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Edenthurn

48° 54' N, 15° 54' O

Vracovice

Znaim

Geschichte
1900 leben im Fasanhof 87 Personen, weitere 20 in verstreuten Häusern. 1945 wird im KZ Znaim ein 49jähriger von den Tschechen zu Tode geprügelt, ein anderer, 54, verhungert dort.

Brauchtum
Zur Johannesandacht am 16. Mai wird die Statue des „Frühlingsheiligen“, des hl.Johannes von Nepomuk, zur Dämmerstunde mit vier Birkenbäumchen, die die Burschen aus dem Wald holen, und einem Kranz aus Sumpfdotterblumen („Schmalzbleamerln“) der Mädchen geschmückt, je zwei mit Papierbändern geschmückte Birken stehen auf den Seiten. Das in einer Nische stehende Öllämpchen wird entzündet, viele Leute bleiben vor der Statue stehen und beten, andere kommen zur Andacht und singen das Nepomuklied:

Sankt Johann von Nepomuk,
eine Zier der Prager Bruck,
der du hast müssen
dein Leben büßen
im Moldaufluß, im Moldaufluß.
Der König, der wollt’ haben,
du sollst ihm alles sagen,
was die Königin dir gebeicht’
Aber du schweigst still,
dein Mund nicht reden will

Am Dreifaltigkeitssonntag ging eine Prozession von der Ortskapelle zur Dreifaltigkeitsmarter, unterwegs wurden zwei alte Dreifaltigkeitslieder gesungen.
Kirtag am vierten Sonntag im September (St.Michael, 29.September).

Matriken ab 1786 (bei Ober-Fröschau, davor ab 1713 bei Schiltern).

Bezirk Znaim, Gericht Frain

Straßendorf 726 ha, 429 m ü.d.M.

Flurnamen: Ackerried, Anaisäcker, Breitäcker, Brünndläcker, Doschitz, Dreimetzenäcker, Haickern, Halterhausäcker, Hochbreiten, Kleinfeld, Krautäcker, Motscherlbreiten, Motscherln unterm Feldteich, Neureithen, Ortsried, Schindergraben, Schmaläcker, Teichbreiten, Viermetzenäcker, Wlkow, Wolleschnefeld.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle zum Erzengel Michael, 1761, Sakristei 1802; 3 Glocken 1888.
Hl.Johannes von Nepomuk
Dreifaltigkeitsmarterl an der Straße gegen Milleschitz (700m).
Friedhofkreuz, Kreuz vor der Kapelle, 4 Steinkreuze.
Marterl am Feldweg nach Milleschitz.
Marterl mit Kreuzwegstationen an der Bezirksstraße.

Schule: Volksschule, Neubau 1901, einklassig, erster Bau 1812, davor und ab Kriegsbeginn 1939 (wegen zu geringer Kinderzahl) in Oberfröschau, Hauptschule in Schönwald; die Tschechen richteten in einem Haus eine Minderheitsschule für die Kinder von Meierhof-Arbeitern und einem tschechischen Eigentümer und kauften ein Grundstück für einen Neubau, zu dem es aber nicht mehr kommt.

Gewerbe:
Meierhof bis 1923 (Bodenreform), 861ha gehen an Schönwald.

Vereine:
Freiwillige Feuerwehr, 1888.
Spar- und Darlehenskassa, 1905.