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Klentnitz

48° 51′ N, 16° 39′ O

Klentnice

Nikolsburg

Geschichte:
Erstmals 1332 urkundlich genannt, Besitz der Liechtenstein und des Klosters Kanitz. Durch Kriege, insbesondere Hussiten 1426, im 15. Jh. verödet, anfang 16. Jh. neu besiedelt, bei der Aufteilung der Herrschaft Nikolsburg unter den Liech tenstein 1514 werden Abgaben aus Klentnitz erwähnt. 1560 verkauft, fällt mit Herrschaft Nikolsburg 1572 an Maximilian II. zurück, von ihm 1575 an Adam von Dietrichstein verkauft. Bis 1775 nach Nikolsburg eingepfarrt. 1805 und 1809 von Franzosen besetzt und ausgeraubt. Am 29. Mai 1946 werden die letz ten deutschen Einwohner vertrieben, auch alle, die bis dahin Zwangs arbeiter auf tsche chischen Bauernhöfen und in Kohlengruben waren.

Bezirk, Gericht, Post u. Bahnstation Nikolsburg 712 ha 334m ü.d.M.

Beliebter Luftkurort und Sommerfrische, an der Westgrenze des Gemeinde gebietes liegt der Hauptzug der Pollauer Berge mit dem Rosenberg (437 m) und dem Tafelberg (459 m)
Flurnamen: Bottichsteinäcker, Rainäcker, Klentnitzbergäcker, Katzensteinäcker, Obere Klentnitzberge, Hausweingärten, Saurüsseläcker, Baumgärten, Berg gärten, Bergfleckeln, Obere und Untere Heiden, Steinäcker, Obere Hirschberge, Breite Hügeläcker, Hohe Quanten, Friedhofäcker, Lange Lüsse, Obere und Un tere Lüsseln, Badstubengärten, Waltersberge, Hangäcker, Kurze Quanten, Lange Äcker, Holzäcker, Junge Weingartenäcker, Totenhengst, Honefgärten, Weg ackerln, Brünndläcker, Löllischäcker, Wieseläcker, Winkelwiesen, Hutwei de (Teichtfleckeln), Waldäcker, Steinhübeln, Jagdbrunnäcker, Zeiselberge, Kleine Waltersberge, Teichtäcker, Ochsenhübel, Sutten-, Leonhardi- und Damm-Löllische, Oberlöllische (Tauschental), Untere Hirschberge, Winter berge, Obere und Hohe Stangelberge; Wald: Baumgartenwald, Tischlwald, Pardorfer Wald, Schloßwald, Bergleite, Hirschwald, Schillingleite, Winklleite, Kühbrunnleite, Gesellungsleite, Damm, Stangelberg, Pardorfer Leiten
Boden: überwiegend leichter Lehm, weniger: dunkler Ton oder Rutschletten; Berge: guter Kalkstein, wenig Schotter oder Feldspat
Pflanzenwelt: Berührung von mitteleuropäisch-baltischer und südöstlich-panno nischer Steppenflora; Frühlingsadonis, Enzian, Bärlauch, Schwertlilie, Felsen stein kraut, Federnelke, Hauswurz, Grasnelke, Hartriegel, Zwergmandel, Zwerg weich sel, Pimpernuß, Waldrebe, Geißblatt, Schneeball, Windrose, Step pen kohl, tartarische Krampe, Maiglöckchen, Steppengras, Mannstreu, Steppen hafer, Aronstab, Frauenschuh, Knabenkraut, weißer Mohn, Wolfseisenhut, Malve Sigmars, Königskerze, Schwarzwurz, Silberscharte, Bisamdistel, Salo mons siegel, Spechtwurz, Gamander, Riemenblume, Mondraute, Korkulme, Elsbeere, Mehl beerbaum; im Ort riesiger Aschritzbaum (No 67), Mau l beerbäume, Hohlbirn baum in der Sutten
Gräberfunde aus der La Tène-Periode
Luftkurort und Sommerfrische

Straßen: Dorfstraße, Berggassel, Triftgasse, Kirchengassel, Waltersberggasse (Gas selgraben), Tanzplatz, Neuer Weg, Triftweg (Viehtrift), ansonsten nach dem Ried benannt

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kirche St. Georg 1783/85, spätbarock/klassizistisch; Altarbild von Josef Winter halter II; im Turm die Wetterglocke (1600) von der Maidenburg (1645 zerstört), drei kleinere werden eingeschmolzen.
Pfarrhaus 1785, Friedhof, 1582 gesegnet, außerhalb
Hl. Florian
Hl. Johannes von Nepomuk
St.Leonhard-Statue 1699 (Hutweide)
Johann Nepomuk 1786 (Kapellenhübel)
St.Florian 1853 (Oberort)
Martern gegen Nikolsburg, Pollau und auf der Trift
Schule, 1901 Neubau, zweiklassig, erster Bau 1796; mit Gemein de bücherei
Rosenburg, Ruine der Burg Waisenstein, auf dem Rosenberg, Mitte 13. Jh., Mi ni ste rialengeschlecht der Waisen, vor 1332 im Besitz Hartneids von Liechten stein, 1645 von den Schweden erobert, danach dem Verfall preisgegeben.
Kriegerdenkmal: Heldendenkmal des Turngaus Südmähren 1925, den Gefalle nen 1914-1918
Rathaus, aufgestockt mit Saal und Jugendherberge 1926
Kindergarten 1939
Genossenschaftsgebäude (1933) mit Heimatmuseum
Armenhaus
Krankenhaus
Elektrifizierung 1930
Autobus nach Nikolsburg
Sommerfrische am Fuße des Rosensteins/Pollauer Berge

Gewerbe:
2 Kalksteinbrüche
Ziegelei, Kalkofen (aufgelassen 1880)
Gemeindegasthaus Gemischtwarenhandlung Fleischhauer
Hotel Schmied Wagner
Maurer Tischler Zimmerer
Schneider Schuhmacher

Vereine, Genossenschaften:
Freiwillige Feuerwehr 1890
Bund der Deutschen 1900
Veteranenverein, ab 1920 Verein gedienter Soldaten
Turnverein 1909
Deutscher Schulverein/Kulturverband 1918
Gesangverein
Verschönerungsverein
Milchgenossenschaft 1926
Raiffeisenkassa 1902