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Gubschitz

49.0°N, 16° 25' O

Kubšice

Znaim

Geschichte
Erstmals urkundlich 1569 erwähnt, bis 1609 besteht eine Niederlassung der Wiedertäufer mit einer deutschen Schule. Um 1900 wirtschaftlicher Aufschwung, die Laubengänge („Tretten“) werden vergrößert, viele Neubauten. Im I.Weltkrieg fallen sechs Mann, sechs bleiben vermißt. Im Tschechenstaat werden, um der drohenden Sperrung der Schule zu entgehen, deutsche „Fürsorge“-Kinder aus Städten bei Pflegefamilien untergebracht, auch ein Zirkuskind wird ein Jahr lang eingeschult. Während des II.Weltkriegs ist im Schulhaus ein „Ernte-Kindergarten“ in Betrieb. Im Krieg fallen 16 Mann, vermißt bleiben neun.

Matriken seit 1680 (bei Wolframitz).

Bedeutend:
Paweletz, Anton (1817-1871), Bürgermeister 1853-1871, stiftet das Schulhaus und die Marienstatue.
Pospischil Thekla, geb.Paweletz (1851-1941), seine Tochter, stiftet Filialkirche, 1913 erste Feuerspritze, Einrichtung des Spritzenhauses, Ortsfriedhof und Kloster auf eigenem Grund für den Elisabethinerinnenorden/Brünn.

Literatur:
Siehe Wolframitz, und
Klien-Paweletz, Elfriede: Mein geliebtes Gubschitz. 2000
Klien-Paweletz, Elfriede: Gubschitz-Chronik. 2001

Bezirk und Gericht Mährisch-Kromau

Straßendorf 354 ha, 208 m ü.d.M.

Bodennutzung: Vorwiegend Obstbau: Äpfel (Margareten, die ersten reifen, Margarete am 20.Juli, Schafsnasen, Lederapfel, Jungfernapfel, Zigeunerapfel, Holzapfel, Renette; die haltbaren werden im Preßhaus aufbewahrt); Birnen (Jakobsbirnen zu St.Jakob-25.Juli, Stiglma-Birnen); Zwetschken, Reineclauden (Ringloo), wildwachsende: „Kriecherln“; Marillen, Pfirsiche, Kirschen (Frühkirschen/“Maikerschtn“; Nüsse (Steinnüsse, 3cm, Papiernüsse, 5cm); Maulbeerbäume.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Filialkirche zur Schmerzhaften Muttergottes, 1907 (eingepfarrt nach Wolframitz), Hauptaltar geschnitzt, mit Pietá.
hl.Florian, Marienstatue vor der Kirche.
Friedhof, 1920 (davor Wolframitz).
Altersheim für Arme, 1926 (Schwestern des Ordens der hl.Elisabeth, Brünn), „Kloster“.
Marter am Weg nach Wolframitz.
Kriegerdenkmal
Turnhalle, 1936.
Feuerwehr-Spritzenhaus, 1920.

Schule: Volksschule, zweiklassig, Neubau 1908 als „Kaiser-Franz-Josef-Jubiläums-Volksschule“, davor einklassig, 1870/71, im Haus des Gemeindehirten.

Gewerbe:
Schrotmühle, vor 1415.
2 Ziegelöfen (in Betrieb bis 20er Jahre bzw. 1937).
2 Gasthäuser, Bäckerei und Greißlerei, Schmied, Tischler, Trafikant, 2Maurer und 2Poliere, 2-3 Landarbeiterfamilien.

Vereine:
Freiwillige Feuerwehr, 1912.
Gesangsverein
Theaterverein, spielt auch in Klein-Seelowitz, Schömitz und Lodenitz.
Deutschvölkischer Turnverein, 1920er Jahre.