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Esseklee

48° 50' N,16° 5' O

Nesachleby

Znaim

Geschichte
Teile des Ortes sind alter Besitz von Kloster Bruck, mit der Mühle erstmals 1243 genannt, der Pelzwald erscheint schon 1195 in einer Urkunde; 1252 bestätigt Markgraf Przemysl Ottokar der Propstei Pöltenberg den Besitz der Mühle, König Johann schenkt sie 1325 der Stadt Znaim. Die Bewohner wenden sich dem lutherischen Glauben zu, werden aber zum alten Glauben zurückgeführt. 1660 läßt der Abt von Bruck eine neue Mühle anstelle der alten erbauen. Eingepfarrt nach Klosterbruck. Im I.Weltkrieg fallen 12 Mann. Der Katharinenhof, den die Bauern erwerben wollen, was ihnen tschechische Amtsstellen verweigern, wird billigst an einen Tschechen verkauft.
Im April 1945 ist Feldarbeit nicht mehr möglich, da Tiefflieger auf alles schießen, was sich bewegt. Am 4.Mai werden die ausgehobenen Stellungen durch Kampftruppen der Wehrmacht besetzt, am 7.Mai dringen Rotarmisten ein, Plünderung und Vergewaltigungen folgen.
Im II.Weltkrieg fallen 19 Mann. Im Juni terrorisieren tschechische „Partisanen“ die Deutschen, die auf ihren Höfen als Knechte für die Besetzer arbeiten müssen und schließlich nach letzter Ausraubung über die Grenze getrieben werden. Ab März 1946 werden sie nach Westdeutschland (Württemberg, Bayern) abgeschoben, ein kleiner Teil verbleibt in Österreich.

Brauchtum:
Fasching von Sonntagmittag bis Donnerstag 24 Uhr. Am Faschingsmontag: „Monatonz“ (Männertanz), am Dienstag „Stamm-Austanzen“, bei dem ein Rosmarinstamm zu gewinnen war; am Aschermittwoch Heringsschmaus in den Kellern, am Donnerstag Kehraus in den Gasthäusern, dabei verzehrten die Burschen und Mädchen das im Dorf Gesammelte.
Granitzschau am 21.April, Georgi, unter Beteiligung der Schuljugend, die Würstel mit Semmeln und ein Kracherl (= Limonade) bekommt.
Im Mai jeden Samstagabend und Sonntagmittag Andacht vor der Marter. Florianiprozession zum Kreuz auf dem Haidfeld am 4.Mai.
Sonnwendfeier am 21.Juni auf dem Buhuberg, bei der ein riesiger Reisighaufen angezündet wurde, mit Gesang und Aufsagen von Sprüchen und Gedichten durch Burschen und Mädchen.
Kirtag am letzten Sonntag im Juli oder am ersten Sonntag im August, wenn ein gutes Paradeiserjahr gewesen war und die Leute in Esseklee Geld zum Feiern hatten.
Theateraufführung am Silvesterabend im Gemeindehaus mit anschließendem Tanz.
Der Nachtwächter ging während der Wintermonate mit Laterne und Lanze durch den Ort und sang zu jeder Stunde: „Hört, ihr Leut’, und laßt’s enk sagen, die Uhr hat eben … geschlagen“. Am Heiligen Abend wurde er in den Häusern für seine Mühe entlohnt.

Matriken seit 1580 (bei Klosterbruck).

Bedeutend: Lutz Matthäus, *1807, Hofsängerknabe, Zögling des k.k. Stadtkonvikts, seit 1834 in der Hofkapelle.

Literatur:
Anderl, Johann: Ortschronik von Znaim-Esseklee in Südmähren. o.O., o.J.

Bezirk und Gericht Znaim

Zeilendorf 541 ha, 205 m ü.d.M.

Eine der 6 Thayaboden-Gemeinden, mit Pumlitz zusammengewachsen.

Flurnamen: In der Ebene: Zeiselberg, Oblaser Sarischgebiet, Hinterholz, Haidfeld, Langer Weingarten, Federpelz, Große und Kleine Breite, Pelzbreite; auf der Höhe: Bergackerl, Gerichtacker, Bergfeld, Sixenriedberg, Platte, Gemeinde-Weiert, Pelzweiert, Sodlgrund, Fowind, Sixenried, Zeiselberg; Hutweiden: Pelzberg (Buhuberg), Sexenberg, Sixenriedberg, Holzwiese; Wiese, Vorderfeld, Krenacker, Breiter und Schmaler Eires, Zeingarten, Ortsried, Mühlgarten, Wechselacker, Taborfeld, Erdbacker, Spitzacker, Hühnerberg, Hintaus, Stegäcker, Galgenried, (Fowing), Kelleracker, Töchterl, Wechselacker, Krenweidacker, Halteracker, Schindergraben, Aasgarten, Schießstätte, Konventäcker, Holzweingärten.

Wald: Pelzbergwald, Gugathaywald, Fasangarten, Holzwiese.

Bodennutzung: Alle Getreidearten, Gemüse: Paradeiser, Gurken, Zwiebeln, Salat, Kraut, Kohl, Kürbis; Mohn, Mais, Obst (Kirschen, Zwetschgen, Äpfel, Nüsse, Marillen) und Wein. Die Hutweide war an die Znaimer Garnison verpachtet, aber genutzt: einzige Thayabodengemeinde, in der Viehzucht noch eine größere Rolle spielte.

Jagd: Rebhühner, Wachteln, Schnepfen, Fasane, Wildkaninchen, Hasen, Rehe.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Glockenhaus mit Kriegergedenktafel
Dreifaltigkeitsmarter
Armenhaus
Milchsammelstelle
Elektrifizierung vor 1914.

Schule: Schulhaus für Pumlitz und Esseklee, 1875, auf der Gemarkung von Esseklee. Davor nach Klosterbruck eingeschult.

Gewerbe:
Mühle, 1252 erwähnt, mit bedeutender Imkerei.
Katharinenhof (Meierhof), bis 1784 zu Klosterbruck, 1918 über die Bodenreform in tschechischen Besitz gekommen, bewirtschaftet bis 1918 ein Drittel der genutzten Fläche, rund 180ha.
Milchsammelstelle
Gasthaus, 2 Gemischtwarenhandlungen, 2 Maler, 2 Schuhmacher

Vereine:
Burschenverein, 1850.
Bund der Deutschen Südmährens, 1903.
Turnverein im Turnverein Thaya, bis 1938.
Deutscher Kulturverband