulen:
Volksschule, Neubau 1892, zweiklassig, 1929 erweitert, vierklassig; davor Neubau 1828, einklassig, 1852 aufgestockt, ab 1893 Armenhaus. Ab dem 12.Lebensjahr sind die Kinder vom April bis Oktober wegen Arbeit in der Landwirtschaft vom Schulbesuch befreit.

Gewerbe:
Gutshof (252,6ha) des Grafen Rudolf Kinsky, Mährisch Kromau.
Schrotmühle mit Karpfenzucht.
Gemeindegasthaus, 2 Gemischtwarenhandlungen, 3 Schmiede, 4 Zimmerer 2 Wagner, 2 Tischler Glaser, Schneider, 2 Schneiderinnen, 3 Maurer, Friseur.

Vereine:
Marianischer Jungfrauenverein
Burschenverein
Mütterverein
Kirchenchor
Freiwillige Feuerwehr, 1927,
Milchgenossenschaft, 1923 (täglich 900-1000 Liter).
Wassergenossenschaft, 1924/25.
Freiwillige Feuerwehr, 1927.