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Mariahilf

48° 56' N, 16° 32' O

Nová Ves

Nikolsburg

Geschichte
Neugründung, 1701 als “Neydorff” anstelle des 1574 verödeten nach M. ver legt (1807 wieder zurückverlegt), 1805 in dieser ein Spital für die bei Austerlitz ver wun deten Franzosen eingerichtet. Dank bedeutender Geldbeiträge von Fonds gut Dürnholz und Gräfin Herber stein kann 1874 die Schule eröffnet wer den. Im I. Weltkrieg fallen 17, im Zwei ten 36 Mann. Die Tschechen errichten 1924 eine einklassige Minderheitsschule, bauen 1932 dafür ein Schulhaus, zwei k lassig, mit Kindergarten. Im Herbst 1944 kommen Trecks von Flücht lin gen aus der Batschka und aus Siebenbürgen, im Jänner 1945 Schlesier. Artille rie feuer tötet am 26. April 1945 drei Orts bewoh ner, fünfmaliger Front wechsel führt zur Zerstörung vieler Häuser. Die Deutschen werden Anfang 1946 vertrie ben, der Großteil lebt in Deutschland.

Brauchtum:
Der Kirtag/Kaiserkirtag richtet sich nach dem 15. Oktober, dem Namenstag der hl. Theresia. Dieser “große” und ihr “kleiner” Kirtag wird mit den Wostitzern ge feit ert, deren Kirche dem hl. Johannes dem Täufer geweiht ist, am Namens tag, dem 24. Juni. Jeden Montag zelebriert der Pfarrer von Wostitz einen Schul gottesdienst und jeden dritten Sonntag ein Hochamt in M. Eigene Fronleich nams prozessionen gestattet er den Mariahilfern nicht, hintertreibt vielmehr die Bewil ligung beim bischöflichen Ordinariat in Brünn.

Bezirk Nikolsburg, Gericht Pohrlitz 615 ha 175-180 m ü.d.M.

Straßendorf an der Reichsstraße, im Westen zugebaute Häuser, Haufen bauweise, “Sauplatz” (ehedem Schweine gehütet), im Osten einige Häuser, eine Zeile parallel zur Reichsstraße: “Hintertaußi”, südlich der Karlsberg.

Flurnamen:
Zinsäcker, Karlsberge, Kuhberge, Die Schmalen, Die Breiten, Dürnholzer Hü gel, Spitzäcker, Wostitzer Äcker, Erlenwald, Siebzehn Joch, Lammweide, Die Hek tar (Herrschaftsbesitz, 1928 in Hektaranteilen an Bauern verkauft), Scha chen, Zap fen wiesen, Zapfenteich (Besitz des Theresianums, Verwaltung in Dürn holz), Graswiesen, Herrengarten, am untern Platz, auf der Baude

Anbau: Weizen, Gerste, Hafer, Korn, Zucker- und Futterrüben, Erbsen, Linsen, Bohnen, Kartoffel, Mais, Gemüse, Obst
Jagd, ergiebig: Hasen, Rehe, Fasane, Rebhühner

Straßen, Plätze:
Auf der Straße (Dorfstraße), Soikagaßl, Kuschelgaßl, Schopfgaßl, Prißnitz gaßl, Marschalekgaßl, Hajekgaßl (alle nach Anwohnern), Sauplatz, Hintertaußi; außerhalb: Damm, Sutten, Kiristeig, Brücklweg

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle Mariahilf 1839 (zur Pfarre Wostitz), davor Andacht in Haus Nr. 37 vor einem Votivbild, daher der neue Ortsname. Ein Reiter, der in einen Sumpf geriet, soll Maria angerufen und nach seiner Rettung das Bild gestiftet haben.
Friedhof seit 1884 Richtung Muschau.
Hl. Johannes von Nepomuk, Dorfmitte
Steinkreuz, 1843, vor der Kirche (Andreas Edler)
Missionskreuz an der Kirche
Eisenkreuz mit Gitter 1807
Friedhofkreuz 1880
Eisenkreuz am nördlichen Ortsausgang 1855
Eisenkreuz gegen Großhof 1881
Steinkreuz im Gewann Gartln 1910
Kreuz an der Dürnholzer Straße 1909

Volksschule 1874 (davor Schulbesuch in Wostitz), ab 1899 zweiklassig
Gemeindebücherei, vor dem I. Weltkrieg vom Südmährerbund eingerichtet, 1922 von der Gemeinde übernommen
Kindergarten 1931
Kriegergedenktafel in der Kirche 1926
Notspital und Armenhaus (Armenfond)
Gemeindeamt seit 1705
Elektrifizierung 1930
5 Dorfbrunnen
Autobuslinien Brünn – Nikolsburg, Znaim – Pohrlitz

Gewerbe
Mühle, 16.Jh., oberschlächtig, ältestes Gebäude neben Wirtshaus (ehem. kai serliche Maut), bis 1873 Besitz der Herrschaft Nikolsburg, danach verschie dene Be sit zer, 1924 enteignet, 1938 von der Deutschen Siedlungsgenos sen schaft über nommen
Heimarbeit: Haarnetzen, Perlmutterknopfherstellung (“Knöpferldrahrer”)
Mühle
Gutshof
2 Gasthäuser Kaufmann Bäcker Schmied Wagner

Vereine, Genossenschaften
Turnverein 1919 mit Sängerriege
Deutscher Kulturverband 1922
Bund der Deutschen 1930
Deutscher Kindergartenverein 1930
Raiffeisenkassa 1888
Jagdgenossenschaft 1912
Milchgenossenschaft 1924
Bodengenossenschaft 1928