o-142-01-Irritz « »

Irritz

48° 55′ N, 16° 24′ O

Jiřice

Znaim

Geschichte
Urkundlich 1357 erstmals erwähnt, bis 1581 Besitz des Klarissenklosters in Znaim, gehört seit 1634 zur Propstei Nikolsburg, im 17.Jh. zur Marktgemeinde erhoben. 1832 brennen 27 Wohnhäuser und die Kirche völlig aus. Danach wird eine alljährliche Wallfahrt nach Maria Lechwitz gelobt und bis 1939 gehalten. Seit 1863 Marktgemeinde. 1866 schleppen die Preußen die Cholera ein, 99 Einwohner sterben. Im I.Weltkrieg fallen 22 Mann. Im September 1918 erlaubt der Bezirkshauptmann die Feier des Kirtags. Am 14.12.1918 besetzt tschechisches Militär mit 66 Mann den Ort.
Im II.Weltkrieg fallen 53 Mann.
Am 8.Mai 1945 dringen die Rotarmisten in den Ort ein, viele Frauen werden vergewaltigt. Tschechische „Partisanen“ toben sich noch grausamer aus, am 8.10. kommen jugoslawische Partisanen, die sich in die Häuser setzen und alles aneignen. Drei Personen kommen in tschechischen Lagern ums Leben. Die Deutschen werden in drei Transporten am 18.1., 3.4. und 15.6.1945 in Viehwaggons nach Bayern vertrieben, mit 50kg Gepäck pro Person, das zum Teil noch geplündert wurde.

Kirtag am ersten Sonntag nach Mariä Geburt (8.September).

Matriken seit 1635.

Bedeutend:
Müller Ernest Maria (*30.6.1822 Irritz, †28.9.1888 Linz), seit 1857 Professor der Moraltheologie in Wien, 1885 Bischof von Linz, Ehrenbürger von Irritz.

Bezirk und Gericht Mährisch-Kromau

Längsangerdorf 854 ha, 198 m ü.d.M.

Flurnamen: Dreiwiesen, Halbe Quanten, Langes Feld, Kurzes Feld, Wohlhäupter, Suttenfeld, Großes Feld, Hausäcker, Roßweide, Unterwechseln, Oberwechseln, Öde Weingärten, Tilscher, Neuriß, Ernstberger, Gugel, Haden.

Straßen, Plätze: Marktplatz, Erfurter Straße, Unterdorf, Dornfelder Straße, Dörfel, Treskowitzer Straße.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche zur hl.Anna, 1902 anstelle der 1831 niedergebrannten Kirche zum hl.Ulrich, 1507, die dem Patronat des Klarissenklosters in Znaim unterstand. 1633 bis 1673 verwaist, dann wieder aufgebaut. Neubau mit Westturm.
Hl.Johannes von Nepomuk, 1724 anstelle eines Prangers.
2 Marterln
Kriegerdenkmal, 1923.
Tempel und jüdischer Friedhof
Gemeindebücherei
Pfarrbücherei
Armenhaus
Postamt, 1938, mit Telephon.
Elektrifizierung, 1928.
Arzt bis 1928.

Schule: Volksschule 1908, Kaiser-Franz-Josef-Jubiläums-Schule, dreiklassig, besteht davor schon 1652.
Kindergarten

Gewerbe:
Kunstmühle
Schrotmühle
Gutshof, 120 ha, „Schloß“.
Hebamme
150 landwirtschaftliche Betriebe

2 Gasthäuser, 3 Kaufläden, Baugeschäft, 2 Fleischhauer, 3 Schmiede, Wagner, 3 Tischler, Schlosser, Sattler, Dachdecker, 2 Schuhmacher, 2 Schneider, 2 Schneiderinnen.

Jahrmärkte: An den Dienstagen 1) vor Palmsonntag, 2) nach Laurentius (10.August), 3) nach Raphael (29.September).

Vereine:
Freiwillige Feuerwehr, 1882.
Raiffeisenkassa
Gesangverein
Turnverein
Katholische Jugend
Milchgenossenschaft, 1923.