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Laskes

49° 2' N, 15° 20' O

Vlastkovec

Zlabings

Geschichte
Urkundlich erstmals 1399 erwähnt, 1466 an das Haus Kraigh in Datschitz, 1596 an die Herrschaft Böhmisch Rudoletz verkauft. Aus dem Erlös des Gemeindewaldes von 154ha, der 1476 für den Judenteich (7,6ha) eingetauscht worden ist, werden alle gemeinnützigen Ausgaben bestritten, daher werden keine Umlagen erhoben.
Während des 30jährigen Krieges teilweise verlassen.
Man nennt die Laskeser „Stoaböck“, wohl wegen der steinigen Gegend. Im Ersten Weltkrieg fallen fünf Mann, im Zweiten zehn.
Mit dem Kauf eines Bauernhauses können 1921 die ersten Tschechen im Ort Fuß fassen. 1927 schreibt Oberlehrer Theodor Wrana: „Die deutschen Bewohner von Laskes sind mit der derzeitigen Willkürherrschaft der Tschechen sehr unzufrieden, dies gilt eigentlich für alle Sudetendeutschen.“
Ende März 1945 kommt Einquartierung, in der Nacht vom 7. zum 8. Mai verlassen die deutschen Soldaten den Ort, Ausrüstung und Autos bleiben liegen. In der Nacht zum 9.Mai kommen Panzer, sieben werden in der Umgebung von den eigenen Leuten gesprengt. Mit den Sowjets dringt am nächsten Tag tschechisches und polnisches bewaffnetes Gesindel ein. Am 7.Juni 1945 werden vier Geiseln von tschechischen „Partisanen“ fürchterlich mißhandelt, gegen acht Uhr treiben sie 162 Deutsche aus den Häusern, das Gepäck, 30 kg, wird zweimal durchstöbert und ausgeplündert, dann werden alle über die Grenze nach Österreich getrieben; im Februar 1946 werden die meisten nach Deutschland abgeschoben, 30 bleiben in Österreich.

Brauchtum
Frühjahrswallfahrt zum Hl.Geist am 6.Sonntag nach Ostern, Herbstwallfahrt am 19.Sonntag nach Pfingsten, nach Montserrat; am 8.September (Mariä Geburt) nach Maria Dreieichen und Mariazell. Bittprozessionen um Segen für die Saat und Bewahrung vor Unwetter am Veitstag (15.Juni) auf die oberen Felder und an Christi Himmelfahrt auf die unteren.
Kaiserkirtag am 3.Sonntag im Oktober. Ein Tanzbaum (manchmal mehr als 30m hoch) wird aus dem Gemeindewald geholt. Da beim Fällen der Wipfel zerschlagen wird, ersetzt man ihn durch einen kleineren Baum. Im Dorf wird der Baum unter Musikbegleitung zum Wirtshaus gefahren, entrindet, der falsche Wipfel vom Schmied mit zwei Eisenringen befestigt. Der Baum wird zu der ausgegrabenen Grube gewälzt, mit Bänden, Flaschen und einem Reisigkranz geschmückt, nach dem stärkenden Mittagessen werden 8 bis 10 armdicke Stangen in verschiedener Länge an den Stamm gebunden. Mit viel „Hauruck“ und „Kruzitürken“, unterbrochen von Stärkungspausen, wird der Baum in stundenlanger Arbeit aufgerichtet. Am Abend steht er senkrecht, wird mit Erde und Steinen verkeilt und eingestampft, über Nacht werden einige Burschen als Wache aufgestellt, da es vorgekommen ist, daß Burschen aus Nachbardörfern den Baum abgesägt oder ausgegraben haben. Sonntag nacht wird der Baum an den Meistbietenden versteigert.

Matriken seit 1647 (bei Zlabings).

Bezirk Datschitz, Gersicht Zlabings

1938-1945 Kreis Waidhofen a.d. Thaya

Längsangerdorf 616 ha, 563m ü.d.M.

Lage: Zwischen Silberberg (655m, im Gemeindewald, mit Schillergedenkstätte von 1905 sowie Graselhöhle; ehedem wurde nach Silber gegraben) und Burlusberg gelegen, mit Sommerseite und Winterseite.
Mehrere Felsblöcke, die Opfersteine gewesen sein könnten.
Granit, silbrigschimmernd, wird abgebaut, im Land für Grabsteine verwendet, auch ins Waldviertel verkauft. Gemeindeteich, Blaschker-Teichl.
4 Höfe mit 5-10ha, 5 mit 10-15ha, 10 mit 16-20ha, 10 mit 26-33ha.

Flurnamen: Hauspointeln, Kirchenlüß, Hinterlüß, Oberhauptlüß, Unterhauptlüß, Grabenlüß, Wunderlüß, Breitelüß, Edellüß, Ratzenlüß (nach Ratzlhof oder Ratzenhof, ab 15.Jh. Rubaschhof), Zielacker, Rohracker, Langenacker, Schinderacker, Kopfsteinacker, Scheibenacker, Grückacker, Mühlacker, Hofstättenacker, Wolfsberg, Neuraiten, Schmalwiesen, Zugabeln, Hargrabenwald, Silberbergwald.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle Mariä Krönung, 1885,
Kriegerdenkmal,
Volksschule: 1888 Neubau, einklassig (1927: 24 Kinder), 1788 gegründet (auch für Rubaschhof),
8 steinerne Feldkreuze: Kreuz mit hl.Maria und Anna (lebensgroß), Richtung Zlabings, Neubauerkreuz beim Burlus, kleines Kreuz beim Engelhard (beim Straßenbau versetzt), Kapellenkreuz, Naz’nkreuz auf der Gmoa, Olthamkreuz beim Blaschkerteich. Bergerkreuz Richtung Stallek (beim Donauer), Hofackerkreuz. Mehrere Bildstöcke
Gemeindebücherei vom Bund der Deutschen
Armenhaus
Schillerstein (1905) im Gemeindewald, Goethe-Eiche 1932
Wasserleitung mit Hochbehälter 1927
Elektrifizierung 1930

Gewerbe:
Mühle, Sägewerk, Molkerei, Lagerhaus, Gasthaus mit Gemischtwarenladen, je ein Schmied, Tischler, Steinmetz, eine Schneiderin

Vereine, Genossenschaften:
Bund der Deutschen