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Kaidling

48° 49′ N, 16° 1′ O

Havraníky

Znaim

Geschichte
Urkundlich erstmals 1200 erwähnt, ab 1343 Besitz des Klosters Bruck, gelangt zunächst ein Teil, dann der ganze Ort an die Propstei Pöltenberg der Kreuzherren mit dem Roten Stern. Mauerreste belegen, daß der Ort durch zwei Tore abgeschlossen war. Zur Zeit des 30jährigen Krieges sterben 70 Personen an der Pest, 27 Häuser stehen leer. 1734 vernichtet ein Großbrand den Ort, 1830 brennt eine ganze Häuserreihe ab, 1832 fordert die Cholera 42 Opfer. 1822 visitiert Ordenssekretär Carl Postl (Charles Sealsfield) Wirtshaus und Schule. Im I.Weltkrieg fallen 17 Mann, im II.Weltktieg fallen 46 Mann.

Kirtag am zweiten Sonntag nach Mariä Geburt (8.September).

Bedeutend:
Österreicher Karl, (1913-1954), wird 1942 als erster österreichischer Mannschaftsgrad (Gefreiter) mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet, nachdem er das auf 64 kampffähige Männer und 200 Verwundete zusammengeschmolzene Bataillon aus einem Kessel befreit hat.

Literatur:
Kiesling, Hubert: Erinnerungen an die Heimatgemeinde Kaidling. 2001.

Bezirk und Gericht Znaim

Längsangerdorf 929 ha, 288 m ü.d.M.

Das westlichste der Kuhbergdörfer neben Deutsch Konitz und Poppitz ist eingebettet zwischen dem Gramenberg (359m) im Norden, dem Tausberg (Dreiteilerberg, 340m) und dem Grumpberg oder Süßenberg (303m) im Westen, dem Hinterberg (284m) im Osten; nach Südosten geht die Landschaft, am Dürren Hügel (291m) vorbei, in die südmährische Tiefebene über. Die Nordgrenze des Gemeindegebiets verläuft im tief eingeschnittenen Thayatal mit den neun Mühlen: Erholungsort, Bäckerei, Kunstmühle, Hotel, Bauernmühle, Papiermühle, die anderen drei sind bereits verödet.
Die Keller sind in Sand gegraben. Der weiße feine Kellersand wurde auf den mit Schicht-Seife (Schichtwerke in Aussig) gereinigten Bretterboden gestreut, auch Spucknäpfe wurden damit gefüllt. Aus den nahen niederösterreichischen Gemeinden holte man den Sand in Butten auf dem Rücken.

Flurnamen: Altjungsatz, Satzfeld, Mitterfeld, Jungweingarten, Kräftenacker, Überhöherfeld, Langerfeld, Herrenbreiten, Grünndl, Süßenberg, Dreiteilert, Gwandten, Brunngwandten, Dreiteilerberg, Lebzelter, Satz, Hinterberg, Eferling, Kramer, Neuerweg, Neuwegleiten, Brunngraben, Holzgraben, Steinberg, Schmalzgrube, Steinleiten.

Bodennutzung: Jährliche Niederschlagsmenge sehr niedrig (450 mm), mittlere Jahrestemperatur 9°C (sehr günstig für Obst- und Weinbau). Alle Getreidesorten, Rüben, Kartoffeln, Gurken, Luzerne, Rotklee, Erbsen; reichlich vorzügliche Kirschen, Marillen, Pfirsiche, Weichseln; Weinbau: Rheinriesling, Silvaner, Neuburger, Portugieser.

Straßen, Plätze: In den Häuseln: 3 parallellaufende Häuserzeilen von der Marienkapelle zum See; Im Ort: 2 Häuserreihen von der Znaimer Straße bis zum Znaimer Fußweg; Oberort, von der Schule bis Haus Nr.1; Unterort, von der Schule bis zur Znaimer Straße; Ort einst von zwei Toren abgeschlossen.
Kellergasse, Bäckergassel, Mariengasse (Weg nach Schattau, dort hießen die meisten Frauen Marie), Schulgassel, Dreiteilergassen, Kaiserplatz mit Kaiserbrunnen.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche St.Leonhard 1771, erneuert 1815/16, anstelle kleiner Kapelle, die 1752 demoliert wurde. Hauptaltar St.Leonhard, Seitenaltäre Hl.Anton von Padua und Flucht nach Ägypten. Einrichtung aus der Augustinerkirche in Fratting, 1.Hälfte 18.Jh.
Kanzel, klassizistisch, um 1771; 4 Barockstatuen, 1.Hälfte 18.Jh.
Pfarrhaus, Selbständige Pfarre seit 1860.
Friedhof, 1823.
Hl.Florian, 1.Hälfte 18.Jh.
Hl.Johannes von Nepomuk, 1760.
Gedenksäule, 1717, am alten Friedhof.
Gedenksäule an der Kirche, „Die Leidenswerkzeuge Christi“, 1870.
Gedenkkreuz, 1904, auf dem Friedhof.
Marienkapelle im Oberort.
Gedenkkreuz nach Blitzschlag vor der Judexmühle, Gedenkkreuz für ertrunkenen Pfarrer vor der Papiermühle, Kreuz bei Nr.22. Großes Steinkreuz am Mitterfeldrand, Kreuz zur schmerzhaften Muttergottes vor der östlichen Kirchentür. Kreuz an der Altarmauer des alten Friedhofs.
Marterln: Gespitzte Marter, Kreuzermarter, Häusler-Marter (in den Häuseln), Eferlinger Marter, Urlaubmarterl, Marterl am Tausberg, Gaisbuckelmarterl, Rote Marter (Wegegabel Mitterfeld-Überhöher), Lange-Felder-Marter, Marterl bei Nr.31, Spitzmarterl.
Kriegerdenkmal, 1922.
Postablage (Post in Schattau)
Milchhaus

Schule: Volksschule, Schulbau 1787 einklassig, 1890 umgebaut, zweiklassig, ab 1939 einklassig.
Kindergarten

Gewerbe:
2 Mühlen: Judex-Mühle (Bauernmühle) und Lauer-Mühle, später Papiermühle,
2 Gasthäuser, 2 Gemischtwarenhandlungen, Bäcker, Fleischhauer, Schmied, Schlosser, Tischler, Wagner, 2 Maler, Schneider, 4 Schuhmacher, Maurer, Friseur.

Vereine:

Gesangverein, um 1887.
Turnverein, Anfang 30er Jahre.
Bund der Deutschen, 1911.
Deutscher Kulturverband
Freiwillige Feuerwehr, 1931.
2 Burschenschaften, die „Herinnern“ und die „Draußern“.
Milchgenossenschaft, 1910.


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