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Holleschitz

48° 58' N, 15° 33' O

Holešice

Zlabings

Geschichte
Urkundlich erstmals 1385 erwähnt, gehört ab 1569 zur Herrschaft Teltsch; von Hussiten schwer heimgesucht – 1495 wütet die Pest – ; im 30-jährigen Krieg von Schweden besetzt. Die vom Glauben Abgefallenen müssen den Ort verlassen, neue Siedler kommen aus Bayern und Österreich.
Siegel von 1749. 1771 erfolgt die Hausnumerierung 1 – 27 (5 Ganzlahner, 18 Halblahner, Schmied, Schneider, 2 Viehhändler). 1831 fordern Ruhr und Cholera zahlreiche Opfer. Im Ersten Weltkrieg fallen sechs Mann, im Zweiten 13 Mann. Am 7.Juni 1945 werden binnen einer Stunde rund 170 Deutsche vertrieben.

Matriken seit 1642 (bei Althart)

Brauchtum, Geselligkeit
Hochzeit am Faschingsdienstag. Vor dem Haus der Braut schickt der Bräutigam den Brautführer hinein, dieser spricht: „Ich bin ein vorgeschickter Bote des Junggesellen-Bräutigam, ich soll fragen, ob alle Hochzeitsgäste beisammen sind, wenn nicht, so wollen wir einen kleinen Rückzug machen, ist aber alles im Stande, so will der Herr Junggeselle-Bräutigam erscheinen, er will seine ehren- und tugendsame Jungfernbraut an seiner rechten Hand zum Traualtare führen, dort will er sich verbinden lassen, und zwar mit einem Bande, das niemand auflösen kann als Gott der Allmächtige durch den Tod. Darum bitte ich den Herrn Heiratsmann um das richtige Wahrzeichen.“ Dieser überreicht ihm ein Taschentuch zum Weitergeben, daraufhin tritt der Bräutigam ein, ihm führt der Heiratsmann die Braut zu. Auf einem Schemel kniend, empfangen die Brautleute den Segen der Eltern, von denen sie sich verabschieden. Alle Hochzeitsgäste verlassen das Haus, vor dem die Jugend versammelt ist.
Jetzt wird „Fürzogen“: zwei Burschen spannen ein mit Rosmarinsträußen geschmücktes Band vor das Haustor, der Bräutigam muß die Braut von der Jugend loskaufen. Die wartet mit Wein auf, und einer spricht: „Gelobt sei Jesus Christus. Werte Hochzeitsgäste! Bitte um Entschuldigung, daß ich mir die Freiheit erlaube, Sie auf Ihrem Weg ein wenig aufzuhalten; denn es naht die Zeit und Stunde heran, wo du als Jungfrau-Braut am Rande deines Scheideweges dastehst. Von nun an meidest du die Lustbarkeiten deiner Jugend, entreißest dich der Gesellschaft, trennst dich von deinen Eltern und Geschwistern und gehst das Band der Ehe ein, welches dir von Gott bestimmt ist. Da es nun so Sitte ist, muß sich der Junggeselle-Bräutigam seine Braut von der Gesellschaft auslösen. Die Auslösung kann in Gold, Silber oder in deutschen Staatsbanknoten erfolgen. Nun, liebes Brautpaar, meine Ansprache zu enden und die werten Hochzeitsgäste nicht mehr länger aufzuhalten, wünsche ich euch ein bleibendes ,Hoch lebewohl‘ und schließe mit den Worten: ,An Gottes Segen ist alles gelegen.‘“ Damit ist der Weg zur Kirche frei. Die Burschen holen sich im Brauthaus Wein, Brot und Gugelhupf, dann geht es mit Juhu und Böllerschießen ins Gasthaus, wo das eingenommene Geld in Bier und Schnaps umgesetzt wird. Nach der Messe muß an einem von den Männern gehaltenen Band Einstand gezahlt werden, dann folgt das Festessen, bis in die Nacht hinein wird gesungen und getanzt.

Hexenbrennen
Einige Tage vor dem 30. April werden alte Besen zusammengetragen und mit Pechspänen und Strohbändern bespickt oder in Wagenschmiere getaucht und auf die höchste Erhebung außerhalb der Ortschaft gebracht. Mit einem alten Wagenschmierfaß und etwas Holz wird ein Holzstoß vorbereitet. Mit Einbruch der Nacht (30.4./1.5.)wird dieser angezündet. Die Besen werden am Feuer entzündet, um das Feuer herumgetragen und-weithin sichtbar-in die Luft geworfen, damit die Hexen nicht auf ihnen ausreiten können zur „Walpurgisnacht“, benannt nach der heiligen Walburga oder Walpurgis, einer der beliebtesten Volksheiligen, die in der Walpurgisnacht Mensch und Vieh vor den Hexen schützen sollte, die in dieser Nacht auf dem Brocken zum Teufelstanz zusammentrafen. Nach dem Abbrennen beginnt das Springen über das Feuer.

Bezirk Datschitz, Gericht Zlabings

1938-1945 Kreis Waidhofen a.d. Thaya
Längsangerdorf 468 ha, 477m ü.d.M.

Flurnamen: Mühlflußäcker, Hirschlusäcker, Landlusäcker, Hoflusäcker, Steinlusäcker, Kirchlusäcker, Kirchwegäcker, Aumühläcker, Raitäcker, Taylusäcker, Irrenauäcker, Meißenäcker, Teichtäcker, Geierlusäcker, Raheläcker.
Anbau von Getreide und Hackfrucht; 28 landwirtschaftliche Betriebe.

Straßen, Plätze:
Muttener Straße, Langlusweg. Aunühlweg, Hadermühlweg, Amersweg, Teichtackerweg, Rahelweg, Grundweg, Sitzgrasweg

Baudenkmäler, öffentliche Einrichtungen:
Kapelle hl.Johannes von Nepomuk, 1896 anstelle älterer; mit Glocke; Messe am 16.5., 20.7. und 25.11., Kapelle Mariä Heimsuchung in Neuhof. Nach Sitzgras sind 6 Häuser eingepfarrt, die übrigen nach Althart.
Marterl, 5 Feldkreuze,

Schulen: Nach Sitzgras eingeschult.

Gewerbe:
Gemischtwarenhandlung, Schmied, Maurer, Schuhmacher