o-072-Statistik-Hostes « »

Hostes

49° 5' N, 15° 23' O

Hostkovice

Zlabings

Geschichte
1399 erstmals urkundlich erwähnt, kommt 1415 mit 19 Häusern an die Herren von Neuhaus, 1610 zur Herrschaft Datschitz, 1620 zur Pfarre Sitzgras. Im 30jähr. Krieg werden 7 von den 26 Wirtschaften ganz zerstört. 1771 und 1772 Hungersnot infolge Mißernte, 1901 brennen 6 Häuser ab. Ab 1867 selbständige Gemeinde.
Pfarre und Post Lipolz. Die Kinder werden nach Lipolz eingeschult. Im Ersten Weltkrieg fallen acht Mann, im Zweiten fünfzehn. 1939 wird letztmals ein Maibaum aufgestellt.
Am 8.Juni 1945 wurden alle Deutschen vertrieben.

Brauchtum
Am Tag vor dem Begräbnis wird der Rosenkranz gebetet. Am Begräbnistag wird der offene Sarg in die große Stube gestellt, unter ihn eine Schale mit Weihrauch, am Kopfende zwei brennende Kerzen und Weihwasser. Während der Litanei besprengen die Leichenbegleiter den Toten mit Weihwasser, die nächsten Angehörigen bedanken sich bei dem Verstorbenen und bitten um Verzeihung für alles ihm Angetane, verabschieden sich mit „Pfiat Gott!“. Zwei Männer tragen den Sarg hinaus, wobei sie die Weihrauchschale zertreten. Während sie durch die Türen gehen, wird der Sarg bei jeder dreimal gesenkt und gehoben. Der Fuhrmann fährt mit dem aufgeladenen Sarg dreimal an, ehe der Weg frei ist zum Friedhof. Beim Kreuz an der Straße nach Neustift bleibt der Zug stehen, der Vorbeter tritt zum Kreuz und sagt: „Der Herrgott hing am Kreuz, Unsere Liebe Frau steht dabei und der heilige Johannes daneben. Gott verleih’ ihm das ewige Leben. Amen. Der böse Feind klagt ihn an vor dem Gericht, und niemand ist, der für ihn spricht. Die Münz’ ist klein, die Schuld ist groß! Gott der Allmächtige möcht’ ihm ein gerechter Richter sein!“ Er dankt im Namen des Verstorbenen für alles Gute, das ihm während seiner Krankheit getan worden, bittet alle um Verzeihung, sollte der Verstorbene den einen oder anderen beleidigt haben, und zitiert das Pauluswort: „Wer nicht im Grunde seines Herzens verzeiht, trägt das Grundbuch der Hölle mit sich.“ Der Zug setzt sich wieder in Bewegung und erreicht unter andächtigem Beten Kirche und Friedhof in Neustift.

Matriken seit 1725 (bei Lipolz).

Bezirk Datschitz, Gericht Zlabings

1938-1945 Kreis Waidhofen a.d. Thaya

Längsangerdorf 423 ha, 464m ü.d.M.

Lage: An der Sprachgrenze gelegen.
Höchste Erhebung Kreuzberg 527m. An vielen Hängen Auswaschungen, eine große, der „Hohle Stein“ („Hullerschtoa“), bietet einem Dutzend Menschen Platz.
Den Teich trennt eine Brücke in den Sauteich und den Gemeindeteich.
Große Obstanbauflächen außerhalb des Ortes.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Glockenturm (Holzsäule) mit Kriegsglocke 1916,
2 Gedenksteine an der Straße Petschen-Kirchwiedern,
Gedenkstein mit Kreuz gegen die Mühle (ertrunkenes Müllerskind),
Gedenkstein mit Kreuz neben der Straße nach Datschitz im Eichbühelwald (wegen Widerstand der Eltern hatte ein Liebespaar Selbstmord beschlossen, doch zu Tode kam nur das Mädchen).
Rotes Kreuz,
Großes Steinkreuz in den Gründeln (Fam. Binder),
Kreuz am Kreuzbühel (J. Bastl),
Marterl/Mariensäule von 1720 am westlichen Ortsausgang, bei Begräbnissen letzte Station,
Statuen Hl.Florian und Hl.Jakob,
Granitkreuz von 1871, Platz der Maiandachten, Versammlungsort für die Jakobiwallfahrt,
Steinkreuz von 1907 Richtung Lipolz,
Volkshaus,
Kriegerdenkmal 1929.

Gewerbe:
Molkerei, Mühlen: Thomasmühle, Gemeinde-/Fuchsmühle (als Räubernest abgerissen)

Vereine, Genossenschaften:
Raiffeisenkassa, Milchgenossenschaft,