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Lodenitz

49° 1' N, 16° 28' O

Lodenice

Nikolsburg

Geschichte
Am 10. Dezember 1185 besiegt Przemysl bei L. Markgraf Otto von Znaim, es wird dem Erdboden gleichgemacht, gelangt 1290 durch Schenkung an das Stift Kloster Bruck, bleibt dort bis zur Auflösung 1784, fällt an den Religionsfond, wird 1824 an die Herrschaft Mißlitz verkauft. Bei der Landvermessung 1732 Fest legung von Orts- und Feldgrenzen, 1775 Hausnumerierung. 1796 sterben viele Kinder an den Masern, 1832 sterben 40 Menschen am Gelben Fieber. Im I. Weltkrieg fallen 20 Mann. L. wird von Umwohnern im Scherz “Klein-Wien” genannt, weil man viel Aufwand in Kleidung, Wohnung und Lebensstil treibt. Für die Gemeinderats wahlen in der ?SR einigen sich Deutsche und Tschechen auf eine gemeinsame Liste mit 2/3 Deutschen (10) und 1/3 Tschechen (5), Bür germeister ist ein Deut scher, Stellvertreter ein Tscheche. Anfang der 20er Jahre werden etwa 25 deut sche Kinder aus Mischehen aus der deutschen Schule aus geschlossen; da sie die tschechische Schule ablehnen, unterrichtet sie ein Leh rer des Deutschen Kultur verbandes. 1926 bauen die Tschechen eine Min der heitsschule, für die sie Kinder aus Schömitz, Jeseram und Marschowitz heran holen, 1935 zu einer Bürgerschu le erweitert. Im Rahmen der tschechischen Mobilmachung wird am 18. September 1938 tschechisches Militär einquartiert, am 10. Oktober marschieren deutsche Trup pen – Kasseler Jäger – ein. Im Krieg fallen 38 Mann, 492 Deutsche werden aus Lodenitz vertrieben.

Bezirk Nikolsburg, Gericht Pohrlitz 995 ha 200 m ü.d.M.

Flurnamen: Zeiselberg, Breites Feld, Zohlußen, 16-Quantenfeld, 14-Quan tenfeld, Heidfeld, Spitzfeld, Vorderes und Hinteres Brunnfeld, Kleine und Gro ße Roß weide, Kaibelwinkel, Hofstetten, Krautacker, Sponfeld, Kleines Heid gebirg (Hadln), Heidquanten, Heidwiesen, Neuries, Friedhofbreiten, Spitz brei ten, Hinter dorffeld, Trift, Quanteln, Standorf

Bodenbeschaffenheit: schwerer, fetter, humoser Lehmboden, sehr fruchtbar
Bodennutzung: alle Getreidearten, Zuckerrüben, Zwiebel, Mais, Klee, Feldge mü se besonders nach 1938

Flora: Teufelszwirnhecken hinter Scheuern und an Feldwegen, Klette, Distel, ech te und stinkende Kamille, weiße Taubnessel, große und kleine Brennessel, Frau en schuh, Bilsenkraut, Adonisröschen, Stechapfel; Akazie, Schwarzpappel

Straßen: Ober-, Mittel- und Unterort, Pipperlsteig, Haltergaßl, Dorf(Kirtag)platz

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche St. Margareta, Ende 13. Jh. frühgotisch von Kloster Bruck erbaut, ur sprünglich Hallenkirche, Wehrkirche, Veränderungen 1500 (Westtor spätgo tisch), 1545 Ausbau der Türme, 31 m, 1582 Umbau, 1790 Nordturm wegen Bau fäl ligkeit abgetragen, 1818 Friedhof von der Kirche an die Malspitzer Stra ße ver legt. 1892 Hochaltar und Orgel erneuert. Restaurierung 1928-31, Freile gung des Ursprünglichen. Von vier Glocken bleibt die älteste (1545).
Pfarrhof, 1. Hälfte 18. Jh.
Markuskapelle (Straße nach Prahlitz)
Antonikapelle (Flurgrenze)
Marterl “Ecce Homo”, 1407, im Oberort
Gedenkstein für Schlacht 1185
Steinkreuz am Friedhof
Schule, einklassig, 1870 zweiklassig, 1883 dreiklassig, ab 1938 in der tschechi schen Minderheitsschule, 1939 Bürgerschule für Kinder aus Schömitz, Mal spitz, Kuprowitz und Prahlitz
Kindergarten ab 1928 in der Schule, vom Deutschen Kulturverband erhalten, ab 1938 in der tschechischen Minderheitsschule
Deutsche Turnhalle 1925
Gemeindebücherei
Postamt 1871, 1904 Fernsprechnebenstelle zu Pohrlitz
Wasserleitung 1894, bis 1927 ausgebaut
Elektrifizierung 1922
Omnibus nach Raigern zum Zug nach Brünn
Gepflasterte Straße nach Pohrlitz: im Herbst täglich von 300 bis 400 schweren Fuhrwerken mit Rüben befahren

Gewerbe
2 Ziegeleien
2 Gastwirte 3 Gemischtwarenhändler 2 Fleischhauer Bäcker
2 Schmiede Schlosser Wagner Sattler
Gärtner 2 Schneider 2 Schneiderinnen Friseur
Hebamme 2 Schuhmacher

Vereine, Genossenschaften:
Freiwillige Feuerwehr 1886 (Motorspritze 1941)
Gesangverein 1880
Leseverein 1882
Deutscher Schulverein 1909, ab 1919 Deutscher Kulturverband
Turnverein 1913
Raiffeisenkassa 1892
Wassergenossenschaft 19101
Milchgenossenschaft 1920