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Klein Teßwitz

48° 51′ N, 16° 5′ O

Dobšice

Znaim

Geschichte:
Erstmals urkundlich belegt 1190 bei der Erstausstattung des Klosters Bruck, bei dem es bis zur Auflösung durch Kaiser Joseph II. 1784 bleibt. 1580 sind fast alle Bewohner lutherisch, schon 1610 wieder katholisch. Russische Truppen suchen 1805 und 1809 den Ort heim, als 1809 die Franzosen während der Schlacht bei Znaim den Ort nehmen, wird er von den Österreichern in Brand geschossen. 1832 vernichtet eine Feuersbrunst die „Häuseln“.
Die Cholera fordert 1834 und 1866 Opfer. Die Bewohner fliehen 1866 vor den Preußen, kehren aber wieder heim, als von diesen nichts zu befürchten ist. Erst 1846 erscheint der Zusatz „Klein“ zu Teßwitz. Im I.Weltkrieg fallen 24 Mann.
Nach 1918 wächst der Tschechenanteil wegen der nahegelegenen Staatsbetriebe (Sägewerk, Eisenbahn) und Industriebtriebe in Znaim. Nach der Volkszählung 1920 werden einzelne Personen vorgeladen und unter Druck gesetzt, um ihre Volkszugehörigkeit nachträglich in eine tschechische abzuändern. Dies wird mit roter Tinte vermerkt.
Bis zur Errichtung der Frainer Talsperre leidet die Gemeinde unter Eisstößen und Überschwemmungen. Den tschechischen Kindergarten besuchen fünf bis sieben Kinder, meist aus deutschen Familien, ein privater Kindergartenverein richtet einen Kindergarten für 40 deutsche Kinder ein, der in einem Zimmer der Bürgermeisterwohnung unterkommt.
Das Wahlergebnis der Landtagswahl 1928 im Ort: 488 Stimmen verteilen sich auf Bund der Landwirte 150, Deutscher Volksverband 116, Deutsche Gewerbepartei 23, Tschech. Sozialdemokraten 23, Deutsche Christlich-soziale Volkspartei 22, Tschechische Nationalsozialisten 22, Kommunisten 15, Deutsche Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft 5, Deutsche Sozialdemokraten 4, Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei 4, Tschechische Volkspartei 3, Tschechische Gewerbepartei 1.
Im II.Weltkrieg fallen 51 Mann. Am 8.Mai 1945 besetzen Sowjets den Ort, Tschechen folgen. Am 8.August werden die Deutschen mit 35kg Gepäck pro Person vertrieben. Sie gelangen überwiegend nach Württemberg, Bayern und Hessen, kleinere Gruppen bleiben in Nieder- und Oberösterreich.

Matriken seit 1580 (bei Znaim-Klosterbruck).

Literatur:
Glanzl-Lorenz, Aloisia: Klein Teßwitz 1190-1945. 2004.

Bezirk und Gericht Znaim

Mehrstraßendorf 723 ha, 214 m ü.d.M.

Lage zu beiden Seiten der Reichsstraße am linken Ufer der Thaya.
Flurnamen: Panditzer lange Äcker, Dornschachten, Hölzern, Satzen, Beim Bollerstein, Kleinfeld, Breiten, Lehmgrube, Kaltenberg, Frauenholz.

Bodennutzung: Auf sehr fruchtbarem Schlamm- und Lößboden Ackerbau 85%, davon 30-35% Feldgemüse, Weingärten 4-5% (Gutedel, Riesling, Welschriesling, Muskateller, Traminer), Obstkulturen.

Straßen, Plätze: Brünner Straße, Leskaweg, Siebenschmerzenweg (überlagert von Verbindungsstraße 1930).

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle zum hl.Johannes von Bruckbach und Glockenturm (nach Klosterbruck eingepfarrt).
Friedhof für den Thayaboden (Esseklee, Pumlitz, Oblas, Neu- und Alt-Schallersdorf, Edelspitz).
Hl.Johannes von Nepomuk, 1733.
Steinsäule: Sieben Schmerzen Mariae auf der Straße nach Znaim.
Marien-Marterl, Dreifaltigkeitsmarter, 1734.
Holzkreuz, 1935.
Kriegerdenkmal, 1920.
Spital für ansteckende Krankheiten
Kaserne: „Kleine Kaserne“ (die große war in Klosterbruck).

Schule: Volksschule, Neubau 1901, dreiklassig. Bis 1784 nach Klosterbruck eingeschult, 1785 eigene Schule (mit Zuckerhandl); 1830 Neubau, einklassig, Zuckerhandl hat ab 1835 eine eigene Schule. 1882 erweitert: zweiklassig.
Tschechische Schule, 1920, einklassig, in der deutschen Schule, 1924 Neubau, mit Kindergarten (5-7 Kinder).
Kindergarten, privat, 1935, (40 Kinder).

Gewerbe:
2 Ziegeleien, 2 Gurkeneinlegereien.
Zündkapselfabrik
Gastwirte, Kaufleute, Bäckereien, Faßbinder, Dachdecker, Fleischer, Maurer, Schlosser, Schmied, Schuster, Tischler, Wagner, Trafikant, Sattler, Zimmerleute, Friedhofsgärtner, Friseure, Kaminkehrer, Müller, Klavierhändler, Eisenbahner, Kraftfahrer.

Vereine:
Freiwillige Feuerwehr, 1891.
Bund der Deutschen Südmährens, 1899.
Turnverein, 1912, Turnverein Thaya, 1924.
Kameradschaftlicher Unterstützungsverein, 1928.


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