o-118-01-Edelspitz « »

Edelspitz mit Klosterbruck

48° 50' N, 16° 3' O

Sedlešovice

Znaim

Geschichte
Urkundlich 1190 in der Gründungsurkunde von Kloster Bruck genannt, bleibt bei diesem bis zur Auflösung 1784. 1328 wird hier ein Meierhof des Klosters erwähnt. 1478 erläßt König WladislawII. den Bauern den „Todesfall“, eine Gebühr, die beim Tod eines Bauern die Erben zahlen. Der Ort wird lutherisch. 1580 fallen die Einwohner vom katholischen Glauben ab, kehren aber um 1620 wieder um. 1670 leben im Ort ein Halblähner, 6 Viertellähner, zwei Achtellähner und 44 Häusler. 1679/80 sterben fast alle Einwohner an der Pest. 1751 brennen 16 Häuser und der Meierhof nieder. 1784 reißt das Hochwasser die Häuser an der Flußseite ein, eine Person kommt ums Leben. 1898 wird die Brücke über die Thaya gesegnet. Im I.Weltkrieg fallen 16 Mann. 1920 werden Neu-Edelspitz am linken Thayaufer, die Mühle und einige Häuser mit Klosterbruck nach Znaim eingemeindet. Im II.Weltkrieg fallen 18Mann, neun bleiben vermißt. 1945 stirbt ein Mann aus Edelspitz an den Folgen schwerer Mißhandlungen in einem tschechischen Lager. Nach der Vertreibung bleiben einige Familien in Nieder- und Oberösterreich sowie in der Steiermark, die anderen kommen nach Württemberg, Bayern und Hessen.

Kirtag am Sonntag vor oder nach Mariä Geburt (8.September).
Granitzschau am Samstag um St.Florian (4.Mai).

Spitzname: Gstettnreiter, eine Anspielung auf den Hausbau, da ein Teil der Häuser in die „Hühnerberigstett’n“ hineingebaut war.

Matriken seit 1580 (bei Znaim-Klosterbruck).

Bedeutend:
Niklas von Edelspitz, Bildhauer und Baumeister, schuf den Znaimer Rathausturm (1445), das Sakramentshäuschen von St.Niklas in Znaim, Chor und Kreuzgang der Kirche von Klosterbruck.

Weindl Georg, Pfarrer und Seelsorger zuletzt in Hartkirchen, Begründer der Georg-Weindl-Benefizstiftung (8000 fl.) zur Finanzierung eines Geistlichen an der Znaimer Spitalkirche St.Elisabeth (1743). Nach ihm wurde in Znaim die Weindlgasse benannt.

Czech Karl, geb.1887, erhielt als Feldwebel im Regiment 99 im I.Weltkrieg in Rußland die Goldene Tapferkeitsmedaille.

Bezirk und Gericht Znaim

Straßendorf 491 ha, 217 m ü.d.M.

Flurnamen: Alte Haiden, Altenberg, Bleiche, Gaßlgraben, Goldbergen, Grünbaumhaiden, Guglern, Hölzeln, Holzern, Hühnerberg, Kehlbandl, Kuhberg, Lange Haiden, Lange Vierteln, Lebern, Leiten, Obersteiger, Örtern, Runsern, Schallaun, Spiegeln, Schwedenlache in den Holzern, Thayagärten, Vierern, Zainern, Zehntelbrunnen, Zehnteln.

Bodennutzung: Zuletzt bestehen 35 selbständige landwirtschaftliche Betriebe mit ca.5ha, nur 2 Höfe erreichen 10ha. 93% der Gemeindeflur werden landwirtschaftlich genutzt. Der Ackerboden ist weniger gut als auf dem übrigen Thayaboden (Bonitätsklasse 3-4 und schlechter). Ein Viertel entfällt auf Gemüseanbau. Bekannt war die Güte des Weinanbaus. Seit 1900 spielt Viehzucht keine Rolle mehr.
Ein Bauer hat gewöhnlich ein Pferd, 1-2 Kühe (Stallfütterung), 2-3 Schweine und 10-15 Hühner.

Straßen, Plätze: Durchfahrtstraße, Salzgasse, Gaßlweg, Triftweg (Kuhbergweg), Runsernweg, Klostersteig.
Holzbrücke, 1898.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle an der Durchfahrtstraße, bis 1934.
Kapelle im Gaßlgraben, 1934, eingepfarrt nach Klosterbruck.
Eisenkreuz mit Steinsockel am Klostersteig, 1902.
Steinsäule an der Schwarzen Brücke
Kriegerdenkmal, 1923: Pestsäule, 1525 von einem Schüler des Niklas von Edelspitz namens König. Bei der Errichtung des Kriegerdenkmals vom ursprünglichen Standort auf der Kuhberglehne zu zwei Kopien mit Fotos der Gefallenen gestellt.
Kindergarten der St.Hedwig-Schwestern
Notspital
Elektrifizierung, 1926.
Wasserleitung: Anschluß an das Versorgungsnetz von Znaim, 1929.
Pflasterung der Durchfahrtstraße mit Schattauer Klinker, 1932.

Schule: Eingeschult nach Klosterbruck.
Kindergarten, 1918, der Hedwigsschwestern.

Gewerbe: 2 Gasthäuser, 2 Gemischtwarenhandlungen, Fleischerei, Bäckerei, Milchhandlung, 2 Tischler, Schmied , Schuhmacher, Dachdecker.

Vereine:
Freiwillige Feuerwehr, 1904.
Gesangverein


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