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Kaltenbrunn

49° 5′ N, 15° 11′ O

Kaproun

Neubistritz

Geschichte
Im Urbar der Herrschaft Landstein 1487 als Kalpauny, ab 1550 Kaltenbrunn; 1555 fällt der Ort an die Lobkowitz; für 1652 nennt die Schloßchronik Neuhaus 5 Bauern. Im 18. Jh. wird Flachs angebaut und für Hausleinwand verarbeitet. 1770 bestehen 22 Häuser, Haupterwerbszweig neben dem Ackerbau sind Flachsanbau und Verarbeitung zu Leinwand. Bis 1848 gehört der Ort zur Herrschaft Neubistritz. Im I. Weltkrieg fallen vier Mann, im zweiten fünf. 1920 wird eine tschechische Privatschule eingerichtet. Die deutsche Schule wird beschlagnahmet, für die deutschen Kinder bleibt nur eine Expositur oder Besuch der tschechischen Schule. 1932 vernichtet Hagelschlag die gesamte Feldfrucht. Sowjetsoldaten erschießen im Mai 1945 eine Frau und zwei Heimkehrer, die bei ihr Unterschlupf gefunden haben, sie werden von Tschechen denunziert, der tschech. Bürgermeister hält ein Militärauto an, die drei müssen ihr eigenes Grab schaufeln. Bei der Austreibung werden drei Geiseln schwer mißhandelt. Nach Deutschland gelangen 15 Familien, zwei bleiben in Österreich.

Bezirk Neuhaus, Gericht Neubistritz 410 ha 690 m ü.d.M.

Lage: Runddorf um großen Anger, am südlichen Fuße des “Markstein” (731 m), 1179 von Kaiser Friedrich I. zum Eckpunkt der Grenze gegen Niederösterreich bestimmt.

Flurnamen
Schlicher, Buhantoch, Kitir, Bereingl, Gmoiberi, ‘s Kleiner-Bühel, Eigeln
Im Ort 4 Teiche: Oberer, Unterer (je 2 ha), Broschnteich (1 ha), Janateich (3 ha)
Anbau: Roggen, Hafer, Kartoffel, Mais, Hanf, Kraut, Krautrüben

Baudenkmäler, Einrichtungen
Kapelle zu Pfarre Adamsfreiheit
Steinkreuz mit Glocke (Dorfmitte)
Bildstock erinnert an 1866 (Richtung Leinbaum)
Schule (besteht 1842), um 1900 Neubau; 1910 zweiklassig, 1920/21 einklassig (24 Kinder); 1923 wegen Sinken der Schülerzahl unter 20 von den Tschechen übernommen. Lehrer J. F. Lache bemüht sich um Winterexpositur. Der Deutsche Kulturverband finanziert Umbauten in einem Bauernhaus, beschnkt die Kinder zu Weihnachten mit Bekleidung u. a. In Sommer und Herbst gehen die Kinder in Leinbaum zur Schule. 1938 bis 1945 wird im Schulhaus wieder deutsch unterrichtet.
Armenhaus
Post Königseck
Markstein auf der Straße nach Königseck: Grenze Böhmen – Mähren.
Preußendenkmal 1866
Haltestelle an der Strecke Neubistritz – Neuhaus

Heimarbeit: Strumpfstrickerei, Flachsspinnerei, Weberei

Gasthaus Gemischtwarenhandlung