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Mißlitz (mit Böhmdorf und Wenzelsdorf)

48° 57′ N, 16° 19′ O

Míroslav

Znaim

Geschichte
Urkundlich erstmals 1222 erwähnt, schon im 15.Jh. dürfte eine jüdische Siedlung bestanden haben, zuerst der Herrschaft gehörig, dann unter dem Schutz von Kloster Bruck. 1454 vertreibt Ladislaus Postumus die Juden aus den königlichen Städten Olmütz, Brünn, Znaim, Iglau und Neustadt, ein Teil der Znaimer Judengemeinde dürfte sich in Mißlitz niedergelassen haben. 1565 schließt der Marktflecken Böhmdorf und Wenzeldorf mit ein. Im 16.Jh. protestantisch, nach einer Jesuitenmission 1620 wieder katholisch.
Im 30jährigen Krieg 1619 von den Kaiserlichen unter Dampierre geplündert, später von den Schweden, Schwedenschanzen, Schweden löcher und Schwedengräber (der von Thorstensen zurückgelassenen Verwundeten) bleiben, Erdställe könnten damals Schutz geboten haben. 1694 gelangt der Ort an Kloster Bruck (bis 1784). Eine Pestepidemie fordert 1696/96 viele Opfer. Seit 1726 dürfte ein jüdisches Ghetto bestanden haben, gibt es die Judengasse, seit 1790 eine israelitische Schule; nach 1945 werden die Häuser der Judengasse abgerissen, der Tempel wird „Kulturhaus“.
1763, 1776 und 1794 brennt der Ort nieder, 1784 erhält er einen dritten Jahrmarkt, 1798 und 1799 folgen Großbrände. 1805 und 1809 hausen die Franzosen. 1831 erhält ein Mißlitzer als erster Jude Mährens den Meisterbrief als Schlosser. 1832, 1836 und 1849 wütet die Cholera. 1866 sind von den Einwohnern 3577 Katholiken, 216 Protestanten helvetischen Bekenntnisses und 1035 Juden. Von 1867 bis 1924 ist die jüdische Kultusgemeinde eine eigene politische Gemeinde. 1899 wird Böhmdorf eingemeindet, 1908 Wenzeldorf.
Um 1900 beginnt man, Theater zu spielen, im Krieg gastiert die Wiener Kleinbühne Lackner, meist mit Operetten, nach 1918 führen Laienspieler, meist aus Kirchenchor und Gesangsverein, Stücke im Rathaussaal auf, z.B. zum 60jährigen Regierungsjubiläum Franz Josefs „Des Kaisers Huld“, weiterhin „Die Winzerliesel“, „Wenn Gott Amor sich rächt“, „Der G’wissenswurm“ oder „Einen Jux will er sich machen“. Im I.Weltkrieg fallen 92 Mann.
Eine rasch aufgestellte Bürgerwehr stellt sich tschechischen Legionären und einem Panzerzug am Bahnhof Mißlitz entgegen, es kommt zu keinem Gefecht. Am 16.Dezember 1918 wird Mißlitz von tschechischem Militär besetzt. Die deutsche Gemeindeverwaltung wird abgesetzt und aus dem Rathaus geworfen, die deutschen Beamten werden in tschechische Orte versetzt und durch tschechische ersetzt. Die Denkmäler Kaiser Franz Josephs werden zerschlagen, deutsche Schilder abgerissen, in der Bürgerschule wird Inventar zertrümmert. 1923 wird die Gemeinde Deutsch-Knönitz mit fast 700 Tschechen eingemeindet, um eine tschechische Mehrheit zu schaffen, die Eingemeindung von Bochtitz wird verhindert, so daß die deutsche Mehrheit erhalten bleibt. 1924 ist wieder ein Deutscher Bürgermeister. Die deutsche Mehrheit ergibt sich bis 1935, weil sich die jüdischen Vertreter der deutschen Fraktion anschließen. Nach den Wahlen 1925 sitzen 14 deutsche, 13 tschechische und drei jüdische Vertreter im Gemeinderat. Im Zuge der Bodenreform wird das Gut teilenteignet und an tschechische Kleinbauern und Arbeiter verteilt, der Hauptteil wird an einen Tschechen verpachtet. 1935 einigen sich die Parteien ohne Wahl auf 10 deutsche und 10 tschechische Gemeinderäte. 1937 findet im Ort die Südmährische Ausstellung für Gewerbe, Handel, Industrie und Landwirtschaft statt. Bei der Mobilmachung 1938 gehen viele deutsche Männer über die Grenze und schließen sich dem Freikorps an. Die Daheimgebliebenen müssen südlich des Ortes Stellungen ausheben. Als die tschechischen Truppen abziehen, wird im Ort eine Bürgerwehr aufgestellt, die Juden sind teilweise schon in die Rest-Tschechei abgewandert. Die Wehrmacht hält sich ab 9.Oktober 1938 zwei Wochen lang im Ort auf. In der Judengasse werden einige baufällige Häuser abgerissen. 1939 werden die Jahrgänge ab 1895 eingezogen, bei der Ernte fehlen Arbeitskräfte. Später werden 50 bis 60 Fremdarbeiter eingesetzt. Im Krieg fallen 97 Mann, 40 bleiben vermißt.
Am 7.Mai 1945 kommen bei Luftangriffen 42 Zivilisten und 50 Soldaten um, 110 Pferde und 80 Rinder werden getötet, 95 Häuser sind zerstört, 320 zum Teil schwer beschädigt. Nach dem Einmarsch der Sowjets am 8.Mai werden viele Frauen vergewaltigt, zwei Frauen, der Ehemann und der Vater einer der vergewaltigten Frauen nehmen sich das Leben. Ein Polizeimeister wird ermordet. Im Schloß werden zusammengetriebene Deutsche, Männer und Frauen, schwer mißhandelt und zum Arbeitseinsatz verschleppt. Im August wird ein Teil entlassen, die anderen werden nach Mährisch Kromau ins Bezirksgefängnis gebracht, von wo Ende März 1946 alle Gefangenen ins Gerichtsgefängnis nach Znaim eingeliefert werden, einer von ihnen verhungert dort. Im Juni werden sie entlassen bis auf zwei Frauen, die für einige Zeit in das berüchtigte Gefängnis Pankrac in Prag kommen. Am 14.Feber 1946 werden die ersten Deutschen vertrieben, über Sammellager im Schloß und in den Schulen mit den Deutschen aus den umliegenden Orten. Im Juni ist die Vertreibung abgeschlossen, Ende 1947 werden die letzten elf, die zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt waren, entlassen.
Unter dem Marktplatz wurden Gänge gefunden.

