o-157-01-Liliendorf « »

Liliendorf

48° 54′ N, 15° 33′ O

Liliendorf, seit 1946 Lesná

Znaim

Geschichte
Gründung 1794 nach Ausrodung des herrschaftlichen Waldes durch Josef Hillgartner, Ritter von Lilienborn, Gutsbesitzer der Frainer Herrschaft, nach ihm wird der Ort benannt. Der Grund wird zu je 533 Quadratklafter für 10 Gulden verkauft, alle Grundstücke sind gleich groß, nur für ein Gasthaus wird ein doppelter Grund vergeben. 1798 werden im Grundbuch 82 Hausinhaber benannt. Wirtschaftlichen Aufschwung bringt das Sägewerk. Der Ort wird 1806 und 1809 von den Franzosen arg mitgenommen, 1866 sind 1160 Preußen einquartiert. Im I.Weltkrieg fallen vier Mann. In neuerer Zeit kommen Feriengäste aus Znaim, Brünn, Prag und Wien.
Wenn die Sonnwendfeier von Feuerwehr, Gesangsverein und der gesamten Bevölkerung auf dem „Steinbruch“ gefeiert wird, stehen zwei tschechische Gendarmen in Hörweite, um aufzupassen, daß keines der vielen verbotenen deutschen Lieder gesungen wird. 1937 sind gemeinsamer Aufmarsch und Singen verboten, 1938 die gesamte Veranstaltung, der Holzstoß wird von Gendarmerie bewacht und am folgenden Tag abgebrannt.
Im Zweiten Weltkrieg fallen zehn Mann. Am 5.Mai 1945 beschießen russische Tiefflieger die abziehenden Soldaten der Wehrmacht, im Ort finden Gefechte statt, Angehörige der Waffen-SS werden erschossen. Am 23.Mai 1945 werden Männer und Frauen ins Kreisgericht Znaim verbracht, am 20.Juni 1945 werden alle Deutschen mit 20kg Gepäck über die Grenze getrieben.

Kirtag Mitte Oktober, zum Fest der hl.Theresia.

Sommerfrischler aus Znaim, Brünn und Wien verbringen hier die zwei Monate langen Sommerferien, ihnen werden die schönsten Zimmer vermietet, die Einheimischen ziehen ins Ausgedinge (Ausnahm) und in die Sommerküche.

Matriken seit 1785 (bei Ober-Fröschau).

Literatur: Mühlberger Franz: Die Pfarre Ober-Fröschau. 1898

Bezirk Znaim, Gericht Frain

Längsangerartig 146 ha, 463 m ü.d.M.

Flurnamen:
Lange Kammer (Wald, 1894 geschlagen, parzelliert).

Straßen, Plätze:
Obere/Breite Gasse oder Deutschgasse, Untere/Schmale Gasse oder Böhmgasse, zuletzt Postgasse.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle der hl.Therese 1867/68, Altarbild von Josef Doré; Orgel 1894; Filialkirche zu Ober-Fröschau; im I.Weltkrieg werden 3 Glocken requiriert, ebenso die neugeschaffenen im II.Weltkrieg mit der Totenglocke.
Friedhof, seit 1800.
Obelisk
Gemeindebücherei, 1931.
Postamt 1891 auch für Edenthurn, Oberfröschau und Zaisa, Telegraph 1909, Telefon 1914.
Gendarmerie
Zeughaus der Feuerwehr, 1904.
Quellenbad mit Bassin und Badehaus, 1913 bis 1939.
Dorfbrunnen in der Deutschgasse, seit Gründung des Ortes.
Elektrifizierung, 1931 (Schule 1932).

Schulen:
Volksschule 1851, einklassig; Lehrer gibt es seit der Ortsgründung. Tschechische Minderheitsschule, einklassig, für die Kinder aus Lundenburg herbeigeschafft werden.
Kindergarten 1931 vom Deutschen Kulturverband.

Gewerbe:
Sägewerk
Windmühle, 1862 (Wahrzeichen), stillgelegt 1907.
25 Kleinlandwirte (bis 15ha).
2 Gasthäuser, 3 Gemischtwarenhandlungen, 2 Bäcker, Fleischer, 2 Wagner, 2 Sattler, Schmied, Schlosser, Zimmermann, 2 Tischler, Dachdecker, Drechsler, Schneider, 2 Schuhmacher, Trafik, 2 Maurer, 2 Kohlenhändler.

Vereine:
Deutscher Leseverein, 1888.
Verschönerungsverein 1895.
Männergesangverein, 1897.
Spar- und Darlehensverein mit Edenthurn, Schönwald, Windschau und Zaisa, 1903.
Freiwillige Feuerwehr, 1904.
Turnverein, 1913, Südmährerbund.
Kinderschutz und Jugendfürsorge
Landwirtschaftlicher Verein