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Modes

49° 4′ N, 15° 16′ O

Matějovec

Zlabings

Geschichte
Erstmals 1399 urkundlich erwähnt, bis 1459 den Herren von Neuhaus gehörig, danach den Herren von Kraigh. Schon um 1580 Pfarre, 1597 mit Böhmisch-Rudoletz vereinigt. Nach dem 30jähr. Krieg verödet. Kolonie Rosenau mit 56 Einwohnern aus dem Ende 18.Jh. aufgelösten herrschaftlichen Meierhof, nach Modes eingeschult. Großbrand 1866. Bis 1918 Flachsanbau und -verarbeitung. Im Ersten Weltkrieg fallen 8 Mann, im Zweiten 15 Mann. Als 1945 die Wehrmacht sich nach Westen absetzt, füllen sich die Straßengräben, Teiche und Wälder mit zurückgelassenem Kriegsmaterial, Waffen und Munition. Am 7.Mai zieht die Nachhut durch, es folgen Sowjetsoldaten und tschechische „Partisanen“. Am 7. Juni 1945 müssen die Deutschen innerhalb einer Stunde mit 30 Kilo Gepäck auf dem Ortsplatz stehen. Drei ältere Männer werden als Geiseln an die Wand gestellt. Nur den Alten und Gebrechlichen wird ein Gespann zugestanden. Über Zlabings geht es zur Grenze, wo das letzte wertvolle Stück geraubt wird.

Kirtag am ersten Sonntag nach Ulrich (4.Juli); Kirchweihfest Sonntag nach Leonhard (6.November) in Stoitzen.

Matriken seit 1769 (seit 1652 bei Böhm.Rudoletz)

Literatur:
Proschinger, Peter: Flurnamen der Gemeinde Modes. o.J.

Bezirk Datschitz, Gericht Zlabings

1938-1945 Kreis Waidhofen a.d. Thaya

Längsangerdorf 1379 ha, 645m ü.d.M.

Lage: An Kaiserstraße und Wäldern von Landstein, im Süden Hollabrunner Berg (721m). In der Umgegend: Schalen- oder Wackelsteine, große Felsblöcke. Herrschaftswälder 807ha, Teiche 5,3ha.

Flurnamen
Auäcker, Grubenäcker, Gspörräcker, Hofluß, Poit, Marzio (nach einem Müller Mortz oder Marzcy des 17.Jh.), Hungerteich, Diederlüß, Kühstallen, Oberberg, Unterberg, Hinterberg, Maires;
Wiesen: Auwiesen, Diederlüßwiesen, Marciwiesen, Stöcklwiesen;
Bauernwälder: Oberhollabrunn, Gemeindehübl, Gspörrwald, Bufin, Grübenwald, Erlau;
Herrschaftswälder: Cervenka, Wolfsloch, Galgenberg, Bäckerhügel, Ahornberg, Torfstich, Breuerschlag, Brand, Königschlag, Kohlholzschlag, Wagenschmiersteig, Holomas (=Holzschlag).
Der Weg nach Unter-Radisch, Pucherweg genannt, erinnert an ein ehemaliges Pochwerk.
Teiche: Hungerteich (4ha), Neuer Teich (2,5ha), Grauteich (2ha), Marziteich (2ha), Lorenzteich, Schmidtenteich, Pfarrerteich.

Anbau: Flachs (bis 1914)

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kirche hl.Ulrich, 1744-47; Turm 38m; vom ummauerten Friedhof umgeben. Vorgängerin, 14.Jh., im 30jähr. Krieg zerstört, noch 1673 wüst und fensterlos. Glocken aus dem 15.Jh.; 1510 bis 1595 protestantische Pfarre, bereits 1588 erwähnt. Ab 1648 nach Böhmisch Rudoletz eingepfarrt, 1769 selbständig, mit Rosenau, Stoitzen, Unter-Radisch und Neuwelt.
Volksschule, Neubau 1843, gegründet 1788, 1873 Umbau, zweiklassig; 1892 Schulspeisung für die Auswärtigen aus Stoitzen
Post Böhmisch Rudoletz,
Kriegerdenkmal 1920,
5 Kreuze,

Gewerbe
2 Gasthäuser, 3 Kaufläden, 2 Bäcker, 2 Schuhmacher, 2 Schneider, Schneiderin, Tischler, Wagner, Schmied,

Vereine, Genossenschaften:
Freiwillige Feuerwehr 1904,
Veteranenverein,
Raiffeisenkassa 1898