Von Urbitz wird 1253 und 1284 eine Pfarre erwähnt, später ist es Besitz der Klarissen in Znaim, 1509 gehört ein Teil zu Mißlitz. Im 30jährigen Krieg geht der Ort unter.

Brauchtum
Kirtag am 2.Sonntag im September für drei Tage.
Fasten- und Maipredigten, Auferstehungsprozession, Bittage, Fronleichnamsprozession, drei Prozessionen und Andachten zum hl,Johannes von Nepomuk.
Sonnwendfeier am Markusberg vom deutschen Turnverein.
Wallfahrt nach Maria Dreieichen zu Pfingsten, nach Lechwitz am Sonntag nach dem 2.Juli (Mariä Heimsuchung).
Osterratschen: In Mißlitz gibt es stets vier Gruppen, die den wichtigen Auftrag hatten, die „Glocken, die nach Rom geflogen sind“, durch das Ratschen zu ersetzen und so die Gebetszeiten anzukündigen. In Wenzeldorf obliegt es den Schulkindern dieses Ortsteiles, den „Wenzelsdorfern“, sich am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag zur täglichen Läutezeit mit ihren Ratschen lautstark durch die Gassen zu bewegen; Böhmdorf und die Ramosch sind unumstrittene Domäne der „Böhmdorfer“, und in Mißlitz-Markt sind es die „Morker“. Sehr zu ihrem Ärger gibt es aber auch noch eine vierte Gruppe, die tschechische Schuljugend, die den Morkern immer einige Gassen streitig macht. Fünfhaus, Aschmeritzer Straße, Goetheviertel und die angrenzenden Gassen sind in der vorösterlichen Zeit stets Zankapfel zwischen diesen beiden Ratschergruppen. Die Streithintergründe sind weder politischer noch nationaler Art, sie haben einen viel nüchterneren Grund: Je mehr Straßen die Buben zum Ratschen hatten, desto mehr haben sie dann auch zum Einsammeln, denn für ihre Mühe werden sie ja von den Bewohnern des Viertels belohnt. Am Karsamstag ist es dann so weit, daß sie die Belohnung, die aus Eiern und Bargeld besteht, einsammeln gehen. Da heißt es, in jenen Straßen, durch die auch die tschechischen Konkurrenten ziehen, als erste da zu sein, denn wenn einmal in einem Haus gesammelt worden ist, gibt es für die späteren Sammler nichts mehr. So kommt es oft vor, daß die Buben in ihrem Übereifer beim Einsammeln manchen Einwohner sogar aus dem Bett holen, weil sie so früh dran sind. Freilich wirkt sich dies nicht gerade fördernd auf die Gebefreudigkeit aus.
Ab Gründonnerstagmittag versammeln sich die Buben zu den Läute-Zeiten bei der Kirche. Nach dem Beten beim Kirchenkreuz geht‘s los. Während die Böhmdorfer in Richtung Böhmdorf abziehen – die Wenzelsdorfer haben einen anderen Sammelplatz –, fahren die „Morker“, zahlenmäßig am stärksten, in 2 Gruppen mit den Ratschenkarren ab. Eine Gruppe geht den Kirchberg hinunter über den Marktplatz, die andere über Fünfhaus und Bahnstraße. Beim Viehmarkt, bei der Czermakmühle oder am Graben treffen sich beide Gruppen wieder, wenn nicht die Gruppe, die durch Fünfhaus zieht, vorher eine kleine „Schlacht“ mit den tschechischen Ratschern auszutragen hat, weil diese wieder in ihr Revier eingefallen ist. Es sind harmlose Plänkeleien, aber die „Morker“ sind sehr darauf bedacht, ihr angestammtes Hoheitsgebiet zu verteidigen. Den ältesten Buben, meist jenen aus der 3.Bürgerschulklasse als „Aufsehern“, obliegt es, für ordnungsgemäße Durchführung des Ratschens Sorge zu tragen, für die anderen besteht eine strenge Rangordnung. Die kleinen, neu hinzugekommenen Ratscher haben ganz hinten als letzte Paare Aufstellung zu nehmen, während die Größeren, die auf eine „langjährige Erfahrung“ zurückblicken können, die vorderen Plätze belegen. Nach dieser Einteilung, also fast tarifmäßig, erfolgt auch die Entlohnung: vorne Spitzenlöhne, die Aufseher „Beamtengehälter“, und je weiter es nach rückwärts geht, desto weniger. Öfteres Fehlen hat Lohnabzug zur Folge.

