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Lidhersch

49° 4' N, 15° 22' O

Lidéřovice

Zlabings

Geschichte
Erstmals 1277 erwähnt, im 15.Jh. mit der Herrschaft Böhmisch Rudoletz vereinigt, 1610 zur Herrschaft Datschitz; Pfarre seit dem Mittelalter, im 16.Jh. protestantisch, aufgehoben im Zuge der Gegenreformation, Lidhersch wird nach Sitzgras, dann nach Lipolz eingepfarrt. Im Ersten Weltkrieg fallen 10 Mann, im Zweiten 22.
Am 7.Juni 1945 müssen die Deutschen um 11.30 Uhr binnen einer Stunde den Ort verlassen, drei ältere Männer werden als Geiseln an die Wand gestellt. Alle werden über die Grenze nach Rappolz getrieben, im Feber 1946 werden sie aus Österreich abgeschoben.

Brauchtum:
Der Oktober, Rosenkranzmonat, die Ernte ist eingebracht, wird in vielen Familien täglich ein „G’setzl“ vom Rosenkranz gebetet, am Samstag der ganze. Auf den ersten Sonntag fällt das Rosenkranzfest, eine Prozession zieht zur Wallfahrtskirche Kirchwiedern, die Daheimgebliebenen beten vor einer geweihten Kerze.
Die Spinnstuben. Im Winter kommen Dorfmädchen und Mägde allabendlich mit ihren Spinnrädern und Spinnrocken abends in der großen Spinnstube („Rockastubn“, 8×6,5m) in einem großen Bauernhaus, dem Flödlhaus, zusammen zum Spinnen des feinen Garns für das wertvolle Hausleinen. Nach neun Uhr beginnt man zu Harmonikamusik zu tanzen.
Zu Stephani, am 26.12., in der Stefansnacht oder Scheidlnacht (zu diesem Datum scheiden Dienstboten von ihrem Herrn), wird zu Geigenmusik bis in den frühen Morgen getanzt.

Matriken seit 1725 (bei Lipolz),

Literatur: Gedenkbuch der Pfarrgemeinde Lipolz mit den Gemeinden Hostes, Lidhersch und Petschen.

Bezirk Datschitz, Gericht Zlabings

1938-1945 Kreis Waidhofen a.d. Thaya

Waldhufenangerdorf 784 ha, 504m ü.d.M.

Flurnamen: In der Buit, Bergäcker, in den Kesseln, Hostesgrabenäcker, Hostesleiten, Grenzgraben, Lehmgruben, Amtsgarten (Gemeindewiese), Uiteichtläcker, Uiteichtlwiesen, Buitn, Hostesacker, Spuln, Zwickelacker, as G’stoanat, Dürre Wiesen, Gehen, kleines Grabil, Hulzäcker, Oltrichters Hulz, Hulzwiesen, Broadln, Guiziwiesen, Guiziacker, Huilzocka, Thusingslüß, Bühel hintaus, Hölzl, Scheibln, Eggerseewiesen, Lüß, Neubücheläcker, Holdawiesen (Weidewiese), Broadln, Hirschin, Neuwirthfelder, Anderwiesackerln, Anderwiesen, Weidewiesäcker, Buitwieseln, Große Äcker, Überland, Steigäcker, Zinswies, Aubühelfelder, Herrenäcker, Hölzl, Döbln, Döblwiesen, Döblwald, Moosweiheräcker, Steigwiesen, Hulzacker, Biriacker, Kuckuckzipfel, Gmoabroadn, Mühlhüwel, Mühlwiesen, Wasen, Broatwiesen, Au, Fleckln, schmaler Acker, Gstettn, Pfarrgarten, Loamäcker, Kiriäcker, Lange Äcker, Eggerseewiesen, Pfarrwald.

Anbau: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Klee, Hülsenfrüchte, Flachs
Drei Teiche: Gemeindeteich, Teichtl, Dammjörglteich;
herrschaftlich: Stockteich, Moosweiher, 2,4ha

Baudenkmäler, Einrichtungen:

Kirche hl.Leonhard, 1332, Filialkirche von Datschitz, gotisch, 15.Jh., als Wehrkirche ursprünglich dem hl.Georg geweiht, der Turm 1662 noch aus Holz, 3 Glocken. Mit Schindeln eingedeckt. Eingepfarrt ist die Sommerseite von Petschen.
Volksschule einklassig, Neubau 1898, gegründet 1729, Neubau 1810.
Kriegerdenkmal 1921
Marterl (Fam.Melzer mit Ölbild vom Tod zweier Söhne) am südwestlichen Ortsausgang
Marterl 1747 (Wilhelm Flödl) am Weg nach Wölking
Flödlkreuz 1911 (Heinrich Flödl) an der Rudoletzer Straße
Kreuz der Familie Kluj an der Straße nach Datschitz
Kreuz „Zur Ehre Gottes“ (Familie Fenz) weiter östlich
Hansalkreuz 1915, Richtung Hostes
Michlkreuz 1928 Richtung Zlabings
Kreuz 1899 Richtung Thusings
Tischlerkreuz
Bildstock der Muttergottes Richtung Petschen
Kosperlmarterl (Tod von Sohn 1859 und Vater 1866)
„Teufelsstein“ mit „Teufelsbrunnen“ auf dem Waldweg nach Rudoletz
Gemeindebücherei 1921

Gewerbe:
2 Gasthäuser, 1 Schmied, 2 Schreiner, 1 Wagner, 3 Zimmerleute, 3 Maurer, 2 Schuhmacher, 1 Faßbinder, 2 Schneider, 2 Kaufläden

Vereine, Genossenschaften:
Freiwillige Feuerwehr 1899, Südmährerbund
Raiffeisenkassa 1901