o-138-01-Hermannsdorf « »

Hermannsdorf

48° 53' N, 16° 17' O

Heřmanov

Znaim

Geschichte
Nach Aufhebung des Prämonstratenserstiftes Kloster Bruck bei Znaim 1784 wird der ganze Güterkomplex des Stiftes in sieben Herrschaftsteile abgerundet, und zwar: Bruck, Lechwitz, Mißlitz, Krawska, Mühlfraun, Zuckerhandl und Butsch. Diese Güter werden der k.k. Staatsgüteroberdirektion für Mähren und Schlesien in Brünn unterstellt. Oberdirektor ist der wirkliche Hofrat Anton Valentin von Kaschnitz zu Weinberg, von Kaiser Josef II. am 31.1.1786 in den österreichischen erbländischen Freiherrnstand erhoben, mit Rotwachsfreiheit, dem Titel „Wohlgeboren“, der Bewilligung, sich nach den Gütern zu nennen, und Wappenbesserung, gestorben am 22.11.1854 in Kremsier. Da die großen Flächen der damaligen Religionsfondsherrschaft Lechwitz sehr gut für die Schafzucht geeignet waren, hatten Groß-Olkowitz und Schakwitz einen „Schafflerhof“. Durch eine Wirtschaftskrise, die sich bis über den Bankozettelsturz im Jahre 1811 erstreckte, war der Absatz von Schafwolle so zurückgegangen, daß man die beiden Höfe aufließ und den Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitern durch Anlegung von Kolonien behob, um die brachliegenden Flächen nutzbar zu verwerten. So entstanden die Kolonien Hermannsdorf, Philippsdorf und Mausdorf. In den noch vorhandenen Listen, in denen jeder Kolonist einen „Gewährschein“ zu bestätigen hatte, sind als erste Ansiedler von Hermannsdorf benannt: Hermann Husch, Mathes Hesina, Jakob Begerisch, Franz Begerisch, Franz Frey, Franz Hirsch, Heinrich Mahr, Jakob Pummer, Johann Lausch, Mathias Kornherr, Martin Steinhauer, Franz Pachel, Johann Baar, Josef Miksch, Johann Wagner, Michael Koller, Jakob Diwisch, Sebastian Birniger, Mathes Pischow, Johann Hofbauer, Georg Kremser, Josef Begerisch, Sebastian Kugler, Wenzel Hrdlitschka und Josef Klettenhofer. Insgesamt bestehen 20 Höfe mit 42 Metzen und 5 Kleinhäusler mit 13 Metzen.
Am 1.August 1914 versammelten sich alle Wehrpflichtigen nachmittags zum Gebet in der Kirche, dann wurden sie von der Ortsbevölkerung unter Beten und Tränen ans Ortsende begleitet. Die Einrückenden stimmten ein Abschiedslied an, bis einer rief: „Kameraden, kommt! Es gilt für Gott, Kaiser und Vaterland! Zu Weihnachten sind wir wieder daheim!“
Nach 1918 fehlte vor allem Wien als Ziel für Existenzgründungen, die kleineren Höfe werden aufgeteilt, so daß von den 125 Betrieben 52% weniger als 5ha hatten, 33% zwischen 6 und 10ha, 10% von 11 bis 15ha und nur 5% über 16ha, was eine intensive Bewirtschaftung erforderte.

Kirtag am Sonntag nach „Maria Schnee“ (5.August).

Matriken seit 1771 (bei Groß-Olkowitz).

Bezirk und Gericht Znaim

Breitstraßendorf 208 ha, 233 m ü.d.M.

Flurnamen: Hintausfeld, Kreuzbreiten, Öde Breiten, Neuriß, Züge; weitere Flurnamen im Volksmund: Äußere Ried, Hirmannsdorfer Weiarten (Weingarten), Zwerexäcker (Queräcker), Obere Kleeäcker, Mittere Kleeäcker, Suttenkleeäcker, Suttenweiarten (Weingärten), Suttenackerln, Kreuzackerln, Kreuzäcker, Wadtaln, Wad (Weide), Ackerln, Hadstückln, Grillowitzerackern, Wazstückln, Kapellenacker, Beriäcker, Guserle Breite, Breite Äcker.

Straßen, Plätze: In den Häusln, Am Mittern Weg, Stogl-Gassl.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kirche siehe Schakwitz
Elektrifizierung, 1940.

Schule: Volksschule, Neubau 1912, ab 1908 zweiklassig, mit Schakwitz.

Gewerbe:
Gasthaus, 1 Lebensmittelgeschäft, Schmied, Schneider, Schuhmacher.

Vereine:
Raiffeisenkassa, 1920, mit Schakwitz.
Milchgenossenschaft, 1923, mit Schakwitz.