Sonnwendfeier: Schauplatz ist am 21.Juni der Markusberg, für diese Feier wie geschaffen. In Mißlitz ist es nicht einfach, Reisig, Holzscheite und anderes brennbares Material aufzutreiben, denn in der Umgebung gibt es wenig, ja fast gar keinen Wald. Und dennoch werden für die Sonnwendfeuer immer einige Wagenladungen herangeschafft: Alte Kisten und Balken, unbrauchbare Bretter müssen das Fehlende ersetzen, denn die jungen Leute setzen ihren Ehrgeiz darein, den Scheiterhaufen stets so hoch als möglich aufzutürmen. In der Dämmerung pilgern dann alt und jung zum Gipfel des Markusberges. In weiter Runde sitzen die Menschen um den Holzstoß. Wenn es dunkler wird, der Mond sein fahles Licht über die heimatlichen Fluren ergießt, in den Nachbardörfern da und dort Feuer aufleuchten, zuerst nur kleine rote Pünktchen, dann leuchtende Fanale, stecken auch die Mißlitzer den Stapel an. Weit im Umkreis ist das Knistern des brennenden Reisigs und das Prasseln der Flammen durch die Stille der Nacht zu hören. Zuerst gilt die stumme Aufmerksamkeit der Anwesenden nur dem Feuer, dessen lodernder Schein bald zauberhafte Lichter und Schatten in den Kreis wirft. Dann wird irgendwo zag ein Lied angestimmt und bald von allen mitgesungen. Meist beginnt es mit „Flamme empor!“, dem dann Volkslieder folgen. Mittlerweile ist das Feuer gewachsen und die Glut hat bald den Höhepunkt erreicht. Hell wird die Umgebung beleuchtet, einen geheimnisvollen Zauber strahlt es aus. Deutsches Land, in dem die Feuer brennen, und deutsche Sitten! Mit fachkundigen Blicken prüfen die jungen Leute die Feuer der Nachbardörfer und stellen mit Befriedigung fest, daß sie wieder das schönste Feuer haben. Langsam sinken die Flammen. Durch den rotgoldenen Schein springen fröhlich, Hand in Hand, die Burschen mit ihren Mädchen. Weiter gehen die Flammen zurück, bis sie zur Glut werden, die noch lange Wärme und Vertraulichkeit ausstrahlt. Erst spät nachts treten alle durch das schlafende Wenzelsdorf den Heimweg an. An ihnen haftet noch der Geruch des Feuers und in ihnen ist Freude und Zufriedenheit nach dem Erlebten.

