o-029-01-Konrads « »

Konrads mit Braunschlag und Kloster

49° 1' N, 15° 9' O

Konrac (seit 1950 Klášter)

Neubistritz

Geschichte
1501 schenkt Konrad von Kraigh, Herr auf Landstein und Neubistritz, den Paulanermönchen Grund für ein Kloster und legt den Grundstein zu einer Kirche. 1507 beschenkt er das Kloster mit einem Stück Wald und sechs Fischteichen, es wird ursprünglich wegen heilkräftiger Quellen “Heilbrunn” genannt. Das Kloster wird am 22. 6. 1533 von Wiedertäufern/Adamiten überfallen und zerstört, ebenso Konrad, Braunschlag und Sichelbach. Alle Paulaner und viele Besucher werden getötet. Die Kirche bleibt als Wallfahrtsziel stehen. In der Sakristei wurde eine Holzschnitzarbeit „Baum des Lebens“ mit dem Gekreuzigten aus dieser Zeit aufbewahrt. 1615 kauft die Gattin Wilhelms von Slawata die Herrschaft Neubistritz. Die Kaiserlichen plündern 1618 unter Dampierre, der Ort Günthers wird vernichtet. 1626 stiftet Adam Paul Graf Slawata ein neues Kloster, er läßt 1637 eine Glashütte bauen, die 30 Jahre danach eingeht, schenkt 1652 neuen Grund. 1665-67 wird das Ordenshaus vollständig ausgebaut. 1668 – 82 eine neue Kirche errichtet. Kloster-Kirifahrt am Dreifaltigkeitstag, d. i. Sonntag nach Pfingsten. 1774 vernichtet ein Großbrand in Neubistritz 68 Häuser und 33 Scheunen, die neue Vorstadt bleibt verschont. Zum Dank wird eine Wallfahrt nach Kloster ausgeführt, jährlich am Florianitag.
1674 leben in K. 11 Bauern. Braunschlag ist laut Urkunde 1550 verödet, auf dem Platz wird der Neuhof gegründet, für 1572 sind Ort und Meierhof genannt. Im Kataster von 1713 stehen 11 Bauern und 5 Häusler verzeichnet. 1785 wird das Kloster unter Joseph II. aufgehoben, die Bibliothek zerstreut, die Kirche zur Lokalie für Konrads, Gebharz, Sichelbach und Braunschlag erklärt. Gräfin Antonia von Clary und Aldringen kauft die Klosteranlage, 1790 bietet sie 6 Häuslerstellen zum Verkauf an, Adamsfreiheiter Bürger kaufen sie und bauen die ersten Häuser im ehemaligen Klostergarten. Allmählich entsteht ein Dorf mit 22 Häusern, “Klosterdorf Neuvistritz“, später “Kloster“ genannt. Im Klostergebäude Pfarrerwohnung, zweiklassige Volksschule und Lehrerwohnung. 1842 besteht neben dem herrschaftlichen Meierhofsgebäude in B. eine Schäferei, eine Schindelmaschine und eine Ziegelhütte, etwas später wird eine Spiritusbrennerei errichtet. Anfang des 19. Jh. stehen hier viele Kohlenmeiler, da die Eisenhütte in Theresiental und eine Nagelschmiede in Kloster Holzkohle benötigen. 1936 wird nördlich des Ortes eine Bunkerreihe gebaut. Die Nichtdeutschen arbeiten im Meierhof Braunschlag, sie bekennen sich 1939 fast alle zum Deutschtum. Im II. Weltkrieg fallen acht Mann, zwei bleiben vermißt. Am 29. Mai 1945 werden die Deutschen von “Partisanen” binnen einer halben Stunde vertrieben, die später Zurückgekehrten am 26. Juni.

Dorfgemeinde, mit Braunschlag, Kloster; Bezirk Neuhaus, Gericht Neubistritz 1382 ha 650 m ü.d.M.

Lage: Gruppensiedlung am Fuß des Günthersberges („Ginthersch“) an einem 2 ha großen Teich gelegen.

Flurnamen
Rohräcker: Rohrwieseln, Grabeln; Gehnäcker: Teich-, Äugel-, Gscheibelwiesen, Äugel-, Wald- und Grammetsäcker; Grabwiesenäcker: Gruwies-, Haupt- und Waldäcker, Gruwieseln, Gruwies- und Hauptackerwald; Grabenflur: Gromleitn, Vorderer und Hinterer Beri; Unterfeldflur: Berihübeln mit ‘s Jakoben Moarter, Gartenäcker, Stegäcker, Obere und Untere Lisseln, Breite Äcker und Wiesen, Tiefe Wiesen, ‘s Foarter Moarter, ‘s Deutschen Kreuz; Grammetflur: Teichwiesen (Klosterteich), Klosterau, Moaring, Kreuzweg, Kohlplatz, Gsteckert; Hofau: ‘s Moder Urreit, Schlagäcker, Hofwiesen, Grammetln; Gintersch
In Braunschlag: Luß, Waldäcker, Teichwiesen, Kreuzäcker, Kelneräcker
Anbau: Roggen, Hafer, Gerste, Kartoffel, Futterrübe, im II. Weltkrieg auch Mohn und Flachs

Baudenkmäler, Einrichtungen
Neuwirthkreuz an der Landsteiner Straße, von tschech. Soldaten vor 1938 umgestürzt, die Trümmer kamen nach Neuhaus.
Post Neubistritz
Freiwillige Feuerwehr 1928