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Malspitz

49° 1′ N, 16° 30′ O

Malešovice

Nikolsburg

Geschichte:
Im 12. Jh. an die Herrschaft Dürnholz, das Kirchenpatronat 1220 an Kloster Ka nitz, das hier auch Besitz hat und dem M. von 1276 (erste urkund liche Er wäh nung) bis 1533 ganz gehört. Für 1556 ist eine evangelische Pfarre belegt, die katho lisch Gebliebenen werden nach Prahlitz eingepfarrt. Im Besitz wech seln der Herren, 1574 nur 52 Einwohner und eine Mühle, bis es Kardinal Franz von Diet richstein nach dem böhmischen Aufstand 1622 erwirbt, damit Rekatho lisierung, 1722 wieder selbständige Pfarre. 1652 erhält Gold schmied Simon Fi scher aus Malspitz das Brünner Bürgerrecht, weil er 1643 und 1645 an der Ver teidigung Brünns gegen die Schweden teilgenommen hat. 1858 erben die Gra fen Herberstein das Patronat über die Pfarre. 1945 wer den Panzergräben und Schützengräben ausgehoben, drei Wochen lang ist der Ort Niemandsland, die Einwohner hausen in den Kellern. Zu Ostern fliehen viele, vor allem Mädchen und Frauen. Die Deut schen werden ab Juli 1945 vertrieben, ca. 40 % bleiben in Öster reich, die anderen in Bayern, Württemberg und Hessen.

Bezirk Nikolsburg, Gericht Pohrlitz 962 ha 190 m ü.d.M.

Flurnamen:
Zwischenweg, unterer und oberer, Mitterfeld, Neufeld, Stattung, Viertelacker, Grindl, Spitz, Hadfeld, Unterfeld, Ganzlahn, Halblahn, Metzen, Horan, große und kleine Kuhweide, Ackerln, Halblahnwiesen, (Holecherwiese), Blümel wiese, Jung gärten, Krautland, Brenngärten, Leinwandbleiche, Judenduck, Vor dere und hinte re Aufelder, Sandroßweide, Baumroßweide, (Bamelwad), Altdorf

Anbau von Getreide, Zuckerrüben, Öl- und Hülsenfrüchte, Feldgemüse, bes. To ma ten, Paprika, Kohlarten, Obst: 23.000 ertragreiche Obstbäume vor 1928.
Jagd von über 1000 Hasen und über 2000 Rebhühnern und Fasanen jährlich (denen nicht selten die Maisernte zum Opfer fällt)

Straßen, Plätze:
Ortsplatz, Kuprowitzer Weg, Lodenitzer u. Odrowitzer Straße, Mödlauer Weg, Mühlweg, Altbrünner Weg; nach Fluren: Neufelderweg, Hadfelderweg etc.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche St. Stephan, urkundlich 1276, Turm wohl Teil alter einer Wehr kirche; Chor 1822, Erweiterung 1886; vier Glocken, eine von 1550; Reno vie rungen 1923 (mit Pfarrei und Schule zur Firmung durch den letzten deutschen Bischof von Brünn, Norbert Klein) und 1935
Hl. Johannes von Nepomuk 1757 od. 1775
Hl. Florian im Schulgarten
Marter
Steinkreuz an der Kirche
2 Kreuze an der Kuprowitzer Straße
Kreuz beim Bäcker
Eisenkreuz an der Odrowitzer Straße
Bildstock am Mühlweg
3 Feldkreuze
Kriegerdenkmal 1924
Volksschule, zweiklassig, 1672 erstmals Lehrer erwähnt, Gemein debücherei
Kindergarten ab 1940
Postamt (1900), Fernsprecher (1920),
Bezirksabgabestelle für Obst und Gemüse (BAST)
Elektrifizierung 1921
Trinkwasserversorgung durch Brunnen
Omnibuslinie Lodenitz – Raigern – Brünn
Ein praktischer Arzt ab 1940

Gewerbe:
Gasthaus Lebensmittelladen Bäcker Metzger
Schlosser Schreiner Wagner Schuster
Wildbrethandlung en gros Gärtnerei

Vereine, Genossenschaften
Freiwillige Feuerwehr 1878
Veteranenverein
Gesangsverein
Bund der Deutsche 1907/1928
Turnverein 1936
Musikkapelle
Milchgenossenschaft
Raiffeisengenossenschaft 1894
Zuckerrübengenossenschaft