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Hödnitz

48° 50′ N, 16° 10′ O

Hodonice

Znaim

Geschichte
Um 1200 entstanden, 1229 urkundlich erwähnt, 1270 eigene Pfarrei, seit 1281 steht die Pfarre unter dem Patronat des Kreuzherrenordens in Prag, 1290 schenkt König Wenzel das Dorf Hedenic dem Stift St.Klara in Znaim, ein Teil gehört zur Propstei Pöltenberg. 1351 tötet die Pest die Hälfte der Einwohner. 1645 von den Schweden besetzt. Das Stift wird 1784 durch Kaiser JosephII. aufgelöst, Hödnitz gelangt an den Religionsfond, 1801 an die Freiherren von Liebenberg. Am 10.Juli 1809 plündern Franzosen, Napoleon übernachtet nach dem Gefecht vom 11.Juli im Meierhof in der Nacht zum 12.Juli. 1870 führt die Bahnlinie von Znaim nach Brünn über Hödnitz. Im I.Weltkrieg fallen 22 Mann.
1919 werden deutsche Bedienstete bei Post, Bahn und Gendarmerie entlassen und erhalten eine kleine Abfindung, die Ämter werden mit tschechischen Legionären besetzt. Für ihre 5 Kinder wird im Meierhof eine einklassige tschechische Schule eingerichtet. Als die Malzproduktion ins Landesinnere verlegt wird, verlieren viele ihre Arbeitsstelle, sie müssen in Znaim arbeiten oder am Bahnhof, aber dafür müssen sie ihre Kinder in die tschechische Minderheitsschule schicken. Während des II.Weltkrieges werden die Hödnitzer Quellen gefaßt, in Zuckerhandl wird ein Hochbehälter gebaut, die Rohrleitungen werden bis zu diesem verlegt, der Anschluß an das Znaimer Wassernetz kann nicht mehr erfolgen. Im II.Weltkrieg fallen 51 Mann.

Kirtag am 2.Sonntag im August (wegen der Ernte nicht am Festtag des Kirchenpatrons Jakobus – 25.Juli – orientiert).

Kuriosum
Die nach 1933 erbaute Mühle wurde mit Öl betrieben, der hohe Kamin wurde nicht mehr gebraucht, er diente fortan der Waschküche oder der Lohnschnapsbrennerei. Wenn der Schornstein rauchte, machten viele den Umweg über die außerhalb des Ortes liegende Mühle, um den Schnaps zu kosten, was zur Folge hatte, daß manchmal der Schnaps an Ort und Stelle weggetrunken wurde. Oft war der Umweg allerdings umsonst, da die Frauen Waschtag hatten.

Matriken seit 1663.

Literatur:
Schwarz, Josef: Hödnitz – ein deutsches Dorf in Südmähren. 2003.

Bezirk und Gericht Znaim

Platzdorf 1012 ha, 205 m ü.d.M.

Flurnamen: Ober-, Mittel- und Unterfeld (Dreifelderwirtschaft); Weingärten: Hoatln, Brühl, Lampelbere, Leitenbere (-berge); Föhrerwald, Meierhofgarten, Schaf-, Stier- und Tränkwiesen, Felberfleckl, Sauteichtl.

Bodennutzung: Getreide, besonders Gerste, Grünfutter, Rüben, Kartoffeln, Mais, Gurken, Bohnen, Linsen, Erbsen, Kraut;
Obst: Marillen, Zwetschken, Pflaumen, Ringlotten, Äpfel, Birnen.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche hl.Jakob d.Ä., 3 Glocken, gehört zu Pöltenberg, Pfarre 1270 urkundlich. Westturm romanisch mit barockem Aufbau und Zwiebelkuppel; in der Sakristei Kreuzrippengewölbe 2.Hälfte 13.Jh.; Chor 15.Jh. mit Kreuzrippengewölbe; Langhaus um 1690, mit Kreuzrippengewölbe, gotisch; Erweiterung 1855; Hochaltar und Kanzel Mitte 18.Jh., Hochaltarbild (1720) von Johann Lukas Kraker;
Seitenaltäre hl.Maria und hl.Johannes der Täufer um 1770;
Prager Jesuskind. Sakristeischränke 1.Hälfte 18.Jh.
Pfarrhaus, 1703, umgebaut 1892.
Gittertor des ehemaligen Friedhofs mit Kreuzherrenwappen 1.Hälfte 18.Jh., neuer Friedhof, 1833.
Marienkapelle, 1833 für Verschonung von Cholera-Epidemie, die in Znaim 428 Tote forderte.
Säule, spätgotisch, an der Straße nach Mühlfraun.
2 gußeiserne Kreuze, 1873.
Hl.Florian, 1735, Hl.Johannes von Nepomuk.
Kriegerdenkmal im Kirchgarten
Gemeindehaus, 1894.
Feuerwehrzeughaus, 1926 Neubau.
Bahnstation, 1870.
Postamt, 1869.

Schulen: Volksschule, dreiklassig, 1911, anstelle des alten Feuerwehrhauses, Altbau wird Mietshaus; Schulhaus 1793, ab 1859 zweiklassig.

Gewerbe:
Dampfmühle, 1862; 1909 und 1933 abgebrannt, wieder aufgebaut.
Ziegelei, Sägewerk, Malzfabrik, 1895, 1911 modernisiert; als Brauerei 1850 gegründet; 1932 stillgelegt.
Molkerei 1908, Kleine Molkerei, 1923.
3 Gurken- und Krautkonservenfabriken, 1914 bzw. 1922 und 1926.
Landwirtschaftliches Lagerhaus, 1923.
Milchsammelstelle, 1926.
Schnapsbrennerei, 1927.
Holz- und Kohlenhandlung, 1927.
Gärtnerei, 1931.

Vereine:
Landwirtschaftlicher Ortsverein, 1877/78.
Freiwillige Feuerwehr, 1883.
Raiffeisenkasse, 1900.
Turnverein „Einigkeit“, 1912.
Männergesangsverein, 1926.
Milchgenossenschaft, 1923.