Weinlesefest im Oktober.
Einige Spitznamen: Kaiser Titus, Missetat, Beißer, Bosniak, Fertig, Maikäferkorl, Spitzkopf, Tannenbaum, Sterngucker, Koschper.
Matriken seit 1695.

Bedeutend:
Ruzicka, Karl (*1890), Oberst, Ritter des Militär-Maria-Theresia-Ordens.
Schartl, Josef (1888-1945), Große Goldene Tapferkeitsmedaille, am 10.Mai 1945 von tschechischen „Partisanen“ ermordet.

Literatur:
Slezaczek, Heinrich: Mißlitz 912-1912. 1912
Elbling, Hygin: Ortsgeschichte der Marktgemeinde Mißlitz. 1973
Elbling, Hygin: Geschichte der Judengemeinde Mißlitz (Südmähren). 1978

Bezirk und Gericht Mährisch-Kromau

Platzort (Dreieck) 3243 ha, 260 m ü.d.M.

Flurnamen:
Dreizehner, Alte und Neue Satzen, Kleine Breitenäcker, Große Breitenäcker, Grünbreitenäcker, Kuchhübeläcker, In den Zwickeln, Reinteichäcker, Obere und Untere Halblehen, Wenzeldorfer Halblehen, Krautland, Neuriß, Hinter dem Pfarrhof, Cepanau, Sauberge, Mißlitzer Kurze, Wenzeldorfer Kurze, Hüttenäcker, Große Lange, Kopacek, Weinberge, Fuchsenlöcher, Untere Weinberge, Macocha, Wenzeldorfer Viertel, Böhmdorfer Halblehen (Polodely), Dachsberge, Kreiten, Böhmdorfer Viertel, Ramosch, Obere und Untere Kreiten, Zwischen dem Wald, Hinter dem Wald, Wenzelau, Häusler Breiten, Hühnerblind.

Anbau: sämtliche Getreidearten (Silo für 100 Waggonladungen), Hackfrüchte (Zuckerrüben [1930ff. Verladung von 1300 Waggonladungen], Mais, Kartoffeln), Hülsenfrüchte, Gemüse, Wein- und Obstbau.
Jagd: reicher Bestand an Feldhasen (600-800), Rebhühnern (50); weniger Fasane und Feldkaninchen.

Straßen, Plätze:
Marktplatz, Comeniusplatz, Kirchplatz, Znaimer Straße, Bahnhofstraße, Böhmdorfer Hauptstraße, Wenzelsdorfer Hauptstraße, Teichstraße, Kirchenviertel, Goetheviertel, Windmählviertel, Mühlviertel, Am Markusberg, Talgasse (Ramosch), Pestalozzigasse, Kellergasse, Rathausgasse, Judengasse, Tierschgasse, Fünfhaus, Am Graben, Viehmarkt, Auf der Dreizehner, An den Holdergärten.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche hl.Peter und Paul, 1722/29, eine der ältesten in Mähren, bereits 1239 bestehend, 1486 umgebaut, Saalkirche mit Westturm, Stichkappentonnengewölbe; Hochaltar, Kanzel und 6 Bilder 1.Hälfte 18.Jh., 2 Seitenaltäre (rechter: 17.Jh.), Orgel 17.Jh., Bänke Mitte 18.Jh., Rokoko. 3 Glocken im I.Weltkrieg geopfert, 1926 ersetzt, 1941 wieder geopfert. Filiale in Deutsch Knönitz und Socherl.
Pfarrhof 1722-1732, zweigeschossig, mit schönem Tor und Doppelfenster.
Friedhof, 1830.
Evangelische Kirche, 1846, barock/klassizistisch, ab 1857 eigener Friedhof.
Synagoge, 1845, mit Schule, 1790, Unterricht in Deutsch und Hebräisch, Gemeindekanzlei, Bad und Wohnung der Kultusbeamten; 1897 Vergrößerung durch Herausrücken der Ostseite; davor einfache Betstube, „Rabbiner-Kapelle“.
Kloster der Hedwig-Schwestern, Filiale des Mutterhauses in Frischau, mit vier Nonnen, die im Winter Handarbeitskurse für Mädchen abhalten und sich um Kranke kümmern.
Hl.Johannes von Nepomuk, 1676, im Kirchpark.
Hl.Florian am Marktplatz.
Kreuze an Kodauer, Hosterlitzer und Aschmeritzer Straße.
Kreuz auf dem Markusberg (301 m).
Schloß, Umbau 1512 bis 1549 im Renaissancestil aus älterer Burg, zweigeschossig, auf unregelmäßigem mittelalterlichen Grundriß; Hauptgebäude turmartig; barockes Tor und Renaissancetor.
Schüttkasten, Weinzehentkeller.
Rathaus, 1914/16, mit Gastwirtschaft samt Wohnung, Saal für Theateraufführungen; Ortspolizeistation, Standesamt, Gefängnis, Gemeindeverwaltung 1850.
Kaiser-Franz-Joseph-Jubiläumsdenkmal 1908 im Park der Bürgerschule; 1918 von den Tschechen zerstört.
Kriegerdenkmal, 1928 (mit den Namen der beim Bombenangriff Getöteten).
Postamt, 1920.
Bahnstation 1869; Omnibus zum Bahnhof.
Gendarmeriepostenkommando, 1876.
Finanzwachabteilung, 1912.
Kino „Apollotheater“: Sa., So.; Theateraufführungen.
2 Armenhäuser
Feuerwehrzeughaus
Schwimmbad, 1929.
Elektrifizierung, 1922.
4 Ärzte
2 Dentisten
Apotheke

