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Kodau

48° 59' N, 16° 17' O

Kadov

Znaim

Geschichte
Erste urkundliche Nennung 1235, damals schon wird das Patronat über die Pfarre einem Nonnenstift vermacht. Um 1550 ist der Ort lutherisch, nach 1620 wieder katholisch, aber nach Hosterlitz eingepfarrt. Zur Herrschaft Kromau der Liechtenstein gehörig, ab 1668 ist alljährlich ein Faß Wein an den Pfarrer in Hosterlitz abzuliefern. 1645 wird der Ort von den Schweden verwüstet. Gegen 1650 sind 23 Landwirte ansässig, 1657 sind nur noch zwei Häuser bewohnt. Die Karte der Josefinischen Landaufnahme (1764-1768) zeigt noch bedeutende Rebflächen für „Kattau“. Bis etwa 1888 Förderung von Eisenerz, dann wegen geringer Ergiebigkeit und Wassereinbrüchen eingestellt.
Zwischen 1919 und 1938 kommt bei Wahlen die Hälfte der Stimmen auf den Bund der Landwirte und auf die Christlichsoziale Partei, zwei Stimmen bleiben für die deutschen Sozialdemokraten. Im II.Weltkrieg fallen 20 Mann, 8 bleiben vermißt. Nach dem Eindringen der Sowjets und der tschechischen „Partisanen“ müssen alle Bücher in deutscher Sprache abgegeben werden. Alle heimkehrenden Soldaten werden schwer mißhandelt, ebenso die mit Deutschen verheirateten Tschechen. Nach der Vertreibung bleiben zwei Familien in Österreich, alle anderen kommen in die US-Zone von Deutschland.

Matriken seit 1757 (davor ab 1653 bei Hosterlitz).

Bezirk und Gericht Mährisch-Kromau

Breitangerdorf 625 ha, 217 m ü.d.M.

Lage am nordwestlichen Abhang der Kodauer Berge.

Flurnamen: Bei der Marter, Lißnitzer Feld, Balzeräcker, Zulissen (= zugelost), Wemßlitzer Feld, Drei Stößl, Hinterer Obstgarten, Unterer Obstgarten, Wiesenholz, Steinbergen, Breiten, Hundsbandeln, Hosterlitzer Feld, Oberer und Unterer Satzen, Honeftal (Hanftal), Stummer Acker, Obere und Untere Haiden, Wilde Berge, Teichgärten, Waldäcker, Johannisberg (Kodauer Berge 367m).

Bodennutzung: Weizen, Hackfrüchte (Zuckerrüben), Obst, insbesondere Zwetschgen, Kirschen, Marillen; Weinbau nur für den Eigenbedarf (starke Reblausschäden!).

Jagd: Hasen (150), Kaninchen, Rebhühner, Fasane, Rehe (6-7), Füchse, Dachse.

Straßen, Plätze: Mißlitzer Straße (Hauptstraße), Sackgasse, Berg-und-Tal-Gasse, Tanzplatz, In den Häusern, Herrengasse, Fünfhaus-Zeile, Krottendorf (beim Teichtl), G’frorne Gasse.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche zu den hl.Aposteln Philipp und Jakob, spätgotisch, Wehrkirche mit massivem Turm, 15.Jh. urkundlich 1235 nachgewiesen, als eigenständige Pfarre schon davor nachgewiesen; 1822 vergrößert um die Kapelle der hl.Margaretha, 1832 Hauptaltar neu gestaltet. drei Glocken.
Hl.Johannes von Nepomuk, 1738, vor dem Pfarrhaus.
Pestsäule, 1717.
Kriegerdenkmal, 1925.
Gemeindebücherei
Postamt in Hosterlitz.
Straßenbau, um 1900.
Grabenregulierung und –verlegung am Teichtl, um 1920.

Schule: Volksschule, Neubau 1883, zweigeschossig, zweiklassig, schon um 1750 Einraumschule.
Kindergarten, 1938, im zweiten, nicht benötigten Klassenzimmer.

Gewerbe:
Kalksteinbrüche, Kalköfen bis ca.1930.
Dampfmolkerei, 1925 – 1930.

Vereine:
Freiwillige Feuerwehr, 1893 (Motorspritze 1933).
Männergesangverein, 1905.
Deutschvölkischer Turnverein, 1919.
Deutscher Kulturverband, 1919.
Veteranenverein, 1920.
Raiffeisenkassa, 1898.
Milchgenossenschaft, 1923.
Bund der Deutschen, 1933.