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Hosterschlag

49° 7′ N, 15° 8′ O

Člunek

Neubistritz

Geschichte
Besiedlung ca 1205-1235 durch den Deutschen Ritterorden, benannt nach einem Ritter 1255, früher zur Herrschaft Königseck gehörig. Im Urbar der Czernin von 1654 in der vertrauten Namenform, bewohnt von 26 Viertelbauern und 7 Häuslern, Vorfahren der Ansässigen um 1900. Ursprünglich zur Pfarre Teltsch gehörig, dann zu Blauenschlag, 1786 Filiale, 1856 eigene Pfarre, auch für Kunas und Tieberschlag. 1908 werden zum 60. Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs von den Schülern Eichen gepflanzt. Im II. Weltkrieg sterben 45 Mann. Am 24. Mai 1945 kommen tschechische “Partisanen”, nehmen zwei Bauern mit und erschießen sie im Wald nach brutaler Verstümmelung, am 29. Mai kommt ein zweiter Schub, schleppt zwei Heimkehrer ins Gasthaus und martert sie bis in die Nacht, am nächsten Morgen werden sie erschossen. Am 30. Mai um 7 Uhr früh müssen alle Deutschen den Ort binnen einer Stunde verlassen.

Brauchtum
Ist ein junges Mädchen gestorben, geht vor dem Sarg ein wie eine Braut gekleidetes Mädchen mit Schleier, sie trägt ein weißes Kissen, auf dem ein Myrthenkranz liegt. Gefährtinnen tragen den Sarg, hinter diesem geht ein Mädchen in schwarzem Kleid, die „schwarze Braut“, mit verschleiertem Gesicht. Sie trägt ein schwarzes Kleid, auf dem eine abgebrochene Kerze liegt. War die Verstorbene schon versprochen oder verlobt, geht der Verlobte neben der „schwarzen Braut“.

Bezirk, Gericht Neuhaus 865 ha 548 m ü.d.M.

Lage: Mundartlich „Hausterschloh“ genannt, um 3 Gemeindeteiche lagern sich die Häuser: Ruischki-, Luipuldn- und Geist-Teich, nach den Namen der Anrainer benannt; Stango- und G’moiteich, außerhalb, sind zur Fischhaltung verpachtet. Im Nordwesten liegt der Rotwehrteich mit 137 ha und extensiver Karpfenzucht (Einsatz: 24.000 Stück). Im Ort wohnen 25 Bauern, 40 Kleinhäusler und Handwerker.

Baudenkmäler, Einrichtungen
Pfarrkirche hl. Johannes von Nepomuk 1787, Zwiebelturm 37 m, Orgel 1884, 3 Glocken
Pfarrhof
Schule, zweiklassig, mit Lehrerwohnung
Kriegerdenkmal
Bahnstation 1899
Postgebäude 1908, Post Neuhaus

Gewerbe
2 Mühlen: Blosl, Petzl
2 Webereifaktoreien
3 Gasthäuser 4 Krämer Bäcker 3 Tischler
Fleischer Wagner Schmied Maurer
2 Zimmerleute Schneider Haarschneider 2 Torfstecher
2 Schuhmacher Fischhändler 2 Teichheger Holzschuhmacher
Hebamme Nachtwächter 7 Musiker Kirchendiener
Totengräber

Feuerwehr 1893
Raiffeisenkasse