Schulen:
Volksschule: Neubau 1881, vierklassig, 1889 Zubau, fünfklassig mit je 2 Parallelklassen; davor Kirchschule 1653. 1725 aus altem Pfarrhaus erneuert, 1842 erweitert, 1881 abgerissen. Trivialschule seit 1774.
Bürgerschule, 1903, dreiklassig, (für Kodau, Nispitz, Hosterlitz, Socherl, Kaschnitz, Irritz, Tullnitz) mit Park 1905 und Denkmal Kaiser Franz Josephs 1908, allgemeine Fortbildungsschule 1909 integriert.
Kindergarten, 1912 vom Deutschen Kulturverband.
Private tschechische Volksschule mit Kindergarten, 1908, Gründung des Sokol; 1931 tschechische Minderheitsschule mit 5 Volksschul- und 3 Bürgerschulklassen.
Tschechischer Kindergarten 1910 der Matice Školska
Mitte des 19.Jh. ein- bis zweiklassige israelitische Volksschule.
Gewerbe:
Gutshof,
Ziegelei (vor 1927 vier), 2 Mühlen, 2 Steinbrüche, Sägewerk,
2 obstverarbeitende Großbetriebe,
Landwirtschaftliche Maschinenfabrik,
Molkerei,
Gasthöfe, Hotelbetriebe, Holzhandlung, Getreidehändler (jüdisch), Baugeschäfte, Obst- und Gemüseläden, Gärtnereien, Bäcker, Konditoreien, Fischläden, Sattler, Kürschner, Schmiede, Schlosser, Tischler, Spengler, Schneider, Tuchgeschäfte, Schuhmacher, Schuhgeschäfte, Elektroläden.

Jahrmärkte: An den Dienstagen 1) nach Kunigunde (3.März), 2) nach Florian (4.Mai), 3) nach Ägidius (1.September), 4) nach Allerheiligen (1.November).

Vereine:
Freiwillige Feuerwehr, 1880.
Graf Kinskyscher Militärveteranenverein, 1880 bis 1918, danach Kameradschaftlicher Unterstützungsverein gedienter Soldaten.
Männergesangsverein, 1886, mit dem Wenzelsdorfer 1907 vereint, später gemischter Chor. Theateraufführungen.
Spar- und Vorschußverein, 1891.
Bund der Deutschen Südmährens, 1899.
Spar- und Darlehenskassenverein, 1900.
Verschönerungsverein, 1901.
Bienenzuchtverein, 1902.
Ortsverband für Rinderversicherung, 1903.
Jüdischer Gesangsverein, 1904.
Deutschvölkischer Turnverein 1908.
Landwirtschaftlicher Verein, 1908.
Deutscher Schulverein, 1908, ab 1920 Deutscher Kulturverband.
Landwirtschaftlicher Verein, 1908
Piusverein, 1908, ab 1918 Katholischer Volksbund (bis 1938).
Katholischer Schulverein, 1910.
Gewerbeverein, 1911.
Deutschvölkischer Turnverein, 1912.
Musikverein, 1920.
Christlich-deutscher Turnverein, 1929.
Deutscher Sportverein MSV (Fußball), 1932.
Volkssparkassa, 1908, ab 1932 Volksbank, 1940 zur Raiffeisenbank.
Genossenschaft der freien konzessionierten Gewerbe, 1883.
Handwerksmäßige Genossenschaft, 1884.
An- und Verkaufsgenossenschaft
Milchgenossenschaft
Jagdgenossenschaft