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Maires

48° 59' N, 15° 19' O

Maříž

Zlabings

Geschichte
Erstmals 1372 urkundlich erwähnt, ursprünglich landesfürstlich, bald selbständiges Gut, wechselnde Besitzer. 1619 und später Plünderungen; als „Stadtdorf“ zur Lieferung von Lebensmitteln, Getreide, Stroh an die Besatzung von Zlabings verpflichtet. 1652 wird ein Brauhaus errichtet. Um 1800 liefert Maires Wolle für das Strumpfstrickereigewerbe und die Wollwebereien in Zlabings.
Im Zweiten Weltkrieg fallen 13 Mann; 1945 werden 229 Personen vertrieben.

Matriken seit 1647 (bei Zlabings).

Bedeutend: Dr.Georg Wimmer (1815-1893), Leibarzt des Königs Leopold II. von Belgien seit 1855, geboren als uneheliches Kind einer ledigen Dienstmagd am Maireser Gutshof; der leibliche Vater, der Gutsherr Wilhelm Rupp von Ehrenstrom, ermöglichte ihm das Studium.

Bezirk Datschitz, Gericht Zlabings

1938-1945 Kreis Waidhofen a.d. Thaya

Längsangerdorf 389 ha, 538m ü.d.M.

Lage: Hoher Stein (680m) und Kadolzer Höhen (698m) sind beliebte Ausflugsziele

Flurnamen:
Reinolzer Lüß, Lexnitzer Breiten, Bergäcker, Auäcker;
Wiesen: Breitwiesen, Auwiesen, Golzenlußwiesen, Reinolzer Wiesen;
Wald: Bergwald, Brunnluß;
Teiche (Fischzucht): Johannesteich, Großer und Kleiner Schloßteich, Feldteich, Aischlingsteich, Hechtenteich („Spiegelteich“, 1760-80), Antteich, Zlabingsteich, Dorfteich, Kreuzteich, Mühlteich;

Anbau: Roggen, Weizen, Hafer, Kartoffeln, Rüben

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle Maria Hilf, 1817 errichtet aus Dankbarkeit nach Hungerjahren durch Franz Rupp Ritter von Ehrenstrohm, Herrschaftsbesitzer; 10 Messen. Nach 1945 verfallen und abgetragen.
Kapelle zu den drei Linden, Richtung Zlabings, angeblich Begräbnisstätte der Pestopfer von 1619
2 Feldkreuze
Schutzengelmarter
Reinolzmarter
Schloß, 1717, mit Park am Ortsrand, auf älterer Burg
Volksschule 1893, seit Ende 18.Jh., einklassig, 1820 öffentlich; auch für Kadolz und Lexnitz,
Armenhaus
Brünner Ferienheim für Kinder, ehemals Jägerhaus, im Wald an der Sonnleiten.
Forsthaus.
Dreiländerstein (dreieckiger Granitblock) an der Grenze zwischen Böhmen, Mähren und Niederösterreich,
Elektrifizierung 1929.

Gewerbe
2 Gasthäuser, 2 Gemischtwarenhändler, Gemüse- und Obsthandlung, Schmied, 2 Tischler, Schuster, 2 Schneider,

Vereine, Genossenschaften
Freiwillige Feuerwehr